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P. Meinrad als Neupriester am Altar. Er hält die konsekrierte Hostie in die Höhe und spricht die Worte Jesu beim Letzten Abendmahl: "Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird". Weitere Fotos von Priesterweihe und Primiz finden Sie auf unserer Facebook-Seite. Den Link dorthin finden Sie am Ende des Beitrags.

Rückblick auf Priesterweihe und Primiz von P. Meinrad M. Hötzel am 21./22. Juni 2025

Priesterweihen sind auch im Kloster Einsiedeln zur Seltenheit geworden, die letzte liegt immerhin 11 Jahre zurück! Umso grösser war die Freude, als am letzten Samstag Fr. Meinrad Hötzel Erzbischof Jean-Claude Kardinal Hollerich zur Weihe vorgestellt werden konnte. Über verschiedene Stationen hatte Fr. Meinrad schliesslich den Weg in unser Kloster und jetzt zum Priesterberuf gefunden. Von überall her hatten sich seine Familie und seine Verwandten, seine Freunde und Bekannten, die ihn auf seinem bisherigen Weg begleitet hatten, in der Klosterkirche versammelt, um ihn bei diesem entscheidenden Schritt seines Weges zu begleiten, ein wichtiges Zeichen dafür, dass er sich von dieser Gemeinschaft von Gläubigen getragen und unterstützt wissen darf.

Bei der Priesterweihe geht es nicht nur um die Beauftragung, die frohe Botschaft des Evangeliums zu verkünden und gleichsam offizieller Mitarbeiter in der Kirche zu werden. Solche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es in den verschiedensten Funktionen. Mit dem eindrücklichen Zeichen der Handauflegung durch den Bischof und alle anwesenden Priester wird deutlich, dass der spezielle Auftrag, den Jesus damals seinen Aposteln übertragen hat, nun auch dem Neupriester übergeben wird, nämlich der Eucharistiefeier vorzustehen und im Namen des Herrn die Worte zu sprechen: «das ist mein Leib, das ist mein Blut», und zwar so, dass diese Worte auch bewirken, was sie sagen. Dasselbe gilt auch für die Lossprechungsworte im Beichtsakrament. Das ist die spezielle Aufgabe des geweihten Priesters.

Bedenkt man die Grösse eines solchen Auftrages, versteht es sich von selbst, dass hier der ganze Mensch gefordert ist. Der Priester ist kein blosser Funktionär, sondern einer, der sich mit seiner Aufgabe und seiner Berufung voll und ganz identifizieren muss, der sich hineinnehmen lässt in die Nachfolge Christi und diese Nachfolge zum Lebensinhalt macht; Gehorsam also nicht bloss dem Bischof und der kirchlichen Obrigkeit gegenüber, sondern vor allem Gehorsam dem Wort Gottes und dem Wirken des Geistes gegenüber. Daran erinnerte der Bischof in seiner Ansprache den Weihekandidaten mit ernsten Worten und erbat für ihn den Beistand des Heiligen Geistes.
Es ist alte Tradition, dass der erste Einsatz des Neupriesters besonders feierlich gestaltet wird. «Primiz» wird dieses Fest genannt, weil der Neupriester zum ersten Mal der Eucharistiefeier vorsteht. So versammelte sich die Festgemeinde am Sonntag zum zweiten Mal, um mit P. Meinrad, wie er nun genannt wird, die Primiz zu feiern. Zur Feierlichkeit trug vor allem auch der Stiftschor bei; er sang die «Bruder-Meinrad-Messe» von P. Oswald Jäggi, womit über die Musik auch Br. Meinrad Eugster in den Gottesdienst eingebunden war, mit dem sich der Primiziant im Zusammenhang mit dem 100. Todestag intensiv auseinandergesetzt hat.

Bei allem Jubel und aller Freude durfte aber auch die ernsthafte Seite des Festtages nicht fehlen. Dafür sorgte der Festprediger P.  Thomas Brogl OP, der auf persönliche Schwächen des Priesters wie auch auf strukturelle Schwächen der heutigen Kirche hinwies, die aber zu überwinden seien. So gehe der Weg der Sendung gleichsam über den Nullpunkt, so wie jener von Jesus über den Tod am Kreuz zur Auferstehung führte. Da bleibt eigentlich nichts anderes übrig, als Raum zu geben, Raum für das Wirken Gottes, Raum für die Anliegen der Menschen, Raum für das Wachsen des Reiches Gottes.

Zahlreiche Fotos von der Weiheliturgie und der ersten Heiligen Messe des Neupriesters finden Sie auf der Facebook-Seite unseres Klosters: www.facebook.com/KlosterEinsiedeln

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