Gottes Wort
Donnerstag
22
Juli 2021

Gottes Wort
22.07.2021

Donnerstag der 16. Woche im Jahreskreis

Offen oder verstockt und stur? Wie offen ist das Volk Israel, wie offen sind die Hörr Jesu, wie offen sind wir Heutigen für Gott und seinen Anspruch? Gottes Anspruch ist Geschenk und will Seligkeit bringen. Haben wir das Gespür dafür?

Kyrie

Christus, du bist das lebendige Wort Gottes. Herr, erbarme dich.
Du nennst die selig, deren Augen sehen und deren Ohren hören. Christus, erbarme dich.
Du sprichst zu uns über die Geheimnisse des Reiches Gottes. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Gott. Dein Wort bringt Licht und Freude in die Welt. Es macht das Leben reich, es stiftet Frieden und Versöhnung. Gib, dass wir es nicht achtlos überhören. Mach uns aufnahmebereit. Bring dein Wort in uns zu hundertfältiger Frucht. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Ex 19, 1-2.9-11.16-20 (20b)
Der Herr wird vor den Augen des ganzen Volkes auf den Berg Sinai herabsteigen

Im dritten Monat nach dem Auszug der Israeliten aus Ägypten – am heutigen Tag - kamen sie in der Wüste Sinai an.
Sie waren von Refidim aufgebrochen und kamen in die Wüste Sinai. Sie schlugen in der Wüste das Lager auf. Dort lagerte Israel gegenüber dem Berg.
Der Herr sprach zu Mose: Ich werde zu dir in einer dichten Wolke kommen; das Volk soll es hören, wenn ich mit dir rede, damit sie auch an dich immer glauben. Da berichtete Mose dem Herrn, was das Volk gesagt hatte.
Der Herr sprach zu Mose: Geh zum Volk! Ordne an, dass sie sich heute und morgen heilig halten und ihre Kleider waschen. Sie sollen sich für den dritten Tag bereithalten. Am dritten Tag nämlich wird der Herr vor den Augen des ganzen Volkes auf den Berg Sinai herabsteigen.
Am dritten Tag, im Morgengrauen, begann es zu donnern und zu blitzen. Schwere Wolken lagen über dem Berg, und gewaltiger Hörnerschall erklang. Das ganze Volk im Lager begann zu zittern. Mose führte es aus dem Lager hinaus Gott entgegen. Unten am Berg blieben sie stehen.
Der ganze Sinai war in Rauch gehüllt, denn der Herr war im Feuer auf ihn herabgestiegen. Der Rauch stieg vom Berg auf wie Rauch aus einem Schmelzofen. Der ganze Berg bebte gewaltig, und der Hörnerschall wurde immer lauter. Mose redete, und Gott antwortete im Donner.
Der Herr war auf den Sinai, auf den Gipfel des Berges, herabgestiegen. Er hatte Mose zu sich auf den Gipfel des Berges gerufen, und Mose war hinaufgestiegen.

Wie sich Gott vernehmen lässt
Im Buch Exodus beginnt der Bericht über den Bundesschluss am Sinai. Gott macht dem Volk seine Gegenwart erfahrbar, in einer Ehrfurcht gebietenden Erscheinung (Theophanie), unter Blitz und Donner. Mose ist der Mittler zwischen Gott und Volk. – Dieser Bericht wird von Juden und Christen am Pfingstfest gelesen. Die Apostel haben die Gegenwart des Gottesgeistes nicht am Sinai, sondern im Abendmahlssaal erlebt, im Sturm und unter Feuerzungen des Geistes der Liebe. – Wie begegnen wir Gott? In Ehrfurcht? Offen für sein Wort, für seine Fügungen und für die Eingebungen des Geistes? Offen, wenn Gott leise spricht, wie zu Elija am Berg Karmel?

Antwortpsalm

Dan 3,52–56
Lobgesang der drei Jünglinge

R: Gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.

Gepriesen bist du, Herr, du Gott unserer Väter.

Gepriesen bist du im Tempel deiner heiligen Herrlichkeit.

Gepriesen bist du, der in die Tiefe schaut und auf den Cherubim thronst.

Gepriesen bist du auf dem Thron deiner Herrschaft.

Gepriesen bist du am Gewölbe des Himmels.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Sei gepriesen, Vater, Herr des Himmels und der Erde; du hast die Geheimnisse des Reiches den Unmündigen offenbart. Halleluja.

Evangelium

Mt 13,10–17
Gleichnisse
In jener Zeit kamen die Jünger zu Jeseus und sprachen zu ihm: Warum redest du in Gleichnissen zu ihnen?

Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Weil euch gegeben ist, die Geheimnisse des Reiches der Himmel zu wissen, jenen aber ist es nicht gegeben; denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird Überfluss haben; wer aber nicht hat, von dem wird selbst, was er hat, genommen werden. Darum rede ich in Gleichnissen zu ihnen, weil sie sehend nicht sehen und hörend nicht hören, noch verstehen;

und es wird an ihnen die Weissagung Jesajas erfüllt, die lautet: "Mit Gehör werdet ihr hören und doch nicht verstehen, und sehend werdet ihr sehen und doch nicht wahrnehmen"; denn das Herz dieses Volkes ist dick geworden, und mit den Ohren haben sie schwer gehört, und ihre Augen haben sie geschlossen, damit sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren und ich sie heile.

Glückselig aber eure Augen, dass sie sehen, und eure Ohren, dass sie hören; denn wahrlich, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben begehrt zu sehen, was ihr anschaut, und haben es nicht gesehen; und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

Pseudointeresse
Das Evangelium zeigt wie wenig aufnahmebereit die Hörerinnen und Hörer Jesu waren. Wenn er einen Menschen heilte, waren alle sehr interessiert. Wenn er ein Gleichnis vortrug, haben allenfalls die Jünger verstanden, während die andern gleichgültig blieben. Jesus erinnert: Schon der Prophet Jesaja habe das Volk schwerhörig und verstockt genannt. – Wir dürfen Christus im Wort und Sakrament begegnen. Sind wir so offen, dass die Seligpreisung auch uns gilt?

Fürbitten

Herr, Jesus Christus, du lebendiges Wort Gottes:
Hilf den christlichen Kirchen, die Botschaft der Hoffnung zu verkünden.
Bewahre die Völker der Erde vor der Herzenshärte gegen ihre Nachbarn.
Öffne Ohren, Augen und Herzen, die sich vor dir und voreinander verschliessen.
Schenke uns selber Kraft und Freude aus deinem Wort.

Gott, du kommst uns entgegen in deinem Wort und bleibst immer in unserer Mitte. Wir danken dir für dein Erbarmen – heute, alle Tage und bis in Ewigkeit.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, höre unser Gebet. Du hast uns im Sakrament das Brot des Himmels gegeben, damit wir an Leib und Seele gesunden. Gib, dass wir die Gewohnheiten des alten Menschen ablegen und als neue Menschen leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unsern Herrn.