Gottes Wort
21.11.2020

Samstag der 33. Woche im Jahreskreis

Die Auferstehung von den Toten ist die zentrale Botschaft des christlichen Glaubens. Die Apokalypse bezeugt diesen Glauben, der auf Widerstand stösst, aber siegreich sein wird. Jesus bezeugt, dass Gott im Bund steht mit dem Leben, nicht mit dem Tod.

Kyrie

Christus, du verkündest den Gott der Lebenden. Herr, erbarme dich.
Du bist unsere Auferstehung von den Toten. Christus, erbarme dich.
Du machst uns zu Söhnen und Töchtern Gottes. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Barmherziger Gott, du kennst unsere Schwachheit und unsere Not. Auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria nimm von uns die Last der Sünde, verzeihe uns und richte uns auf. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Offb 11,4–12
Zeugen wie Jesus

Mir, Johannes, wurde gesagt: Das sind meine beiden Zeugen, Sie sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen. Wenn ihnen jemand Schaden zufügen will, schlägt Feuer aus ihrem Mund und verzehrt ihre Feinde; so muss jeder sterben, der ihnen schaden will. Sie haben Macht, den Himmel zu verschliessen, damit kein Regen fällt in den Tagen ihres Wirkens als Propheten. Sie haben auch Macht, das Wasser in Blut zu verwandeln und die Erde zu schlagen mit allen möglichen Plagen, sooft sie wollen. Wenn sie ihren Auftrag als Zeugen erfüllt haben, wird sie das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, bekämpfen, besiegen und töten. Und ihre Leichen bleiben auf der Strasse der grossen Stadt liegen. Diese Stadt heisst, geistlich verstanden: Sodom und Ägypten; dort wurde auch ihr Herr gekreuzigt. Menschen aus allen Völkern und Stämmen, Sprachen und Nationen werden ihre Leichen dort sehen, dreieinhalb Tage lang; sie werden nicht zulassen, dass die Leichen begraben werden. Und die Bewohner der Erde freuen sich darüber, beglückwünschen sich und schicken sich gegenseitig Geschenke; denn die beiden Propheten hatten die Bewohner der Erde gequält. Aber nach den dreieinhalb Tagen kam von Gott her wieder Lebensgeist in sie und sie standen auf. Da überfiel alle, die sie sahen, grosse Angst. Und sie hörten eine laute Stimme vom Himmel her rufen: Kommt herauf! Vor den Augen ihrer Feinde stiegen sie in der Wolke zum Himmel hinauf.

Zeugnis für Christen
Die beiden Zeugen repräsentieren die Christen (Gesalbte; vgl. Motiv Ölbaum), die in einer der Städte der Welt von der römischen Macht drangsaliert werden (wie Jesus gelitten hat). Ihr Zeugnis wird nämlich von der Welt als bedrohlich empfunden. Der Verfasser verheisst aber denen den Sieg, die dem Osterglauben treu bleiben. – Zeugen, die im Namen Christi dem Unrecht widerstehen, treten auch in unserer Zeit auf. (Frisque; Giessen)

Antwortpsalm

Psalm 144, 1.2.9–10
R: Gelobt sei der Herr, der mein Fels ist.

Gelobt sei der Herr, der mein Fels ist,
der meine Hände den Kampf gelehrt hat,
meine Finger den Krieg.

Du bist meine Huld und Burg,
meine Festung, mein Retter,
mein Schild, dem ich vertraue.
Er macht mir Völker untertan.

Ein neues Lied will ich, o Gott, dir singen,
auf der zehnsaitigen Harfe will ich dir spielen,
der du den Königen den Sieg verleihst
und David, deinen Knecht, errettest.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja, Halleluja. Wenn Gott offenbar wird, werden wir ihm ähnlich sein; wer dies erhofft, heiligt sich, wie er heilig ist. Halleluja.

Evangelium

Lk 20,27–40
Von der Auferstehung der Toten
Von den Sadduzäern, die die Auferstehung leugnen, kamen einige zu Jesus und fragten ihn: Meister, Mose hat uns vorgeschrieben: Wenn ein Mann, der einen Bruder hat, stirbt und eine Frau hinterlässt, ohne Kinder zu haben, dann soll sein Bruder die Frau heiraten und seinem Bruder Nachkommen verschaffen. Nun lebten einmal sieben Brüder. Der erste nahm sich eine Frau, starb aber kinderlos. Da nahm sie der zweite, danach der dritte und ebenso die anderen bis zum siebten; sie alle hinterliessen keine Kinder, als sie starben. Schliesslich starb auch die Frau. Wessen Frau wird sie nun bei der Auferstehung sein? Alle sieben haben sie doch zur Frau gehabt.

Da sagte Jesus zu ihnen: Nur in dieser Welt heiraten die Menschen. Die aber, die Gott für würdig hält, an jener Welt und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, werden dann nicht mehr heiraten. Sie können auch nicht mehr sterben, weil sie den Engeln gleich und durch die Auferstehung zu Söhnen Gottes geworden sind. Dass aber die Toten auferstehen, hat schon Mose in der Geschichte vom Dornbusch angedeutet, in der er den Herrn den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt. Er ist doch kein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn für ihn sind alle lebendig. Da sagten einige Schriftgelehrte: Meister, du hast gut geantwortet. Und man wagte nicht mehr, ihn etwas zu fragen.

Der Bund mit Lebenden
Die Sadduzäer anerkannten nur die Norm des „Gesetzes“, d.h. der fünf Bücher des Mose. Weil dort nichts über eine Auferstehung der Toten steht, wird sie von den Sadduzäern geleugnet und mit dem Beispiel von der mehrmals verwitweten Frau lächerlich gemacht. Jesus stellt richtig, dass die künftige Welt nicht einfach eine Weiterführung der diesseitigen Welt ist. Die künftige Wirklichkeit ist grösser. Jesus weist auf den Bund hin, den der „Gott der Lebenden“, wie es Mose bezeugt, mit seinen Erwählten geschlossen hat. Es ist nicht ein bloss provisorischer Bund, nicht ein Bund mit Leblosen. (vgl. Schott; Frique)

Fürbitten

Christus, du bist von den Toten auferstanden. Wir bitten dich:
Für alle Getauften: Stärke ihr Vertrauen auf ihren Taufbund.
Für die Diener des Wortes: Hilf ihnen, deine und unsere Auferstehung kraftvoll zu bezeugen.
Für die Eheleute: Erhalte sie in der gegenseitigen Treue und Liebe.
Für unsere Verstorbenen: Schenke ihnen ewiges Leben in deinem Licht.

Du Gott des Lebens. Stärke unsere Hoffnung durch das Geheimnis von Tod und Auferstehung deines Sohnes, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, beim Gedenken an die selige Jungfrau Maria hast du uns mit dem Brot des Himmels gestärkt. Lass uns einst mit Maria und allen Heiligen teilnehmen am Mahl des ewigen Lebens. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.