Gottes Wort
Samstag
31
Oktober 2020

Gottes Wort
31.10.2020

Samstag der 30. Woche im Jahreskreis

Im Evangelium warnt Jesus vor der Überheblichkeit. Im Philipperbrief zeigt sich, dass Paulus diese Lektion seines Meisters verstanden und in die Tat umgesetzt hat.

Kyrie

Christus, du hast dich selbst erniedrigt, bis zum Tod am Kreuz. Herr, erbarme dich.
Du bist erhöht worden zu Rechten des Vaters. Christus, erbarme dich.
Du lädst uns zum himmlischen Gastmahl. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Allmächtiger, ewiger Gott, du hast die selige Jungfrau Maria allen zur Helferin gegeben, die sie vertrauensvoll anrufen: Hilf uns auf ihre Fürsprache, standhaft zu sein im Glauben, unerschütterlich in der Hoffnung und beharrlich in der Liebe. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes, mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Phil 1,18b–26
Der Primat der Verkündigung

Auf jede Weise, ob in unlauterer oder lauterer Absicht, wird Christus verkündigt und darüber freue ich mich. Aber ich werde mich auch in Zukunft freuen. Denn ich weiss: Das wird zu meiner Rettung führen durch euer Gebet und durch die Hilfe des Geistes Jesu Christi. Darauf warte und hoffe ich, dass ich in keiner Hinsicht beschämt werde, dass vielmehr Christus in aller Öffentlichkeit – wie immer, so auch jetzt – durch meinen Leib verherrlicht wird, ob ich lebe oder sterbe.

Denn für mich ist Christus das Leben und Sterben Gewinn. Wenn ich aber weiterleben soll, bedeutet das für mich fruchtbare Arbeit. Was soll ich wählen? Ich weiss es nicht. Es zieht mich nach beiden Seiten: Ich sehne mich danach, aufzubrechen und bei Christus zu sein – um wie viel besser wäre das! Aber euretwegen ist es notwendiger, dass ich am Leben bleibe. Im Vertrauen darauf weiss ich, dass ich bleiben und bei euch allen ausharren werde, um euch im Glauben zu fördern und zu erfreuen, damit ihr euch in Christus Jesus umso mehr meiner rühmen könnt, wenn ich wieder zu euch komme.

Nicht unersetzlich, aber dienstbereit
Paulus freut sich, wenn nur immer Christus verkündet wird. Er hält sich nicht dabei auf, wenn andere in einigen Fällen aus unlauteren Motiven ebenfalls Christus verkünden. Paulus ist bereit sich mit Leib und Leben für Christus einzusetzen. Selber hält er sich nicht für unentbehrlich. Der eigene Tod würde ihn zur Freude der vollen Christusgemeinschaft führen. Der Apostel ist aber zum ganzen Einsatz für die Verkündigung des Evangeliums Christi bereit: das geht vor. Paulus ist von Herzen und uneigennützig ein Diener des Herrn.

Antwortpsalm

Psalm 42,2–5
R: Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.

Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser,
so lechzt meine Seele, Gott, nach dir.

Meine Seele dürstet nach Gott,
nach dem lebendigen Gott.
Wann darf ich kommen
und Gottes Antlitz schauen?

Das Herz geht mir über, wenn ich daran denke:
wie ich zum Haus Gottes zog in festlicher Schar,
mit Jubel und Dank in feiernder Menge.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Meine Seele preist die Grösse des Herrn. Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Halleluja.

Evangelium

Lk 14,1.7–11
Mahnung zur Bescheidenheit
Als Jesus an einem Sabbat in das Haus eines führenden Pharisäers zum Essen kam, beobachtete man ihn genau.
Als er bemerkte, wie sich die Gäste die Ehrenplätze aussuchten, nahm er das zum Anlass, ihnen eine Lehre zu erteilen. Er sagte zu ihnen: Wenn du zu einer Hochzeit eingeladen bist, such dir nicht den Ehrenplatz aus. Denn es könnte ein anderer eingeladen sein, der vornehmer ist als du, und dann würde der Gastgeber, der dich und ihn eingeladen hat, kommen und zu dir sagen: Mach diesem hier Platz! Du aber wärst beschämt und müsstest den untersten Platz einnehmen. Wenn du also eingeladen bist, setz dich lieber, wenn du hinkommst, auf den untersten Platz; dann wird der Gastgeber zu dir kommen und sagen: Mein Freund, rück weiter hinauf! Das wird für dich eine Ehre sein vor allen anderen Gästen.

Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Vom Platz beim Gastmahl und von den Einladungen
Jesus ist bei einem vornehmen Pharisäer zu Gast. Er steht ihm und den andern Pharisäern nahe. Als geladener Gast erhält er, wie üblich, das Wort. Statt aber, wie üblich, ein paar unverbindliche Freundlichkeiten zu äussern, spricht Jesus ungescheut und offen zum Thema Herablassung. Er warnt vor der Selbstüberschätzung, denn vor Gott darf man sich selber nicht wichtig nehmen.

Fürbitten

Christus, unser Heiland:
Du hast den Dienst des Paulus angenommen. Stärke alle, die dem Wort dienen, ob jung oder alt.
Du hast nicht für die Mächtigen Partei genommen. Hilf der Kirche, für die Armen einzutreten.
Du begegnest uns in den Geringsten. Wecke unter den Getauften uneigennützige Dienstbereitschaft.
Du schaust nicht auf das Äussere, sondern auf das Herz. Schenke uns selber ein lauteres Herz.

Barmherziger Gott, du hast deinen Sohn gesandt, damit er, geboren von der Jungfrau Maria, unser Bruder werde und uns erlöse. Wir danken dir und preisen dich, im Heiligen Geist, durch Christus, unseren Herrn.

Schlussgebet

Gott, du bist deiner Kirche auf vielfältige Weise nahe. Wir danken dir für das empfangene Sakrament und bitten dich: Lass uns unter dem Schutz der Jungfrau Maria in unserem irdischen Leben der Lehre des Glaubens folgen und im Himmel zur Schau deiner Herrlichkeit gelangen. Das gewähre uns durch Christus, unseren Herrn.