Gottes Wort
11.06.2021

Heiligstes Herz Jesu

Alles Fragen und Forschen nach Gott gelangt nur bis an den äusseren Rand seines Wesens. Sein inneres Geheimnis aber, sein "Mysterium", ist die Liebe. Das wissen wir, weil er selbst es uns offenbart hat: durch seine Propheten, und schliesslich durch den Sohn. Im Herzen des Sohnes wohnt die ganze Fülle der Liebe. Die Liebe ist gekreuzigt worden. Und die Liebe wartet auf Antwort: die Antwort des Glaubens, der Treue und der reinen Hingabe an die Glut des Geistes. (Schott)

Kyrie

Christus, auf deinem Antlitz liegt der göttliche Glanz. Herr, erbarme dich.
Du schenkst göttliche Kraft im Übermass. Christus, erbarme dich.
Du schenkst uns neues Leben an Geist und Leib. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Allmächtiger Gott, wir verehren das Herz deines geliebten Sohnes und preisen die grossen Taten seiner Liebe. Gib, dass wir aus dieser Quelle göttlichen Erbarmens die Fülle der Gnade und des Lebens empfangen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

1. Lesung

Hos 11,1–4.8ac–9
Gott liebt wie fürsorgliche Eltern

Als Israel jung war, gewann ich ihn lieb, ich rief meinen Sohn aus Ägypten. Je mehr ich sie rief, desto mehr liefen sie von mir weg. Sie opferten den Baalen und brachten den Götterbildern Rauchopfer dar.

Ich war es, der Efraim gehen lehrte, ich nahm ihn auf meine Arme. Sie aber haben nicht erkannt, dass ich sie heilen wollte. Mit menschlichen Fesseln zog ich sie an mich, mit den Ketten der Liebe. Ich war da für sie wie die (Eltern), die den Säugling an ihre Wangen heben. Ich neigte mich ihm zu und gab ihm zu essen.

Wie könnte ich dich preisgeben, Efraim, wie dich aufgeben, Israel? Mein Herz wendet sich gegen mich, mein Mitleid lodert auf. Ich will meinen glühenden Zorn nicht vollstrecken und Efraim nicht noch einmal vernichten. Denn ich bin Gott, nicht ein Mensch, der Heilige in deiner Mitte. Darum komme ich nicht in der Hitze des Zorns.

Gottes grosse Liebe
Hosea, der mit der pseudo–religiösen Praktiken des Volkes hart ins Gericht gegangen ist und ihm den Untergang angedroht hat, zeigt sich wie kaum ein anderer Prophet als ein Künder der Liebe und Barmherzigkeit Gottes. Wehmütig schildert er die väterliche Liebe Gottes, wie Gott sie einst dem noch jungen Israel schenkte. Das nun erwachsene Israel soll sich von seiner Sünde abkehren. Es wird – jetzt als erwachsenes Volk – einen Vater finden, der vergibt.

Antwortpsalm

Jes 12,2–3.4b–6
R: Ihr werdet Wasser schöpfen voll Freude den Quellen des Heils.

Gott ist meine Rettung;
ihm will ich vertrauen und niemals verzagen.
Denn meine Stärke
und mein Lied ist der Herr.
Er ist für mich zum Retter geworden.

Ihr werdet Wasser schöpfen voll Freude
aus den Quellen des Heils.
Dankt dem Herrn! Ruft seinen Namen an!
Macht seine Taten unter den Völkern bekannt,
verkündet: Sein Name ist gross und erhaben!

Preist den Herrn;
denn herrliche Taten hat er vollbracht;
auf der ganzen Erde soll man es wissen.
Jauchzt und jubelt, ihr Bewohner von Zion;
denn gross ist in eurer Mitte der Heilige Israels.

2. Lesung

Eph 3, 8–12.14–19
Die Liebe Christi verstehen, die alle Erkenntnis übersteigt

Brüder! Mir, dem Geringsten unter allen Heiligen, wurde diese Gnade geschenkt: Ich soll den Heiden als Evangelium den unergründlichen Reichtum Christi verkündigen und enthüllen, wie jenes Geheimnis Wirklichkeit geworden ist, das von Ewigkeit her in Gott, dem Schöpfer des Alls, verborgen war. So sollen jetzt die Fürsten und Gewalten des himmlischen Bereichs durch die Kirche Kenntnis erhalten von der vielfältigen Weisheit Gottes, nach seinem ewigen Plan, den er durch Christus Jesus, unseren Herrn, ausgeführt hat. In ihm haben wir den freien Zugang durch das Vertrauen, das der Glaube an ihn schenkt. Daher beuge ich meine Knie vor dem Vater, nach dessen Namen jedes Geschlecht im Himmel und auf der Erde benannt wird, und bitte, er möge euch aufgrund des Reichtums seiner Herrlichkeit schenken, dass ihr in eurem Innern durch seinen Geist an Kraft und Stärke zunehmt. Durch den Glauben wohne Christus in eurem Herzen. In der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet, sollt ihr zusammen mit allen Heiligen dazu fähig sein, die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe zu ermessen und die Liebe Christi zu verstehen, die alle Erkenntnis übersteigt. So werdet ihr mehr und mehr von der ganzen Fülle Gottes erfüllt.


Gottes Plan geht weit über kleinliche Vorstellungen von Menschen hinaus. In der folgenden Lesung geht es darum, dass auch die anderen Völker in das eine Gottesvolk eintreten können.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig. Halleluja.

Evangelium

Joh 19,31–37
Einer der Soldaten stiess mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floss
Weil Rüsttag war und die Körper während des Sabbats nicht am Kreuz bleiben sollten, baten die Juden Pilatus, man möge den Gekreuzigten die Beine zerschlagen und ihre Leichen dann abnehmen; denn dieser Sabbat war ein grosser Feiertag. Also kamen die Soldaten und zerschlugen dem Ersten die Beine, dann dem andern, der mit ihm gekreuzigt worden war. Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Soldaten stiess mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus. Und der, der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr. Und er weiss, dass er Wahres berichtet, damit auch ihr glaubt. Denn das ist geschehen, damit sich das Schriftwort erfüllte: Man soll an ihm kein Gebein zerbrechen. Und ein anderes Schriftwort sagt: Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben.


Das Johannesevangelium berichtet von einem geheimnisvollen Vorgang beim Tod Jesu: "Einer der Soldaten stiess mit der Lanze in die Seite Jesu, und sogleich floss Blut und Wasser heraus." In der Durchbohrung der Seite Jesu sieht der Evangelist die Erfüllung von zwei Schriftworten: Jesus ist das Pascha–Lamm, dem man keinen Knochen zerbricht (Ex 12,46), und er ist der Hirt, von dem der Prophet Sacharja (Sach 12,10) ähnlich spricht wie Jesaja vom leidenden Gottesknecht. Blut und Wasser aus der Seite Jesu bedeuten die am Kreuz sich verströmende Liebe Christi; sie rettet alle, die glaubend und vertrauend zu ihm, dem Erhöhten, aufschauen. (Schott)

Fürbitten

Voll Vertrauen legen wir unsere Anliegen Jesus Christus ans Herz, aus dessen Kraft wir leben sollen:
Jesus, unser Heiland, erleuchte die Kirche, dass sie erkennt, was ihr in unserer Zeit zum Heile dient.
Lass Männer und Frauen, die ihr Leben Gott geweiht haben, reiche Frucht tragen.
Schenke Frieden in Palästina und im ganzen Nahen Osten.
Segne unsere Wohltäter, alle die hier beten und alle, die sich unserem Gebet empfohlen haben.

Wir glauben und vertrauen, dass du uns Hoffnung und Lebenskraft schenkst.
Dir, Herr Jesus Christus, sei Lob und Dank in Ewigkeit.

Schlussgebet

Herr, unser Gott, du hast uns gestärkt mit dem Sakrament jener Liebe, durch die dein Sohn alles an sich zieht. Entzünde auch in uns das Feuer seiner Liebe, damit wir in unsern Brüdern und Schwestern ihn erkennen und ihm dienen. Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.