Was macht man, wenn man im Heiligen Jahr auf Pilgerfahrt gehen möchte, aber selbst den grössten Wallfahrtsort des Landes betreut? Natürlich ins zweite Landesheiligtum gehen: In den Ranft. So pilgerten wir heute als Gemeinschaft zur Lebens- und Wirkstätte des heiligen Bruder Klaus und seiner heiligmässigen Gattin Dorothee. Dazu ging es schon früh morgens in einem Bus los, in dem wir gemeinsam die Laudes beteten. Praktischerweise gibt es ja auch hier - wie in den Chorstallen - eine rechte und eine linke Seite, sodass man abwechselnd die Psalmen beten konnte.
Der erste Zwischenhalt galt der Pfarrkirche Sachseln, wo wir am ursprünglichen Grab des Landespatrons einen Einzelsegen mit einer Reliquie von ihm erhielten. Anschliessend nahmen jene, die wollten (und das waren die meisten), die einstündige Strecke in den Ranft unter die Füsse, jeder für sich in Stille. Am eigentlichen Ziel feierten wir in der kleinen Kapelle Eucharistie - für einmal dicht nebeneinander, Schulter an Schulter, wie der heilige Benedikt in seiner Regel die Gemeinschaft der Brüder beschreibt.
Der nächste Programmpunkt war dem leiblichen Wohl gewidmet. Im Kloster Bethanien, wo wir uns spontan der Sext - dem Mittagsgebet - der Dominikanerinnen anschlossen, wartete ein gutes Mittagessen auf uns. Mit neuer Energie gestärkt staunten wir zuletzt über die Eindrücke im Lumeum, einer 360-Grad-Show über Bruder Klaus und Dorothee. So hatten wir für einen wahrlich bereichernden Tag zu danken, als wir auf der Heimfahrt im Bus zu einem Danklied anhoben.
