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Blick in den Vortrag im Grossen Saal des Klosters

Ökumenische Vesper als Auftakt der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen

Am 18. Januar 2026 lud die Klostergemeinschaft von Einsiedeln zu Beginn der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen zu einer ökumenischen Vesper. Nun bereits zum vierten Mal versammelten sich so knapp zwanzig Gemeinschaften verschiedener konfessioneller Traditionen, die Formen des Tagzeitengebetes pflegen, um mit Jesus Christus zu beten, dass alle eins sein sollen (vgl. Joh 17,21).

Zunächst liessen sich die Teilnehmenden durch einen Impulsvortrag von Pfarrerin Sabine Brändlin und Pfarrer Ruedi Beck vom Reuss-Institut Luzern inspirieren, wie das Gebet zur Erneuerung der Kirche beitragen könne. Dabei betonte Sabine Brändlin, dass es immer Gott sei, der Kirche erneuert. Das Gebet könne die transformative Kraft von Gottes Willen, Kirche immer zu erneuern und lebendig zu machen, entfalten, wenn man in der Stille auf ihn hört, sich mit seiner Offenbarung in der Bibel auseinandersetzt und sich von ihm durch andere Menschen ansprechen lässt. Nach kurzer Stille zur persönlichen Reflexion und Austausch zeigte Ruedi Beck auf dieser Grundlage anhand der Erzählung von der Heilung des Gelähmten in Mk 2,1-12, dass die Heilung von allem Gelähmten, Festgefahrenem, Erstarrten, Kraftlosen im menschlichen Leben, die Gott durch Jesus Christus vollziehen wolle, immer schon da am Wirken ist, wo Menschen Glauben Leben, indem sie auf Heilung hoffen, darum beten, gemeinschaftlich aktiv werden, sich in Bewegung setzen und dann ganz am Ende der Erzählung auch tatsächlich das ersehnte Wunder steht.

Um der gemeinsamen Hoffnung auf Einheit unter den Christen Ausdruck zu verleihen, versammelten sich dann aus den eingeladenen Gemeinschaften und den Einsiedler Mönchen über hundert Personen in einem improvisierten Chorgestühl unter der Weihnachtskuppel der Klosterkirche zum Gebet. Gemeinsam wurde in ganz unterschiedlichen Stilen und Traditionen vom Gregorianischen Choral über modernem Psalmengesang, Taizé-Liedern bis hin zu Worship Gott gepriesen und um das Geschenk der Einheit unter den Glaubenden gebetet. Abt Urban hob in seinem kurzen Impuls zur Lesung aus dem Epheserbrief, dem das diesjährige Motto der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen «Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung» (Eph 4,4) entstammt, den Wert von solcher gegenseitiger Inspiration der Konfessionen mit ihren unterschiedlichen Traditionen hervor. So könnten wir dem Aufruf des Paulus folgen und uns bemühen, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der uns zusammenhält (vgl. Eph 4,3). Das trägt dann zu dem Frieden bei, den die Welt gerade heute so dringend braucht.

Durch das Gebet und im Glauben gestärkt kamen im Anschluss alle Teilnehmenden nochmals zusammen, um sich auch von einem Apéro und vor allem der Begegnung und dem Austausch miteinander zu nähren. Wir Mönche von Einsiedeln sind sehr dankbar, dass wir wieder ein solch schönen Moment der Einheit unter den Christen erleben durften.

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