Hörbar gemachte Kalligraphie-Kunst begegnet fernöstlichen Klängen der Stille, 500-jährige Musik trifft auf ein einschneidendes Kapitel Klostergeschichte und vier Alphörner verbinden Tradition mit Moderne. Die Konzertreihe «Kloster Klang Einsiedeln» lädt vom 6. – 27. Juni im Barocksaal des Klosters Einsiedeln zum Geniessen, Nachdenken und Innehalten ein.
Wer sehnt sich heutzutage nicht manchmal nach Stille, Harmonie und Klarheit? Forscherinnen und Forscher der Universität Freiburg untersuchen seit 2015 die therapeutische Wirkung von Stille. Dabei konnten sie nachweisen, dass bereits sechseinhalb Minuten Stille die Stimmung verbessern, Gedankenkreise reduzieren und Entspannung fördern können. Stille ist folglich für unser Wohlbefinden unerlässlich und verschwindet doch zunehmend aus unserem Alltagsleben.
Vier Konzerte, jeweils samstags im Juni um 17.15 Uhr im Barocksaal des Klosters Einsiedeln, machen Stille erfahrbar. Diese musikalische Entdeckungsreise auf der Suche nach der Bedeutung und Kraft von Stille führt durch mehr als 500 Jahre Musikgeschichte. Dabei wird das Kloster zu einem Raum der inspirierenden und persönlichen Begegnung zwischen dem Publikum, den Mönchen, den Künstlerinnen und Künstlern und – der Stille.
Auftakt mit Abt Urban Federer am 6. Juni
Wie kann klingende Musik gleichzeitig Stille sein? Über die Bedeutung der Stille meditierend, führt Abt Urban Federer im Dialog mit der Musik durch das erste Konzert der Reihe. Musikalisch gestaltet wird dieses von Emanuele Zanforlin (Violine) und Elia Seiffert (Klavier); zwei junge, international tätige Musiker. In den vielfältigen Möglichkeiten, welche die Musik bietet, liegt auch diese: Stille klanglich erfahrbar zu machen. Arvo Pärt, der weltweit meistgespielte lebende Komponist, verbindet auf einzigartige Weise spirituelle Tiefe mit klanglicher Schlichtheit. Sein Werk Fratres – lateinisch für „Brüder“ – beschreibt, in den Worten des Komponisten, die Spannung zwischen dem gegenwärtigen Moment und der Ewigkeit. Pärts «Musik der Stille» wird umrahmt von den Werken zweier Musikgrössen: Bach und Beethoven.
Von Renaissance bis Alphorn
Auch die weiteren Konzerte der Reihe versprechen aussergewöhnliche Klangerlebnisse. Am 13. Juni kann das Publikum auf Leinwand vergrössert und akustisch verstärkt live miterleben, wie die Kalligrafien von Pater Jean-Sébastien Charrière entstehen; begleitet von der meditativen Musik der japanischen Shakuhachi-Flöte. Am darauffolgenden Samstag macht Musik aus dem Jahr 1526 ein schicksalhaftes Kapitel der Klostergeschichte hör- und erlebbar. Den Abschluss der Konzertreihe bildet am 27. Juni das Lochus Alphornquartett, das mit einem musikalischen Feuerwerk auf vier Alphörnern Tradition und Moderne sowie Klang und Stille eindrucksvoll verbindet.
Konzertinfos:
Datum/Ort: Samstag, 6., 13., 20. und 27. Juni jeweils 17.15 Uhr, Grosser Saal, Kloster Einsiedeln
Vorverkauf und Infos: www.eventfrog.ch/klangderstille
