Gottes Wort
Mittwoch
20
November 2019

Gottes Wort
20.11.2019

Mittwoch der 33. Woche im Jahreskreis

Wofür engagieren wir uns? Die jüdischen Märtyrer der ersten Lesung engagieren sich in einer Gewissensfrage mit ihrem Leben für die Treue zu Gott. Im Evangelium fordert Jesus zu einem überlegten und aktiven Einsatz und warnt vor der Risikoscheu. Es genügt nicht abwartend vom grossen Los zu träumen.

Kyrie

Christus, du vertraust uns Talente und Gaben an. Herr, erbarme dich.
Du willst, dass unser Leben Frucht trägt. Christus, erbarme dich.
Du bist selber der Lohn aller, die dir dienen. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Gott, du hast der Welt das Evangelium geschenkt, damit es sie wie ein Sauerteig durchdringe. Sei allen Christen nahe, die du berufen hast, ein Leben mitten in der Welt zu führen. Schenke ihnen den wahren christlichen Geist, damit sie durch die rechte Erfüllung ihrer weltlichen Aufgaben am Aufbau deines Reiches mitarbeiten. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

2 Makk 7,1.20–31
Das Martyrium der sieben Brüder und ihrer Mutter

Es geschah, dass man sieben Brüder mit ihrer Mutter festnahm. Der König wollte sie zwingen, entgegen dem göttlichen Gesetz Schweinefleisch zu essen, und liess sie darum mit Geisseln und Riemen peitschen.

Die Mutter war überaus bewundernswert und sie hat es verdient, dass man sich an sie mit Hochachtung erinnert. An einem einzigen Tag sah sie nacheinander ihre sieben Söhne sterben und ertrug es tapfer, weil sie dem Herrn vertraute. In edler Gesinnung stärkte sie ihr weibliches Gemüt mit männlichem Mut, redete jedem von ihnen in ihrer Muttersprache zu und sagte: Ich weiss nicht, wie ihr in meinem Leib entstanden seid, noch habe ich euch Atem und Leben geschenkt; auch habe ich keinen von euch aus den Grundstoffen zusammengefügt. Nein, der Schöpfer der Welt hat den werdenden Menschen geformt, als er entstand; er kennt die Entstehung aller Dinge. Er gibt euch gnädig Atem und Leben wieder, weil ihr jetzt um seiner Gesetze willen nicht auf euch achtet. Antiochus aber glaubte, sie verachte ihn, und er hatte den Verdacht, sie wolle ihn beschimpfen. Nun war nur noch der Jüngste übrig. Auf ihn redete der König nicht nur mit guten Worten ein, sondern versprach ihm unter vielen Eiden, ihn reich und sehr glücklich zu machen, wenn er von der Lebensart seiner Väter abfalle; auch wolle er ihn zu seinem Freund machen und ihn mit hohen Staatsämtern betrauen. Als der Junge nicht darauf einging, rief der König die Mutter und redete ihr zu, sie solle dem Knaben doch raten, sich zu retten. Erst nach langem Zureden willigte sie ein, ihren Sohn zu überreden. Sie beugte sich zu ihm nieder, und den grausamen Tyrannen verspottend, sagte sie in ihrer Muttersprache: Mein Sohn, hab Mitleid mit mir! Neun Monate habe ich dich in meinem Leib getragen, ich habe dich drei Jahre gestillt, dich ernährt, erzogen und für dich gesorgt, bis du nun so gross geworden bist. Ich bitte dich, mein Kind, schau dir den Himmel und die Erde an; sieh alles, was es da gibt, und erkenne: Gott hat das aus dem Nichts erschaffen und so entstehen auch die Menschen. Hab keine Angst vor diesem Henker, sei deiner Brüder würdig und nimm den Tod an! Dann werde ich dich zur Zeit der Gnade mit deinen Brüdern wiederbekommen. Kaum hatte sie aufgehört, da sagte der Junge: Auf wen wartet ihr? Dem Befehl des Königs gehorche ich nicht; ich höre auf den Befehl des Gesetzes, das unseren Vätern durch Mose gegeben wurde. Du aber, der sich alle diese Bosheiten gegen die Hebräer ausgedacht hat, du wirst Gottes Händen nicht entkommen.

An die Auferstehung glauben
Die Judenverfolgung im 2. Jh. v. Chr. führte zu Martyrien. Die Juden glauben an die schöpferische Kraft Gottes und an seine Barmherzigkeit. Daher ihr Glaube: Gott wird Verfolgte, die ihr Leben für ihn dahin gegeben haben, mit einem neuen Leben beschenken. Der Auferstehungsglaube ist also nicht eine blosse Idee, sondern eine konkrete Hoffnung. Die Mutter tritt als Lehrerin auf, ähnlich der jüngste Sohn. Erstmals wird die „Schöpfung aus dem Nichts“ erwähnt. – Das Gedächtnis der sieben jüdischen Brüder und ihrer Mutter wurde auch von den Christen begangen. Die christlichen Märtyrer wurden von den Heiden oft als Fanatiker hingestellt, weil sie in Glaubensfragen keine Kompromisse eingingen. Die Verantwortlichen lehnten aber den Übereifer jener ab, die sich selber zum Martyrium drängten. Zurückhaltung ist auch in zeitbedingten Fragen geboten.

Antwortpsalm

Psalm 17,1–2.5–6.8.15
R: Dein Angesicht werde ich schauen, wenn ich erwache.

Höre, Herr, die gerechte Sache,
achte auf mein Flehen,
vernimm mein Gebet von Lippen ohne Falsch!
Von deinem Angesicht ergehe mein Urteil;
denn deine Augen sehen, was recht ist.

Auf dem Weg deiner Gebote gehn meine Schritte,
meine Füsse wanken nicht auf deinen Pfaden.
Ich rufe dich an, denn du, Gott, erhörst mich.
Wende dein Ohr mir zu, vernimm meine Rede!

Behüte mich
wie den Augapfel, den Stern des Auges,
birg mich im Schatten deiner Flügel
Ich aber will in Gerechtigkeit
dein Angesicht schauen,
mich satt sehen an deiner Gestalt,
wenn ich erwache.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja, Halleluja. Ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Halleluja.

Evangelium

Lk 19,11–18
Das Gleichnis vom anvertrauten Geld
Weil Jesus schon nahe bei Jerusalem war, meinten die Menschen, die von all dem hörten, das Reich Gottes werde sofort erscheinen. Daher erzählte er ihnen ein weiteres Gleichnis. Er sagte: Ein Mann von vornehmer Herkunft wollte in ein fernes Land reisen, um die Königswürde zu erlangen und dann zurückzukehren. Er rief zehn seiner Diener zu sich, verteilte unter sie Geld im Wert von zehn Minen und sagte: Macht Geschäfte damit, bis ich wiederkomme. Da ihn aber die Einwohner seines Landes hassten, schickten sie eine Gesandtschaft hinter ihm her und liessen sagen: Wir wollen nicht, dass dieser Mann unser König wird. Dennoch wurde er als König eingesetzt. Nach seiner Rückkehr liess er die Diener, denen er das Geld gegeben hatte, zu sich rufen. Er wollte sehen, welchen Gewinn jeder bei seinen Geschäften erzielt hatte. Der erste kam und sagte: Herr, ich habe mit deiner Mine zehn Minen erwirtschaftet. Da sagte der König zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger Diener. Weil du im Kleinsten zuverlässig warst, sollst du Herr über zehn Städte werden. Der zweite kam und sagte: Herr, ich habe mit deiner Mine fünf Minen erwirtschaftet. Zu ihm sagte der König: Du sollst über fünf Städte herrschen. Nun kam ein anderer und sagte: Herr, hier hast du dein Geld zurück. Ich habe es in ein Tuch eingebunden und aufbewahrt; denn ich hatte Angst vor dir, weil du ein strenger Mann bist: Du hebst ab, was du nicht eingezahlt hast, und erntest, was du nicht gesät hast. Der König antwortete: Aufgrund deiner eigenen Worte spreche ich dir das Urteil. Du bist ein schlechter Diener. Du hast gewusst, dass ich ein strenger Mann bin? Dass ich abhebe, was ich nicht eingezahlt habe, und ernte, was ich nicht gesät habe? Warum hast du dann mein Geld nicht auf die Bank gebracht? Dann hätte ich es bei der Rückkehr mit Zinsen abheben können. Und zu den anderen, die dabeistanden, sagte er: Nehmt ihm das Geld weg, und gebt es dem, der die zehn Minen hat. Sie sagten zu ihm: Herr, er hat doch schon zehn. (Da erwiderte er:) Ich sage euch: Wer hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Doch meine Feinde, die nicht wollten, dass ich ihr König werde – bringt sie her und macht sie vor meinen Augen nieder! Nach dieser Rede zog Jesus weiter und ging nach Jerusalem hinauf.

Sich engagieren
Lukas spielt an die Nähe eines von den Leuten erwarteten Grossereignisses an. Jesus war „schon nahe bei Jerusalem“ und das Osterfest war nahe. Auch am Schluss spricht Lukas vom Weg nach Jerusalem und vom Plan, den König zu töten. Das Gleichnis erinnert daran, dass palästinensische Thronprätendenten nach Rom reisen mussten, um die Königswürde zu erlangen. So muss Jesus seinen Weg nach Golgotha gehen, bevor die Einsetzung in die Osterherrlichkeit eintritt. – Doch Jesus mahnt mit diesem Gleichnis zum Realismus. Niemand soll die Hände in den Schoss legen und abwarten, bis etwas Grosses passiert. Niemand darf Wunschträumen nachhängen und dabei pausieren. Über den dritten Diener urteilt Jesus streng. Dieser Mann will an nichts schuld sein. Aber er engagiert sich nicht, er zeigt keinen Einsatz für seinen Herrn. Solche Leute passen nicht zu Jesus. (vgl. Schott).

Fürbitten

Christus, unser Meister:
Hilf allen Gläubigen, die ihnen anvertrauten Talente gut einzusetzen.
Verzeihe den Verfolgern der Kirche, gib Starkmut den Verfolgten.
Segne christliche Eltern und Erzieher in ihrem Dienst an der Jugend.
Erwecke unsere Verstorbenen zum ewigen Leben.

Barmherziger Gott, blicke in Gnaden auf deine Kirche und schenke den Gläubigen die Kraft des Heiligen Geistes, damit sie ihren Dienst gut erfüllen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, wir haben den Auftrag deines Sohnes erfüllt und sein Gedächtnis begangen. Die heilige Gabe, die wir in dieser Feier empfangen haben, helfe uns, dass wir in der Liebe zu dir und unseren Brüdern und Schwestern Christus nachfolgen, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.