Gottes Wort
Sonntag
17
November 2019

Gottes Wort
17.11.2019

33. Sonntag im Jahreskreis

Jesus hat seinen Jüngern nie rosige Tage vorausgesagt. Er spricht nüchtern von kommenden Prüfungen. Auch Paulus, der begeisterte Jünger des Auferstandenen, mahnt zu Ruhe und Arbeit. Und doch brennt in Paulus und jedem wahrhaft Glaubenden ein Feuer des Geistes, entzündet von der Ostersonne.

Kyrie

Christus, Sonne der Gerechtigkeit. Herr, erbarme dich.
Unser Meister und Herr. Christus, erbarme dich.
Du Anführer des Lebens. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Gott, du Urheber alles Guten, du bist unser Herr. Lass uns begreifen, dass wir frei werden, wenn wir uns deinem Willen unterwerfen, und dass wir die vollkommene Freude finden, wenn wir in deinem Dienst treu bleiben. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Mal 3,19–20b
Feuerofen – Sonne

Seht, der Tag kommt, er brennt wie ein Ofen: Da werden alle Überheblichen und Frevler zu Spreu und der Tag, der kommt, wird sie verbrennen, spricht der Herr der Heere. Weder Wurzel noch Zweig wird ihnen bleiben.

Für euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen

Die Krisis
Die Rückkehrer aus der babylonischen Gefangenschaft finden in Jerusalem, anders als erträumt, eine kritische Lage vor. Sie fragen sich, warum ihre Erwartungen sich nicht erfüllen. Sie sind versucht, in der heidnischen Umwelt mitzumachen. Der Prophet macht ihnen Mut. Es wird ein Gericht, eine Scheidung geben: ein Feuerofen für die Gottlosen, eine regenerierende „Sonne der Gerechtigkeit“ für die Treuen.

Antwortpsalm

Psalm 98,5–9
R: Der Herr kommt, um die Nationen nach Recht zu urteilen.

Spielt dem Herrn auf der Harfe,
auf der Harfe zu lautem Gesang!
Zum Schall der Trompeten und Hörner
jauchzt vor dem Herrn, dem König!

Es brause das Meer und alles, was es erfüllt,
der Erdkreis und seine Bewohner.
In die Hände klatschen sollen die Ströme,
die Berge sollen jubeln im Chor
vor dem Herrn, wenn er kommt,
um die Erde zu richten.

Er richtet den Erdkreis gerecht,
die Nationen so, wie es recht ist.

2. Lesung

2 Thess 3,7–12
Ein Ruf zur Nüchternheit

Ihr selbst wisst, wie man uns nachahmen soll. Wir haben bei euch kein unordentliches Leben geführt und bei niemand unser Brot umsonst gegessen; wir haben uns gemüht und geplagt, Tag und Nacht haben wir gearbeitet, um keinem von euch zur Last zu fallen.

Nicht als hätten wir keinen Anspruch auf Unterhalt; wir wollten euch aber ein Beispiel geben, damit ihr uns nachahmen könnt. Denn als wir bei euch waren, haben wir euch die Regel eingeprägt: Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.

Wir hören aber, dass einige von euch ein unordentliches Leben führen und alles Mögliche treiben, nur nicht arbeiten. Wir ermahnen sie und gebieten ihnen im Namen Jesu Christi, des Herrn, in Ruhe ihrer Arbeit nachzugehen und ihr selbst verdientes Brot zu essen.

Ein nüchterner Rat
Manche Christen von Thessalonich schwärmen von der baldigen Wiederkunft Christi. Sie wollen nicht mehr arbeiten, sondern von milden Gaben leben. Paulus mahnt entschieden zu einer Ordnung, die der Menschenwürde entspricht: Arbeit zum eigenen Lebensunterhalt. Er weist auf sein eigenes Beispiel hin.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja, Halleluja. Richtet euch auf, und erhebt euer Haupt; denn eure Erlösung ist nahe. Halleluja.

Evangelium

Lk 21,5–19
Zerstörung des Tempels – Künftige Prüfungen
Als einige darüber sprachen, dass der Tempel mit schönen Steinen und Weihegeschenken geschmückt sei, sagte Jesus: Es wird eine Zeit kommen, da wird von allem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem andern bleiben; alles wird niedergerissen werden.

Sie fragten ihn: Meister, wann wird das geschehen und an welchem Zeichen wird man erkennen, dass es beginnt?

Er antwortete: Gebt Acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es!, und: Die Zeit ist da. – Lauft ihnen nicht nach!

Und wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, lasst euch dadurch nicht erschrecken! Denn das muss als erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort.

Dann sagte er zu ihnen: Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere. Es wird gewaltige Erdbeben und an vielen Orten Seuchen und Hungersnöte geben; schreckliche Dinge werden geschehen und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen.

Aber bevor das alles geschieht, wird man euch festnehmen und euch verfolgen. Man wird euch um meines Namens willen den Gerichten der Synagogen übergeben, ins Gefängnis werfen und vor Könige und Statthalter bringen.

Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können. Nehmt euch fest vor, nicht im voraus für eure Verteidigung zu sorgen; denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, sodass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können. Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern und manche von euch wird man töten. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden.

Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden. Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.

Bewährung in kommenden Prüfungen
Jesus war beeindruckt vom „Scherflein der armen Witwe“, und von der Demut des Zachäus, nicht aber von den Quadern oder dem Gold des Tempels. Dieser ist für ihn nicht nur reformbedürftig, sondern hinfällig. Für jüdische Ohren eine Katastrophe. – Jesus erklärt nun, dass Katatrophen (in der Natur oder wegen menschlicher Gewalt) quasi–„normal“ auftreten. Wir sollen stets „standhaft“ bleiben (hypome), also aushalten, den „längeren Atem“ (des Geistes) bewahren. – Nach dem Zeitpunkt gefragt antwortet Jesus nicht direkt, sondern warnt vor Pseudoproheten und mahnt, unserer fragilen Existenz bewusst zu bleiben. – Gerade in der schwersten Bedrängnis (Verfolgung, Gericht…) wird uns Gott beistehen. Obwohl Jesus von schweren Krisen spricht, spendet er Trost: „kein Haar gekrümmt“! Welcher Kontrast! In dieser Darstellung zeigt sich der Osterglaube. Der Geist des Auferstandenen wird in die Zukunft führen. (vgl. Beate Kowalski, www.perikopen.de)

Fürbitten

Christus, du Sonne der Gerechtigkeit. Wir bitten dich:
Für alle Getauften: Schenke ihnen Licht, wenn die Welt um sie dunkel ist.
Für alle, die schwer geprüft werden: Lass ihnen die Sonne einer neuen Hoffnung aufgehen.
Für alle, die sich vor dem Sterben fürchten: Schenke ihnen Gelassenheit und Vertrauen.
Für alle, die ohne Heimat oder Arbeit sind: Zeige ihnen einen Weg in die Zukunft.
Für uns selber: Lass uns nicht gedankenlos oder arbeitsscheu durch das Leben gehen.
Für unsere Verstorbenen: Schenke ihnen ewiges Leben in deinem Licht.

Christus, du Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf in unsrer Zeit, damit wir den Weg in deine Zukunft finden. So bitten wir im Heiligen Geist durch Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, wir haben den Auftrag deines Sohnes erfüllt und sein Gedächtnis begangen. Die heilige Gabe, die wir in dieser Feier empfangen haben, helfe uns, dass wir in der Liebe zu dir und unseren Brüdern und Schwestern Christus nachfolgen, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.