Das Feuer ist für den Menschen ein ambivalentes Element: es schenkt Wärme, Licht und Leben, aber es stellt auch eine Gefahr dar und kann lebensbedrohlich sein. Nicht erst seit der verhängnisvollen Silvesternacht von Crans-Montana sind sich die Menschen dessen bewusst. Auch unsere Vorfahren haben sich nach Schutz vor dem Feuer gesehnt. Nicht ohne Grund! Denn Kloster und Dorf Einsiedeln sind in den fast 1100 Jahren ihrer Existenz fünfmal Opfer einer Feuersbrunst geworden. Deshalb ist die Verehrung der heiligen Agatha tief verankert in der Einsiedler Ortstradition. Denn die sizilianische Märtyrin Agatha von Catania (+251) ist seit altersher Schutzpatronin vor Feuersgefahr.
Am Sonntag nach dem Gedenktag der heiligen Agatha (5. Februar) begehen wir in Einsiedeln noch immer einen besonderen Gebetstag zur Abwendung von Feuersgefahr. Heuer fällt dieser sogenannte «Agatha-Betsonntag» auf den 8. Februar 2026 und zeichnet sich besonders durch die Vesper mit Aussetzung des Allerheiligsten und Prozession zur Gnadenkapelle aus. Diese abendliche Gebetszeit von uns Mönchen beginnt um 16.30 Uhr in der Klosterkirche. Als Himmelträger für das allerheiligste Sakrament kommen die Mitglieder der Einsiedler Zünfte zum Einsatz. Wir Mönche hoffen, dass noch viele andere Einwohner des Klosterdorfs diese besondere Gebetszeit im Anliegen um Bewahrung vor Feuersgefahr und allem, was uns Menschen und der Umwelt schaden kann, mitfeiern. Die übrigen Gottesdienste am Sonntag, 8. Februar 2026, insbesondere das feierliche Konventamt um 09.30 Uhr und die Pilgermesse um 11.00 Uhr, folgen der üblichen Sonntagsordnung.
