Gottes Wort
Montag
2
Dezember 2019

Gottes Wort
02.12.2019

Montag der 1. Adventswoche

Der „Advent (Ankunft) des Herrn“ ist eine Zeit des frohen Wartens und der Vorbereitung. Es geht in dieser Zeit um mehr als eine historische Reminiszenz. Wir erleben dieses Kommen neu. In den heutigen Lesungen hören wir eine alte Verheissung an Israel und die neue Erfüllung in Jesus.

Kyrie

Christus, du führst auf den Weg des Friedens. Herr, erbarme dich.
In deinem Licht gehen wir unseren Weg. Christus, erbarme dich.
Wir sind nicht würdig, dass du bei uns einkehrst. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Hilf uns, Gott, dass wir voll Freude in diesen Tagen die Ankunft deines Sohnes erwarten. Nimm alle Trägheit von uns und mache uns bereit, zu wachen und zu beten, damit uns Christus nicht schlafend findet, wenn er kommt und anklopft. Er, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Jes 2,1–5
Die Völkerwallfahrt

Das Wort, das Jesaja, der Sohn des Amoz, in einer Vision über Juda und Jerusalem gehört hat.

Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg mit dem Haus des Herrn steht fest gegründet als höchster der Berge; er überragt alle Hügel. Zu ihm strömen alle Völker. Viele Nationen machen sich auf den Weg. Sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs. Er zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen.

Denn von Zion kommt die Weisung des Herrn, aus Jerusalem sein Wort. Er spricht Recht im Streit der Völker, er weist viele Nationen zurecht. Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, und übt nicht mehr für den Krieg. Ihr vom Haus Jakob, kommt, wir wollen unsere Wege gehen im Licht des Herrn.

Die Völkerwallfahrt
Juda und Israel leiden unter einer schweren Krise. Jesaja erwartet die Rettung von einer neuen Gemeinschaft zwischen Gott und Menschen. Der Prophet zeichnet dafür das Bild eines neuen Tempels auf dem Berg des Herrn; dieses Bild kontrastiert mit dem Turmbau von Babel, der Menschenwerk war und die Sprachen der Völker verwirrte. Der Prophet überwindet den nationalen Partikularismus; er verheisst einen Weg nicht im Dunkeln, sondern „im Licht des Herrn“. Eine universale Wallfahrt der Völker führt zum Tempel des Herrn und zu einem universalen Frieden. – An Weihnachten werden Engel diesen Frieden verkünden.

Antwortpsalm

Psalm 122
R: Wie war ich froh, als man mir sagte: “Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern.“

Ich freute mich, als man mir sagte:
«Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern.»
Schon stehen wir in deinen Toren, Jerusalem:
Jerusalem, du starke Stadt,
dicht gebaut und fest gefügt.

Dorthin ziehen die Stämme hinauf,
die Stämme des Herrn,
wie es Israel geboten ist,
den Namen des Herrn zu preisen.
Denn dort stehen Throne bereit für das Gericht,
die Throne des Hauses David.

Erbittet für Jerusalem Frieden!
Wer dich liebt, sei in dir geborgen.
Friede wohne in deinen Mauern,
in deinen Häusern Geborgenheit.

Wegen meiner Brüder und Freunde
will ich sagen: In dir sei Friede.
Wegen des Hauses des Herrn, unseres Gottes,
will ich dir Glück erflehen.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Komm, Herr, und befreie uns. Lass dein Angesicht über uns leuchten, und wir sind gerettet. Halleluja.

Evangelium

Mt 8,5–11
Der Hauptmann von Kafarnaum
Als Jesus nach Kafarnaum kam, trat ein Hauptmann an ihn heran und bat ihn: Herr, mein Diener liegt gelähmt zu Hause und hat grosse Schmerzen.

Jesus sagte zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen.

Da antwortete der Hauptmann: Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund. Auch ich muss Befehlen gehorchen und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es.

Jesus war erstaunt, als er das hörte, und sagte zu denen, die ihm nachfolgten: Amen, das sage ich euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei niemand gefunden. Ich sage euch: Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen.

Heil für alle
Im Judentum wurde Jahwe fast eifersüchtig als Gott der eigenen Nation geliebt; er galt seltener als Gott aller Völker. Wer Jahwe fürchtet, muss alle Gesetzesvorschriften treu halten. – Jesus, selber Jude, bricht diese Vorstellungen auf. Er heilt den Diener eines Heiden. Er findet beim heidnischen Hauptmann mehr Glauben als im eigenen Volk, und er verheisst allen Völkern den Zugang in das Himmelreich.

Fürbitten

Christus, dein Wort macht uns gesund:
Wecke unter deinen Gläubigen das feste Vertrauen, dass du Seele und Leib heilst.
Führe die Völker zur gegenseitigen Achtung, zu Gewaltlosigkeit und zum Frieden.
Sende den Kranken und Einsamen verständnisvolle Helferinnen und Helfer.
Bewahre uns, unsere Angehörigen, Freunde und Wohltäter, vor Unglück und Not.

Gott des Lebens, dir gebührt alle Ehre, denn du befreist aus der Not. Hilf uns, im Advent unseres Herrn eifrig zu sein in deinem Dienst und einst zur ewigen Freude zu gelangen. Im Heiligen Geist, durch Christus unsern Herrn.

Schlussgebet

Herr unser Gott, du hast uns an deinem Tisch mit neuer Kraft gestärkt. Zeige uns den rechten Weg durch diese vergängliche Welt und lenke unseren Blick auf das Unvergängliche, damit wir in allem dein Reich suchen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.