Gottes Wort
Donnerstag
25
Februar 2021

Gottes Wort
25.02.2021

Donnerstag der 1. Fastenwoche

Viele fragen: Wie kann ich beten? Die erste Lesung spricht vom Gebet in der Notlage eines ganzen Volkes; eine einzelne Person gibt dabei das Beispiel. Im Evangelium ist die Rede vom Beten und von einem entsprechend motivierten Verhalten der Einzelnen.

Kyrie

Christus, du führst zu einer höheren Gerechtigkeit. Herr, erbarme dich.
Du rufst zu Versöhnung mit dem Bruder. Christus, erbarme dich.
Du mahnst zum Frieden mit den andern. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Allmächtiger Gott, gib uns die Gnade, dass wir stets auf das Rechte bedacht sind und es auch entschlossen tun. Da wir ohne dich nicht bestehen können, hilf uns, nach deinem Willen zu leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Est 4,17k.17l–m.r–t
Das Gebet der Ester

In jenen Tagen wurde die Königin Ester von Todesangst ergriffen und suchte Zuflucht beim Herrn, und sie betete zum Herrn, dem Gott Israels:

Herr, unser König, du bist der Einzige. Hilf mir! Denn ich bin allein und habe keinen Helfer ausser dir; die Gefahr steht greifbar vor mir. Von Kindheit an habe ich in meiner Familie und meinem Stamm gehört, dass du, Herr, Israel aus allen Völkern erwählt hast; du hast dir unsere Väter aus allen ihren Vorfahren als deinen ewigen Erbbesitz ausgesucht und hast an ihnen gehandelt, wie du es versprochen hattest.

Denk an uns, Herr! Offenbare dich in der Zeit unserer Not, und gib mir Mut, König der Götter und Herrscher über alle Mächte! Leg mir in Gegenwart des Löwen die passenden Worte in den Mund, und stimm sein Herz um, damit er unseren Feind hasst und ihn und seine Gesinnungsgenossen vernichtet.

Uns aber rette mit deiner Hand! Hilf mir, denn ich bin allein und habe niemand ausser dir, o Herr!

Das Gebet der Armen
Dieses Gebet pflegten die Juden am Purim–Fest zu verrichten. Es wurde in die Ester–Erzählung aufgenommen. Das Gebet lehrt uns Christen, wo wir Zuflucht finden können, wenn wir in einer Notlage sind, wie es einst das Volk Israel in der Verbannung war. Glaubensstarke Persönlichkeiten wie Ester solidarisierten sich damals mit dem mutlosen Volk und zeigten ihm den Weg des Gottvertrauens. (vgl. Frisque)

Antwortpsalm

Psalm 138,1–3.7c–8
R: Herr, du hast mich erhört an dem Tag, als ich rief.

Ich will dir danken aus ganzem Herzen,
dir vor den Engeln singen und spielen;
ich will mich niederwerfen
zu deinem heiligen Tempel hin
und deinem Namen danken
für deine Huld und Treue.

Denn du hast die Worte meines Mundes gehört,
deinen Namen und dein Wort
über alles verherrlicht.
Du hast mich erhört an dem Tag, als ich rief;
du gabst meiner Seele grosse Kraft.

Du streckst die Hand aus
gegen meine wütenden Feinde,
und deine Rechte hilft mir.
Der Herr nimmt sich meiner an.
Herr, deine Huld währt ewig.
Lass nicht ab vom Werk deiner Hände!

Ruf vor dem Evangelium

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, mach mich wieder froh mit deinem Heil! Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Evangelium

Mt 7,7–12
Über das Gebet
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet.

Oder ist einer unter euch, der seinem Sohn einen Stein gibt, wenn er um Brot bittet, oder eine Schlange, wenn er um einen Fisch bittet? Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten.

Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten.

Vom Beten und vom Handeln
Jesus scheint zuerst, die Bitte um das tägliche Brot weiter zu führen. Er macht Mut zum Gebet. Wir sollen alle unsere Bitten vor Gott tragen. Er wird uns nicht weniger hören, als gute Eltern, welche die Bitten der Kinder hören und dann das Richtige tun, jedenfalls nicht den Kindern schaden. Gott ist nicht un–menschlicher als die Menschen! Wie um eine Einseitigkeit des Gebetsverständnisses auszuschliessen, schliesst Matthäus die hier positiv gefasst „goldene Regel“ an: „Also“ handelt ebenfalls menschlich! Diese Regel fand sich schon bei Griechen und Juden. (vgl. Limbeck)

Fürbitten

Christus, du hast uns beten gelehrt. Wir bitten dich:
Für die Kirche: Zeige ihr, wie sie andern Religionen mit Achtung begegnen kann.
Für alle Schichten unseres Volkes: Ermutige alle zur Solidarität.
Für Menschen in Not: Schenke ihnen die Zuwendung hilfsbereiter Männer und Frauen.
Für alle die uns nahe stehen: Lass sie in schweren Stunden bei dir Zuflucht finden.

Barmherziger Gott, du hörst unser Gebet. Schenke uns alles, was uns zum Frieden führt. So bitten wir, im Heiligen Geist, durch Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Herr, unser Gott, du hast uns diese heilige Feier geschenkt, damit die Gnade der Erlösung immer in uns wirksam bleibe. Dein Sakrament sei uns ein Heilmittel für heute und für unser ganzes Leben. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.