Gottes Wort
Sonntag
29
September 2019

Gottes Wort
29.09.2019

Hl. Michael, hl. Gabriel und hl. Rafael

Michael (Wer ist wie Gott?) erscheint als Kämpfer gegen den Satan, als Beschützer der Freunde Gottes und des ganzen Volkes Gottes.

Gabriel (Kraft Gottes), einer der Geister, die vor Gott stehen, verkündet die Pläne Gottes, so die Geburt Johannes des Täufers und Jesu.

Rafael (Gott hat geheilt) steht ebenfalls vor Gott; Rafael begleitet Tobias auf einem schwierigen Weg und heilt seinen kranken Vater.

Aus dem Weihefest der Michaelskirche an der Via Salaria in Rom entstand das heutige Fest der Erzengel und aller heiligen Engel. In der Bibel wird oft, wenn auch unterschiedlich von den Engeln gesprochen; sie erfüllen Dienste vor Gott und in seinem Auftrag. Im nizänischen Glaubensbekenntnis wird Gott als Schöpfer auch der „unsichtbaren“ Kreaturen bezeichnet. Im Hochgebet jeder Messfeier kommt zum Ausdruck, dass unsere Eucharistie im Verein mit den Engeln und den Heiligen gefeiert wird. Im Alltag dürfen wir uns „von guten Mächten wunderbar geborgen“ (Bonhoeffer) wissen.

Kyrie

Christus, Engel haben deine Geburt angekündigt. Herr, erbarme dich.
Engel begleiteten dich auf dem Weg des Lebens und Leidens. Christus, erbarme dich.
Engel kündeten deine Auferstehung und Himmelfahrt. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Gott, du ordnest alles mit Macht und Weisheit; Engeln und Menschen teilst du ihre Dienste zu. Gib, dass die Macht des Bösen nicht überhand nimmt, sondern sende deine heiligen Engel, die im Himmel vor dir stehen, in diese Welt, damit sie uns vor allem Unheil schützen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Dan 7,9–10.13–14
Vision Gottes und des Menschensohnes

Ich, Daniel, sah immer noch hin; da wurden Throne aufgestellt, und ein Hochbetagter nahm Platz. Sein Gewand war weiss wie Schnee, sein Haar wie reine Wolle. Feuerflammen waren sein Thron, und dessen Räder waren loderndes Feuer. Ein Strom von Feuer ging von ihm aus. Tausendmal Tausende dienten ihm, zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht nahm Platz, und es wurden Bücher aufgeschlagen. Immer noch hatte ich die nächtlichen Visionen: Da kam mit den Wolken des Himmels einer wie ein Menschensohn. Er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn geführt. Ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben. Alle Völker, Nationen und Sprachen müssen ihm dienen. Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft. Sein Reich geht niemals unter.

Der Menschensohn in der Herrlichkeit Gottes und seiner Engel
Nach dem Buch Daniel müssen die Mächtigen der Welt zurückweichen vor dem „Menschensohn“. Bei Daniel ist er mehr als eine Einzelgestalt; er verkörpert eine Vielzahl, also das Volk oder die Menschheit. Er ist umgeben von den Mächten des göttlichen Lichtes. – Jesus bezeichnet sich gern als „Menschensohn“. Er wird wiederkommen in der Herrlichkeit des Vaters und der heiligen Engel.

Antwortpsalm

Psalm 138,1–5
R: Vor den Engeln will ich dir singen, Herr.

Ich will dir danken aus ganzem Herzen,
dir vor den Engeln singen und spielen;
ich will mich niederwerfen zu deinem heiligen Tempel hin

Deinem Namen will ich danken für deine Huld und Treue.
Denn du hast die Worte meines Mundes gehört,
deinen Namen und dein Wort über alles verherrlicht.
Du hast mich erhört an dem Tag, als ich rief;
du gabst meiner Seele grosse Kraft.

Dich sollen preisen, Herr, alle Könige der Welt,
wenn sie die Worte deines Mundes vernehmen.
Sie sollen singen von den Wegen des Herrn;
denn gross ist die Herrlichkeit des Herrn.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Lobet den Herrn, ihr seine Engel, ihr seine Diener, die seinen Willen vollziehen. Halleluja.

Evangelium

Joh 1,47–51
Engel über dem Menschensohn
Jesus sah Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Grösseres sehen. Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.

Natanael sieht mit neuen Augen
Natanael sass wie ein weiser Gesetzeslehrer unter einem Feigenbaum. Jesus lädt ihn ein, seinen Blick zu weiten, also über die Menschheit Jesu hinaus zu schauen auf seine Messianität und von da, über das österliche „Absteigen und Aufsteigen“, aufzublicken zum Sohn Gottes. So wird Natanael zum wahren Israeliten, vergleichbar dem Patriarchen Jakob (Leiter!). – Auch für uns bringt das Ostergeheimnis die entscheidende Wende unserer Sicht.

Fürbitten

Christus, du sendest die heiligen Engel zum Dienst am Heil der Menschen:
Sende den Erzengel Michael zum Schutz deiner Kirche.
Sende den Erzengel Gabriel, um die Verkünder der Frohbotschaft zu stärken.
Sende den Erzengel Rafael, damit er den Kranken und den Leidenden beistehe.
Sende Engel des Friedens zu allen Völkern und in unsere Heimat.

Herr Jesus Christus, gib, dass deine heiligen Engel uns beistehen, damit wir auf dem Weg des Heils vertrauensvoll voranschreiten. Darum bitten wir im Heiligen Geist, durch Christus, unseren Herrn.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, du hast uns mit dem Brot des Himmels gestärkt. Lass uns in der Kraft dieser Speise und unter dem Schutz der heiligen Engel auf dem Weg des Heils voranschreiten. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.