Gottes Wort
Mittwoch
28
Juli 2021

Gottes Wort
28.07.2021

Mittwoch der 17. Woche im Jahreskreis

Gottes Geheimnis ist grösser als unsere Begriffe. Manche wollen den Geheimnissen Gottes auf die Spur kommen über Horoskope, oder sie möchten Gott zum Eingreifen nötigen über Amulette und Zaubereien. Doch die Heiligkeit Gottes darf nicht materialisiert werden. Gott vermittelt das Geheimnis seines „Reiches“ durch die von ihm bestimmten Mittler, nämlich die Person des Mose und zuletzt die Person Christi, dann durch die Kirche Christi (eine Personengemeinschaft), durch ihr Wort und Sakrament, in denen wir Christus persönlich begegnen.

Kyrie

Christus, von deinem Antlitz strahlt göttliches Licht. Herr, erbarme dich.
Du bist ein Schatz, dem wir nichts vorziehen. Christus, erbarme dich.
Du stellst uns Gottes Reich als wertvolle Perle vor. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Gütiger Gott, du bist das Leben der Gläubigen, der Reichtum der Armen, die Freude der Auserwählten. Wir sehnen uns nach deinen Verheissungen. Stärke unsere Hoffnung und schenke uns überreiche Erfüllung. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Ex 34,29–34
Mose strahlt

Als Mose vom Sinai herunterstieg, hatte er die beiden Tafeln der Bundesurkunde in der Hand. Während Mose vom Berg herunterstieg, wusste er nicht, dass die Haut seines Gesichtes Licht ausstrahlte, weil er mit dem Herrn geredet hatte. Als Aaron und alle Israeliten Mose sahen, strahlte die Haut seines Gesichtes Licht aus und sie fürchteten sich, in seine Nähe zu kommen. Erst als Mose sie rief, kamen Aaron und alle Sippenhäupter der Gemeinde zu ihm zurück und Mose redete mit ihnen. Dann kamen alle Israeliten herbei und er übergab ihnen alle Gebote, die der Herr ihm auf dem Sinai mitgeteilt hatte. Als Mose aufhörte, mit ihnen zu reden, legte er über sein Gesicht einen Schleier. Wenn Mose zum Herrn hineinging, um mit ihm zu reden, nahm er den Schleier ab, bis er wieder herauskam. Wenn er herauskam, trug er den Israeliten alles vor, was ihm aufgetragen worden war. Wenn die Israeliten das Gesicht des Mose sahen und merkten, dass die Haut seines Gesichtes Licht ausstrahlte, legte er den Schleier über sein Gesicht, bis er wieder hineinging, um mit dem Herrn zu reden.

Mose als Mittler zwischen Gott und Volk
Mose, Mittler zwischen Gott und seinem Volk, kommt vom Berg zurück und spricht zum Volk. Er macht einen gewaltigen Eindruck. Die Überlieferung spricht von seinem nach der Begegnung mit Gott „strahlenden“ Gesicht, einem Abglanz des göttlichen Lichtes, der göttlichen Heiligkeit. (Eine falsche Übersetzung führte dazu, dass man das Gesicht des Mose während Jahrhunderten mit „Hörnchen“ malte.) Im Alten Orient verdeckten Priester bei kultischen Funktionen das Gesicht (mit einer Kultmaske od. ähnlich); Mose bedeckt sich umgekehrt im profanen Bereich. – Im Neuen Testament wird Jesus Mittler des neuen Bundes und Abglanz der göttlichen Herrlichkeit heissen.

Antwortpsalm

Psalm 99,2.5–9
R: Heilig bist du, Herr unser Gott.

Gross ist der Herr auf Zion,
über alle Völker erhaben.
Rühmt den Herrn, unseren Gott;
werft euch am Schemel seiner Füsse nieder!
Denn er ist heilig.

Mose und Aaron sind unter seinen Priestern,
Samuel unter denen, die seinen Namen anrufen;
sie riefen zum Herrn und er hat sie erhört.
Aus der Wolkensäule sprach er zu ihnen;
seine Gebote hielten sie,
die Satzung, die er ihnen gab.

Herr, unser Gott, du hast sie erhört;
du warst ihnen ein verzeihender Gott,
aber du hast ihre Frevel vergolten.
Rühmt den Herrn, unsern Gott,
werft euch nieder an seinem heiligen Berge!
Denn heilig ist der Herr, unser Gott.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Ich habe euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteit, was ich gehört habe von meinem Vater. Halleluja.

Evangelium

Mt 13,44–46
Die Gleichnisse vom Schatz und von der Perle
Jesus sprach zu der Menge: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besass, und kaufte den Acker. Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besass, und kaufte sie.

Gleichnisse für die Welt Gottes
Jesu kurzen Gleichnisse vom Schatz und von der Perle zeigen, dass es in unserem Leben Gnadenstunden geben kann, in denen uns plötzlich ein Licht aufgeht. Wir vermögen plötzlich in andern Personen und ihrem Tun und Lassen ein Geschenk zu erkennen, während wir vorher achtlos vorbei gingen oder uns über andere und anderes hinwegsetzten. Das Evangelium mahnt uns, offene Augen und ein offenes Herz zu haben für Gottes neue Welt, besonders für das Geheimnis seiner Liebe (das „Himmelreich“), das uns in seiner Selbsthingabe für die Brüder und Schwestern offenbar wird und das wir um keinen Preis verpassen dürfen.

Fürbitten

Herr, Jesus Christus, du verweist uns auf deinen verborgenen Schatz. Wir bitten dich:
Für alle, die in der Seelsorge den verborgenen Wert der Welt Gottes aufzeigen. Begleite sie.
Für unser Land, dass es Frieden, Freiheit und Solidarität hoch schätzt.
Für alle, die sich nach einem erfüllten Leben sehnen, dass sie bei dir Orientierung finden.
Für uns selber, dass wir ein Gespür haben für Gnadenstunden.

Herr, Jesus Christus, du schenkst uns Anteil an deinem Licht und deinem Leben. Dich preisen wir, jetzt und in Ewigkeit.

Schlussgebet

Herr, unser Gott, wir haben das Gedächtnis des Leidens Christi gefeiert und das heilige Sakrament empfangen. Was uns dein Sohn in unergründlicher Liebe geschenkt hat, das werde uns nicht zum Gericht, sondern bringe uns das ewige Heil. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn.