Gottes Wort
04.12.2019

Mittwoch der 1. Adventswoche

Beide Lesungen sprechen heute von einem Hunger nach Erfüllung. Direkt ist vom Hunger nach Brot und Speise die Rede. In Wirklichkeit ist der Mensch auf der Suche nach der Erfüllung einer tieferen Sehnsucht.

Kyrie

Christus, du hattest Mitleid mit hungernden Menschen. Herr, erbarme dich.
Du hast Brot in Fülle verteilen lassen. Christus, erbarme dich.
Du bereitest allen Völkern das himmlische Mahl. Herr, erbarme dich

Tagesgebet

Herr, unser Gott, bereite durch das Wirken deiner Gnade unser Herz, damit wir bei der Ankunft deines Sohnes würdig sind, am himmlischen Gastmahl teilzunehmen und aus seiner Hand die Speise des ewigen Lebens zu empfangen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Jes 25,6–10a
Festmahl auf dem Berg Zion – neue Hoffnung

Der Herr der Heere wird auf diesem Berg für alle Völker ein Festmahl geben mit den feinsten Speisen, ein Gelage mit erlesenen Weinen, mit den besten und feinsten Speisen, mit besten, erlesenen Weinen. Er zerreisst auf diesem Berg die Hülle, die alle Nationen verhüllt, und die Decke, die alle Völker bedeckt.

Er beseitigt den Tod für immer. Gott, der Herr, wischt die Tränen ab von jedem Gesicht. Auf der ganzen Erde nimmt er von seinem Volk die Schande hinweg. Ja, der Herr hat gesprochen.

An jenem Tag wird man sagen: Seht, das ist unser Gott, auf ihn haben wir unsere Hoffnung gesetzt, er wird uns retten. Das ist der Herr, auf ihn setzen wir unsere Hoffnung. Wir wollen jubeln und uns freuen über seine rettende Tat. Ja, die Hand des Herrn ruht auf diesem Berg.

Das messianische Festmahl der Völker auf dem Berg
Mit starken Bildern verheisst der Prophet eine Zukunft, in der die tiefsten Sehnsüchte des Menschen erfüllt werden. Hauptbild ist ein Festmahl der Völker auf dem Berg Gottes. Was wird damit verheissen? Eine frohe Gemeinschaft mit Gott, dem Gastgeber; eine festliche Gemeinschaft aller Völker, bei der auch die Sinne des Menschen auf ihre Rechnung kommen; eine Intimität mit Gott selber, weil der Tod ausgespielt hat und die Tränen abgewischt werden. – Christen denken hier an das eucharistische Mahl und an das himmlische Hochzeitsmahl.

Antwortpsalm

Psalm 23
R: Wohnen darf ich im Hause des Herrn für alle Zeiten.

Der Herr ist mein Hirte; nichts wird mir fehlen.
Er lässt mich lagern auf grünen Auen
und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
Er stillt mein Verlangen;
er leitet mich auf rechten Pfaden,
treu seinem Namen.

Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht,
ich fürchte kein Unheil;
denn du bist bei mir;
dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.

Du deckst mir den Tisch
vor den Augen meiner Feinde.
Du salbst mein Haupt mit Öl,
du füllst mir reichlich den Becher.

Lauter Güte und Huld werden mir folgen
mein Leben lang
und im Haus des Herrn
darf ich wohnen für lange Zeit.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Seht, der Herr wird kommen, um sein Volk zu retten. Selig, die bereit sind, ihm entgegen zu gehen. Halleluja.

Evangelium

Mt 15,29–37
Heilung vieler Kranken – Speisung der Viertausend
Jesus zog weiter und kam an den See von Galiläa. Er stieg auf einen Berg und setzte sich. Da kamen viele Menschen und brachten Lahme, Krüppel, Blinde, Stumme und viele andere Kranke zu ihm; sie legten sie vor ihn hin, und er heilte sie.

Als die Menschen sahen, dass Stumme plötzlich redeten, Krüppel gesund wurden, Lahme gehen und Blinde sehen konnten, waren sie erstaunt und priesen den Gott Israels.

Jesus rief seine Jünger zu sich und sagte: Ich habe Mitleid mit diesen Menschen; sie sind schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen. Ich will sie nicht hungrig wegschicken, sonst brechen sie unterwegs zusammen.

Da sagten die Jünger zu ihm: Wo sollen wir in dieser unbewohnten Gegend so viel Brot hernehmen, um so viele Menschen satt zu machen?

Jesus sagte zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Sie antworteten: Sieben, und noch ein paar Fische.

Da forderte er die Leute auf, sich auf den Boden zu setzen. Und er nahm die sieben Brote und die Fische, sprach das Dankgebet, brach die Brote und gab sie den Jüngern und die Jünger verteilten sie an die Leute. Und alle assen und wurden satt.

Dann sammelte man die übrig gebliebenen Brotstücke ein, sieben Körbe voll.

Zeichen einer besseren Zukunft
Matthäus deutet hier die Wunder Jesu als Zeichen dafür, dass mit Jesus eine neue Zeit anbricht. Gott will das Heil des ganzen Menschen: die Befreiung von Krankheiten; die Hilfe in aktuellen Sorgen und Nöten. Der Brothunger der Menschen lässt Jesus nicht kühl. – Jesus zeigt uns damit, dass Worte allein nicht die ganze Seelsorge ausmachen; persönliche Zuwendung, Gastfreundschaft, Leibsorge sind wichtig. Nehmen sich die Christen heute um soziale und karitative Aufgaben an oder überlassen das vorschnell staatlichen Institutionen?

Fürbitten

Christus, du weisst um körperliche und seelische Not.
Stille die Sehnsucht der Völker nach Nahrung für Leib und Seele.
Lindere die Belastung von Behinderten und stärke ihre Angehörigen.
Viele fühlen sich ihren Aufgaben nicht gewachsen: Schenke ihnen neue Hoffnung.
Mache uns dankbar für die Einladung zum Gastmahl an deinem Tisch.

Vater im Himmel, du willst, dass alle Menschen gerettet werden. Schenke allen deine väterliche Güte. Im Heiligen Geist. Durch Christus, unseren Herrn.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, komm durch dieses heilige Mahl uns schwachen Menschen zu Hilfe. Reinige uns von Schuld und mache uns bereit für das kommende Fest. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.