Gottes Wort
Samstag
4
April 2020

Gottes Wort
04.04.2020

Samstag der 5. Fastenwoche

Ohne Hoffnung können wir weder leben noch mit Vertrauen in die Zukunft gehen. Beide Lesungen wecken heute Hoffnung. Ezechiel zeichnet eine Vision der Erneuerung Israels. Das Evangelium berichtet von einer Sitzung, bei der ungewollt prophetische Worte über den inneren Sinn des Sterbens Jesu fallen: Er stirbt um sein Volk zu einer neuen Einheit zu führen.

Kyrie

Christus, du bist für dein Volk gestorben. Herr, erbarme dich.
Du sammelst dein Volk in einem neuen Bund. Christus, erbarme dich.
Du regierst vom Kreuz aus als König. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Barmherziger Gott, du wirkst das Heil der Menschen zu jeder Zeit; in diesen Tagen aber bist du uns besonders nahe. Trage Sorge für dein Volk, schütze die Getauften und alle, die sich auf die Taufe vorbereiten. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Ez 37,21–28
Die Wiedervereinigung Israels und Judas

So spricht Gott, der Herr: Ich hole die Israeliten aus den Völkern heraus, zu denen sie gehen mussten; ich sammle sie von allen Seiten und bringe sie in ihr Land. Ich mache sie in meinem Land, auf den Bergen Israels, zu einem einzigen Volk. Sie sollen alle einen einzigen König haben.

Sie werden nicht länger zwei Völker sein und sich nie mehr in zwei Reiche teilen. Sie werden sich nicht mehr unrein machen durch ihre Götzen und Gräuel und durch all ihre Untaten. Ich befreie sie von aller Sünde, die sie in ihrer Untreue begangen haben, und ich mache sie rein. Dann werden sie mein Volk sein und ich werde ihr Gott sein.

Mein Knecht David wird ihr König sein und sie werden alle einen einzigen Hirten haben. Sie werden nach meinen Rechtsvorschriften leben und auf meine Gesetze achten und sie erfüllen.

Sie werden in dem Land wohnen, das ich meinem Knecht Jakob gegeben habe und in dem ihre Väter gewohnt haben. Sie und ihre Kinder und Kindeskinder werden für immer darin wohnen und mein Knecht David wird für alle Zeit ihr Fürst sein.

Ich schliesse mit ihnen einen Friedensbund; es soll ein ewiger Bund sein. Ich werde sie zahlreich machen. Ich werde mitten unter ihnen für immer mein Heiligtum errichten und bei ihnen wird meine Wohnung sein. Ich werde ihr Gott sein und sie werden mein Volk sein. Wenn mein Heiligtum für alle Zeit in ihrer Mitte ist, dann werden die Völker erkennen, dass ich der Herr bin, der Israel heiligt.

Wiederherstellung des Landes
Ezechiel ist der Prophet einer Restaurierung. Die Israeliten werden (einzeln) von allen Seiten her in das Land zurückkehren. Der Prophet erwartet für die Zukunft die Einheit des Volkes, unter einem davidischen Hirten, in einem neuen Friedensbund, mit einem erneuerten Heiligtum. Die Erneuerung des Landes ist aber nicht von der Politik zu erwarten, sondern von der religiösen Läuterung.

Antwortpsalm

Jer 31,10–13
Canticum des Jeremia

R: Der Herr wird uns hüten wie ein Hirt seine Herde.

Hört, ihr Völker, das Wort des Herrn,
verkündet es auf den fernsten Inseln und sagt:
Er, der Israel zerstreut hat, wird es auch sammeln
und hüten wie ein Hirt seine Herde.

Denn der Herr wird Jakob erlösen
und ihn befreien aus der Hand des Stärkeren.
Sie kommen und jubeln auf Zions Höhe,
sie strahlen vor Freude über die Gaben des Herrn.

Dann freut sich das Mädchen beim Reigentanz,
Jung und Alt sind fröhlich.
Ich verwandle ihre Trauer in Jubel,
tröste und erfreue sie nach ihrem Kummer.

Ruf vor dem Evangelium

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir! Werft alle Vergehen von euch, die ihr verübt habt! Schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist! Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

Evangelium

Joh 11,45–57
Tötungsbeschluss des Hohen Rates – Das prophetische Wort des Hohenpriesters – Erneute Flucht Jesu
Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn. Aber einige von ihnen gingen zu den Pharisäern und berichteten ihnen, was er getan hatte.

Da beriefen die Hohenpriester und die Pharisäer eine Versammlung des Hohen Rates ein. Sie sagten: Was sollen wir tun? Dieser Mensch tut viele Zeichen. Wenn wir ihn gewähren lassen, werden alle an ihn glauben. Dann werden die Römer kommen und uns die heilige Stätte und das Volk nehmen. Einer von ihnen, Kajaphas, der Hohepriester jenes Jahres, sagte zu ihnen: Ihr versteht überhaupt nichts. Ihr bedenkt nicht, dass es besser für euch ist, wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht.

Das sagte er nicht aus sich selbst; sondern weil er der Hohepriester jenes Jahres war, sagte er aus prophetischer Eingebung, dass Jesus für das Volk sterben werde. Aber er sollte nicht nur für das Volk sterben, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln. Von diesem Tag an waren sie entschlossen, ihn zu töten.
Jesus bewegte sich von nun an nicht mehr öffentlich unter den Juden, sondern zog sich von dort in die Gegend nahe der Wüste zurück, an einen Ort namens Efraim. Dort blieb er mit seinen Jüngern.

Das Paschafest der Juden war nahe und viele zogen schon vor dem Paschafest aus dem ganzen Land nach Jerusalem hinauf, um sich zu heiligen. Sie fragten nach Jesus und sagten zueinander, während sie im Tempel zusammenstanden: Was meint ihr? Er wird wohl kaum zum Fest kommen. Die Hohenpriester und die Pharisäer hatten nämlich, um ihn festnehmen zu können, angeordnet: Wenn jemand weiss, wo er sich aufhält, soll er es melden.

Äussere Faktoren und innerer Sinn des Todes Jesu
Jesu Wirken führt einige zum Glauben, steigert aber auch die Feindseligkeit anderer. Nun versammelt sich der Sanhedrin. Der Hohepriester Kajaphas argumentiert opportunistisch. So kommt es zum Tötungsbeschluss. Doch der Evangelist liest aus seinen Worten eine Prophetie über den Sinn des bevorstehenden Todes Jesu. Dieser wird für sein Volk sterben. So entsteht ein neu geeintes Volk.

Fürbitten

Christus, guter Hirt. Wir bitten dich:
Für die Verantwortlichen der Kirchen: Stärke ihr Vertrauen in die Kraft deines Kreuzes.
Für alle Getauften: Erneuere ihre Sehnsucht nach der Einheit deiner Kirche.
Für die Völker der Erde: Führe sie zur friedlichen Zusammenarbeit.
Für uns alle: Erneuere in der kommenden Woche unseren guten Willen.

Gütiger Gott, dein Sohn ist für uns gestorben und auferstanden. Erneuere Hoffnung und Vertrauen deines Volkes. Im Heiligen Geist, durch Christus, unseren Herrn.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott, in der heiligen Opferfeier nährst du deine Gläubigen mit dem Leib und dem Blut deines Sohnes. Gib uns durch dieses Sakrament auch Anteil am göttlichen Leben. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.