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Das Einsiedler Wallfahrtsjahr 2026

«Lasst euch erneuern!»

Das Einsiedler Wallfahrtsmotto 2026 lautet «Lasst euch erneuern!» und bezieht sich auf ein besonderes Jubiläum, das wir im Kloster Einsiedeln in diesem Jahr feiern werden: 500 Jahre Wiederaufblühen. Das Zitat aus dem Epheserbrief will darauf hinweisen, dass es die persönliche Bekehrung hin zu Jesus Christus ist, welche zur Erneuerung und zum Wiederaufblühen verhilft. Die Wallfahrt zum Heiligtum Unserer Lieben Frau von Einsiedeln kann einen wertvollen Beitrag zur persönlichen Erneuerung leisten. Machen SIe sich 2026 auf den Weg und kommen Sie nach Maria Einsiedeln!

Klöster sind meist jahrhundertealte Institutionen mit einer starken Identität. Damit verbunden ist ein ausgeprägtes Geschichtsbewusstsein, das sich in der Feier von besonderen Jubiläen zeigt. Das ist auch beim Kloster Einsiedeln der Fall.

Unsere 934 an der Stelle der Mein-radszelle gegründete Benedikti-nerabtei Einsiedeln geht mit grossen Schritten auf die Feier des 1100-Jahr-Jubiläums im Jahr 2034 zu. Doch dass eine so lange Klos-tergeschichte keine durchgehende Erfolgsgeschichte ist, sondern neben Blütezeiten auch Zeiten der Krise, des Niedergangs und der Neuorientierung umfasst, zeigt das Jahr 2026 mit der Erinnerung an ein besonderes Ereignis vor genau 500 Jahren.

Die Wallfahrt nach Einsiedeln nahm im 15. Jahrhundert bis dahin ungesehene Dimensionen an. Doch während die Pilgerströme anschwellten, ging die Zahl der Mönche kontinuierlich zurück. Das Jahr 1526 markierte schliesslich den Wendepunkt. Denn der Konvent war auf einen einzigen Mönch zusammengeschrumpft: den damals bereits 86-jährigen Abt Konrad von Hohenrechberg. Dass diese Minimalbesetzung nicht das Ende von Kloster und Wallfahrtsort Maria Einsiedeln bedeutete, verdanken wir dem Eingreifen der Schwyzer Obrigkeit. Diese setzte am Vortag von Mariä Himmelfahrt 1526 den St. Galler Mönch Ludwig Blarer als neuen Abt von Einsiedeln ein mit dem Auftrag, die Existenz der Benediktinerabtei – und damit auch des Wallfahrtsortes – zu sichern. Es ist bemerkenswert, dass die Rettung ausgerechnet von einer Seite kam, die bislang vor allem als politischer und wirtschaftlicher Konkurrent in Erscheinung trat.

Als gläubige Menschen erkennen wir im Geschehen von 1526 nicht nur menschliches Handeln, sondern auch das Wirken Gottes. Im Jubiläumsjahr 2026 danken wir für Gottes treues Mitgehen durch die Geschichte und für die entscheidende und grosszügige Unterstützung unzähliger Menschen, die wir Einsiedler Benediktiner bis heute erfahren dürfen. Und wir sind eingeladen, die Worte des Apostels Paulus im Einsiedler Wallfahrtsmotto 2026 auch auf uns selbst zu beziehen: «Lasst euch erneuern!»
 


Gedanken zum Wallfahrtsmotto 2026

«Lasst euch erneuern!» – Diese Aufforderung des Apostels Paulus aus dem Brief an die Gemeinde in Ephesus setzen wir Einsiedler Benediktiner als Motto über das Wallfahrtsjahr 2026. Anlass ist das 500-Jahr-Jubiläum der Einsetzung des St. Galler Mönchs Ludwig Blarer zum 35. Abt von Einsiedeln am 14. August 1526 durch den Landammann des Standes Schwyz.

Wir dürfen diese in jeder Hinsicht aussergewöhnliche Handlung nicht isoliert betrachten. Denn sie war nur der Beginn eines langwierigen Prozesses einer grundlegenden Erneuerung des Klosters Einsiedeln. Erst nach jahrzehntelangem Ringen und Durchhalten führte diese politische Initiative auch zu einem allmählichen spirituellen und wirtschaftlichen Wiederaufblühen der Benediktinerabtei Unserer Lieben Frau von Einsiedeln. So konnte erst der Nachfolger von Abt Ludwig Blarer, der im Jahr 1544 vom kleinen Konvent gewählte Abt Joachim Eichhorn, als zweiter Gründer Einsiedelns in die Klosterannalen eingehen.

Das zeigt: Wirkliche Erneuerung betrifft Personen und nicht Institutionen: Es geht um die Erneuerung des Herzens. «Lasst euch erneuern!» ist folglich eine Aufforderung, die an jede und jeden einzelnen ergeht – ob im Kloster oder in der Welt. Die Erneuerung ist letztlich nichts anderes als ein Einlassen auf das Umgestaltet-Werden in das Bild Jesu Christi durch den Heiligen Geist: das Sichtbarmachen einer Existenz als geliebte Kinder des himmlischen Vaters. Wenn dies gelingt, ist unser ganz persönlicher Beitrag zur Erneuerung der Kirche getan. 

Auf diesem Weg ist uns die jungfräuliche Gottesmutter Maria eine wunderbare Wegbegleiterin. Sie, deren Herz jenem ihres göttlichen Sohnes am ähnlichsten war, hilft uns als unsere himmlische Mutter, uns Jesus Christus immer mehr anzugleichen.

Aus diesem Grund gehören die Feier der Sakramente der Eucharistie und der Versöhnung stets zur «spirituellen Grundversorgung » in einem Marienheiligtum. Die täglich mindestens vier heiligen Messen und drei Stunden Beichtgelegenheit im Kloster Einsiedeln sind eine Einladung an alle, sich durch die Begegnung mit Jesus Christus erneuern zu lassen.

Wir Einsiedler Benediktiner, denen die Sorge für den Wallfahrtsort Maria Einsiedeln und seine Pilgerinnen und Pilger anvertraut ist, möchten durch unser eigenes geistliches Leben in der Schule des heiligen Benedikt von Nursia dazu beitragen, Menschen als Seelsorger, Gastgeber, Lehrer, Kunst- und Kulturschaffende auf dem Weg der persönlichen Erneuerung zu begleiten. Wir danken allen, die unsere Mönchsgemeinschaft durch ihr Gebet, ihre Verbundenheit und ihre finanzielle Hilfe dabei unterstützen.

Ein vielfältiges kulturelles Angebot ist für das Jubiläumsjahr 2026 geplant. Ein Prospekt «1526–2026. 500 Jahre Wiederaufblühen» (erhältlich bei den Kirchenportalen) und eine Webseite www.kloster-einsiedeln.ch/1526 informieren ausführlich über die vielfältigen kulturellen Angebote rund um das Jubiläumsjahr 2026. Hier seien die Höhepunkte kurz vorgestellt:

  • Ausstellung «1526 konkret erfahrbar» ab 20. April 2026 in der Stiftsbibliothek
  • Impulstag zum Thema «Wie blüht Kirche wieder auf?» am 1./2. Mai 2026
  • Konzert mit Musik aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts am 20. Juni 2026 um 17.15 Uhr
  • Einweihung des Rosenkranzgartens am 19. Juli 2026 um 14.30 Uhr
  • Fusswallfahrt Schwyz–Einsiedeln am 14. August 2026, Start um 09.30 Uhr
  • Vernissage der Festschrift zum Jubiläum am 15. August 2026 um 17.30 Uhr
  • Orgelkonzert «Transitus – Übergang» am 25. August 2026 um 20.15 Uhr
  • Vortrag «Was geschah 1526?» am 25. Oktober und 21. November 2026, jeweils 17.30 Uhr

Wir Mönche des Klosters Einsiedeln freuen uns, mit Ihnen dieses besondere Jubiläum 1526-2026 aus unserer reichen Klostergeschichte zu feiern. Tragen Sie durch Ihre Verbundenheit mit uns zur Blüte von Kloster und Wallfahrtsort Maria Einsiedeln auch heute bei!

Pater Philipp Steiner OSB, Wallfahrtsverantwortlicher

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