Wallfahrtsmotto 2021

«Maria, Mutter der Hoffnung» – Gedanken zum Wallfahrtsmotto 2021

Wir blicken auf ein schwieriges Jahr 2020 zurück. Auch im Kloster und Wallfahrtsort Einsiedeln hat uns das Coronavirus kräftig herausgefordert. Umso wichtiger ist es nun, nicht der Schwarzmalerei zu verfallen und pessimistisch in die Zukunft zu blicken. Es gilt, aus Quellen der Hoffnung und der Zuversicht zu schöpfen. Das Wallfahrtsmotto 2021 möchte diesen Prozess unterstützen und einige Gedankenanstösse bieten.

Die COVID-19-Pandemie hat im Jahr 2020 die allermeisten Wallfahrten verunmöglicht. Das vor dem Ausbruch der Coronakrise gewählte Wallfahrtsmotto «Bei Maria zu Hause» konnten nur wenige Menschen vor Ort wirklich erfahren.

Geteiltes Leid ist halbes Leid

Wir gehen davon aus, dass das Coronavirus auch im Jahr 2021 den Besucherstrom nach Einsiedeln nachhaltig ausbremsen und durch zahlreiche Schutzmassnahmen prägen wird. Wir Einsiedler Benediktiner teilen zusammen mit unseren Mitarbeitenden die Sorgen der Menschen, welche die Coronakrise in wirtschaftliche und existenzielle Nöte stürzt. Doch wollen wir nicht dabei stehen bleiben. Als Christinnen und Christen haben wir eine Hoffnung. Aus diesem Grund haben wir für das Wallfahrtsjahr 2021 das Motto «Maria, Mutter der Hoffnung» gewählt.

Maria im «Kleid der Hoffnung»: Fahrer-Kleid aus dem Jahr 2018
(Foto: Jean-Marie Duvoisin).

Inspiriert von Papst Franziskus

Am 20. Juni 2020 hat Papst Franziskus drei neue Anrufungen in die «Lauretanische Litanei» aufnehmen lassen: «Mutter der Barmherzigkeit», «Mutter der Hoffnung» und «Trost der Migranten». Damit wollte der Heilige Vater die aktuelle Situation in Kirche und Welt in einem der ehrwürdigsten Mariengebete aufnehmen und dieses den Gläubigen neu ans Herz legen. Gerne nehmen wir im Wallfahrtsort Einsiedeln dieses Anliegen auf und machen eine der drei neuen Anrufungen zum diesjährigen Wallfahrtsmotto: «Maria, Mutter der Hoffnung».

«Jahr des heiligen Josef» 2021

Am 8. Dezember 1870 wurde der heilige Josef zum Schutzpatron der Kirche erklärt. Aus diesem Grund hat Papst Franziskus das Jahr 2021 in besonderer Weise dem heiligen Josef gewidmet. Wie dieses «Jahr des heiligen Josef» in Einsiedeln begangen wird, erfahren Sie hier. Besuchen Sie auf jeden Fall den geschmückten St. Josef-Altar in der Klosterkirche und feiern Sie die Gottesdienste am 19. März 2021 mit!

Teil des Gebetsschatzes der Kirche

Im Kloster Einsiedeln ist die «Lauretanische Litanei» fester Bestandteil der Liturgie. Sie erklingt an jedem ersten Sonntag im Monat im Anschluss an die Vesper während der Prozession zur Gnadenkapelle. Leider hat diese schöne Tradition während der Coronakrise eine Unterbrechung erfahren. Wir hoffen, dass wir diesen altehrwürdigen Brauch bald wieder aufnehmen können. Denn die «Lauretanische Litanei» umfasst neben den drei neuen Anrufungen eine Fülle von wunderbaren Bildern und Titeln, mit denen die Gottesmutter Maria um ihre Fürsprache angerufen wird.

Wir haben es uns zum Ziel gemacht, in diesem Jahr nicht das Wallfahrtsmotto «Maria, Mutter der Hoffnung» den Pilgerinnen und Besuchern zu erschliessen, sondern auch die «Lauretanische Litanei» als solche nahezubringen. Diese ist ein wahres Juwel im reichen Gebetsschatz der Kirche und spricht durch ihre bildreiche Sprache auch heute noch Menschen an.

Das Motto verinnerlichen

Im Rahmen der Wallfahrtsausstellung über die Schwarze Madonna am «Hof», dem Gästebereich des Klosters, wird deshalb neu auch die «Lauretanische Litanei» vorgestellt. Ein Flyer erschliesst die spirituelle Dimension dieser Marienlitanei und erklärt ihre Geschichte, welche bis ins Mittelalter zurückreicht und eng mit dem mittelitalienischen Marienwallfahrtsort Loreto (daher der latinisierte Name) verbunden ist. Aber auch in machen Pilgergottesdiensten und insbesondere auch in den Maiandachten (jeweils an den Sonntagen im Monat Mai um 18.30 Uhr) werden die «Lauretanische Litanei» und das diesjährige Wallfahrtsmotto «Maria, Mutter der Hoffnung» immer wieder Thema sein.

Ein italienisches Marienheiligtum mit Ausstrahlung: Loreto bei Ancona
(Foto: Wikimedia Commons)

Aus der Not eine Tugend machen

Da die weiteren Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf den Einsiedler Wallfahrtsbetrieb im Jahr 2021 nicht absehbar sind, haben wir – inspiriert vom Wallfahrtsmotto – ein neues, «coronaunabhängiges» Angebot entwickelt: «Pilgerwege der Hoffnung». Durch das gemeinsame Unterwegssein in einer überschaubaren Gruppe wollen wir uns in der Hoffnung stärken lassen und die wunderschönen Pilgerwege nach Einsiedeln entdecken.

Mit Maria Boten der Hoffnung sein

Wir Mönche im Kloster Einsiedeln hoffen, dass im neuen Jahr – trotz mancher Einschränkungen – viele Menschen Einsiedeln als Ort der Hoffnung werden erfahren können, der ihnen Kraft für den Alltag und die beruflichen Herausforderungen schenkt. Möge die Gottesmutter Maria hier die suchenden und verzagten Menschen auf jene Hoffnung hinweisen, die sie in ihrem Arm trägt: Jesus Christus. Und mögen alle Pilgerinnen und Pilger, welche 2021 nach Einsiedeln kommen, selbst zu Hoffnungsträgern werden, indem sie stets bereit sind, jedem Red und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die sie erfüllt (vgl. 1 Petrus 3,15). So können wir alle in dieser herausfordernden Zeit zu Botinnen und Boten des Evangeliums werden.

Pater Philipp Steiner