Gottes Wort
26.11.2021

Freitag der 34. Woche im Jahreskreis

Wie auf schwierige Situationen reagieren? Beide Lesungen raten: Ruhig bleiben! Merken, dass nach Chaos oder Katastrophe wieder Frieden einziehen kann! Wissen, dass auf den Winter der Frühling kommt! Das Danielbuch zeigt auf Gott, der seine Herrschaft siegreich in der Menschenwelt aufrichten wird. Das Evangelium weiss, dass das Reich Gottes (in Christus!) kommt, auch wenn die Welt im Vergehen ist.

Kyrie

Christus, du bist der Menschensohn. Herr, erbarme dich.
Dir hat der Vater das Königtum gegeben. Christus, erbarme dich.
Dein Reich wird niemals untergehen. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Allmächtiger und barmherziger Gott, deine Weisheit allein zeigt uns den rechten Weg. Lass nicht zu, dass irdische Aufgaben und Sorgen uns hindern, deinem Sohn entgegenzugehen. Führe uns durch dein Wort und deine Gnade zur Gemeinschaft mit ihm, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Dan 7,2–14
Daniels Vision von den vier Tieren und vom Menschensohn

Ich, Daniel, hatte während der Nacht eine Vision: Die vier Winde des Himmels wühlten das grosse Meer auf. Dann stiegen aus dem Meer vier grosse Tiere herauf; jedes hatte eine andere Gestalt.

Das erste war einem Löwen ähnlich, hatte jedoch Adlerflügel. Während ich es betrachtete, wurden ihm die Flügel ausgerissen; es wurde vom Boden emporgehoben und wie ein Mensch auf zwei Füsse gestellt und es wurde ihm ein menschliches Herz gegeben.

Dann erschien ein zweites Tier; es glich einem Bären und war nach einer Seite hin aufgerichtet. Es hielt drei Rippen zwischen den Zähnen in seinem Maul und man ermunterte es: Auf, friss noch viel mehr Fleisch!

Danach sah ich ein anderes Tier; es glich einem Panther, hatte aber auf dem Rücken vier Flügel, wie die Flügel eines Vogels; auch hatte das Tier vier Köpfe; ihm wurde die Macht eines Herrschers verliehen.

Danach sah ich in meinen nächtlichen Visionen ein viertes Tier; es war furchtbar und schrecklich anzusehen und sehr stark; es hatte grosse Zähne aus Eisen. Es frass und zermalmte alles, und was übrig blieb, zertrat es mit den Füssen. Von den anderen Tieren war es völlig verschieden. Auch hatte es zehn Hörner.

Als ich die Hörner betrachtete, da wuchs zwischen ihnen ein anderes, kleineres Horn empor und vor ihm wurden drei von den früheren Hörnern ausgerissen; und an diesem Horn waren Augen wie Menschenaugen und ein Maul, das anmassend redete.

Ich sah immer noch hin; da wurden Throne aufgestellt und ein Hochbetagter nahm Platz. Sein Gewand war weiss wie Schnee, sein Haar wie reine Wolle. Feuerflammen waren sein Thron und dessen Räder waren loderndes Feuer.

Ein Strom von Feuer ging von ihm aus. Tausendmal Tausende dienten ihm, zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht nahm Platz und es wurden Bücher aufgeschlagen.

Ich sah immer noch hin, bis das Tier – wegen der anmassenden Worte, die das Horn redete – getötet wurde. Sein Körper wurde dem Feuer übergeben und vernichtet. Auch den anderen Tieren wurde die Herrschaft genommen. Doch liess man ihnen das Leben bis zu einer bestimmten Frist.

Immer noch hatte ich die nächtlichen Visionen: Da kam mit den Wolken des Himmels einer wie ein Menschensohn. Er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn geführt. Ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben. Alle Völker, Nationen und Sprachen müssen ihm dienen. Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft. Sein Reich geht niemals unter.

Vision der Zukunft
Daniel sieht in einem Traumgesicht die ganze Weltgeschichte in der Abfolge von vier Reichen, die von unten, aus dem Chaos–Meer, auftauchen. Es sind Tier–Reiche, eines brutaler als das andere. Aber diese Mächte haben nicht das letzte Wort. Von oben kommt der „Menschensohn“. Dieser hoheitsvollen Gestalt wird die bleibende Herrschaft gegeben. Ähnlich wie „Adam“ für die ganze Menschheit steht, so repräsentiert der Menschensohn als messianische Sohnesgestalt die ganze Menschheit. Der Menschensohn tritt vor den „Hochbetagten“. Diese Gestalt des Traumgesichts steht für den ewigen Gott. Der Menschensohn wird mit ihm zusammen herrschen.

Antwortpsalm

Dan 3,75–81
Lobgesang der drei jungen Männer

R: Lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!

Preist den Herrn, ihr Berge und Hügel;
R: lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!

Preist den Herrn, all ihr Gewächse auf Erden;
R. lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!

Preist den Herrn, ihr Quellen;
R. lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!

Preist den Herrn, ihr Meere und Flüsse;
R. lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!

Preist den Herrn, ihr Tiere des Meeres
und alles, was sich regt im Wasser;
R. lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!

Preist den Herrn, all ihr Vögel am Himmel;
R. lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!

Preist den Herrn, all ihr Tiere, wilde und zahme;
R. lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Richtet euch auf und erhebt euer Haupt; denn eure Erlösung ist nahe. Halleluja.

Evangelium

Lk 21,29–33
Mahnungen im Hinblick auf das Ende
Jesus gebrauchte einen Vergleich und sagte: Seht euch den Feigenbaum und die anderen Bäume an: Sobald ihr merkt, dass sie Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr (all) das geschehen seht, dass das Reich Gottes nahe ist.

Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis alles eintrifft. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Gottes Reich naht
Wenn der Feigenbaum treibt, ist das ein Hoffnungszeichen. Es kommt eine gute Zeit. So hat Jesus über das Nahen des Gottesreiches gesprochen. Im Zusammenhang der Endzeit–Rede Jesu (sie steht bei Lukas unmittelbar vor der Leidensgeschichte Jesu) ist der Sinn wohl dieser: Jede Generation erlebt das Lebensende oder einem Weltende vergleichbare Katastrophen. Es sind „Apokalypsen“, denn „sie enthüllen“, dass das Weltgeschehen nicht das letzte Wort hat. Das Evangelium sagt jeder Generation, wer das letzte Wort hat.

Fürbitten

Christus, du bist der Menschensohn, dir hat der Vater die Herrschaft übergeben:
Hilf den Gläubigen, wenn es um sie dunkel wird, auf dein Wort zu vertrauen.
Schenke Frieden zwischen den Völkern und Nationen der Erde.
Steh den Menschen bei, die unter Kriegswirren oder Unterdrückung leiden.
Führe unsere Verstorbenen in das Land des Lichtes und des Friedens.

Barmherziger Gott, steh deinem Volk in deinem Sohn schützend zur Seite, damit es aus aller Not befreit, den Weg zu dir findet. Im Heiligen Geist, durch Christus unsern Herrn.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott, in dieser Feier hast du uns an deinem göttlichen Leben Anteil geschenkt. Lass uns niemals von dir getrennt werden, sondern bewahre uns in deiner Liebe. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn.