Noviziat

Der Weg zum Mönch

Die eigene Berufung entdecken und leben ist ein grosses Abenteuer. Unsere Mitschwester, die dichtende Nonne Silja Walter, schreibt aus eigener Erfahrung: «Es gibt nichts auf der Welt, das mehr und besser und tiefer zu tragen, zu bergen, zu faszinieren vermag als diese Gott-Suche. Sie bleibt Sehnsucht bis zum Ende, und ist von Anfang an schon Ankommen.» Wie sieht der Weg zum Mönch in unserer Klostergemeinschaft aus?

1

Im Kloster als Gast

Im Kloster fehlt es nie an Gästen. So ist es möglich, ein paar Tage in unserer Gemeinschaft mitzuleben: Zeit, um die Gottesdienste mitzufeiern, Gespräche mit dem Novizenmeister und mit anderen Mönchen zu führen, Zeit für Gebet, Lesung und Stille zu haben. Das Teilen des Alltags im Kloster ist eine gute Möglichkeit, die eigene Berufung immer deutlicher zu erkennen.

2

Kandidatur

Wird es im gegenseitigen Kennenlernen immer klarer, dass unsere Gemeinschaft der Ort der Christusnachfolge sein könnte, beginnt die Zeit der Kandidatur. Das ist eine Probezeit in der Gemeinschaft, die bis zu 12 Monate dauert. Sie ermöglicht einen Einblick in die Gemeinschaft und gibt Zeit und Raum zur Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit, Berufung und Eignung: Ist Mönchsein mein Weg? Ist dies der richtige Ort für mich?

3

Noviziat

Das einjährige Noviziat ist sozusagen das Lehrjahr als Mönch. Im Unterricht vertieft man sich in Fragen des Glaubens, in die Heilige Schrift, in die Regel des heiligen Benedikt, in Gebet und Liturgie und in die Ordensgeschichte. In der Arbeitszeit nimmt man Dienste wahr, die der Gemeinschaft zugute kommen. Zu dieser Phase schreibt der heilige Benedikt: “Man achte genau darauf, ob der Novize wirklich Gott sucht, ob er Eifer hat für den Gottesdienst, ob er bereit ist zu gehorchen und ob er fähig ist, Widerwärtiges zu ertragen.”

4

Einfache Profess

Wenn es klar geworden ist, dass dies der richtige Ort der Christusnachfolge ist, kann der Mönch die einfache Profess ablegen, das heisst: sich für drei Jahre an unser Kloster binden. Diese Zeit dient der weiteren Prüfung der Beständigkeit in der Ausrichtung auf Gott und dem Leben der klösterlichen Gemeinschaft unter der Regel des heiligen Benedikt. In diesen Zeitabschnitt können auch Aus- und Weiterbildungen fallen.

5

Feierliche Profess

In der Feierlichen Profess binden wir uns auf dem Weg unserer Gottsuche definitiv an die Klostergemeinschaft. Die Ganzhingabe in der Profess soll Tag für Tag aktualisiert werden. Benedikt ist überzeugt: “Wer im klösterlichen Leben und im Glauben voranschreitet, dem weitet sich das Herz, und mit der unsagbaren Freude der Liebe eilt er voran auf dem Weg der Gebote Gottes.”