Am 8. Dezember 2025 findet bei uns im Kloster Einsiedeln die Buchvernissage zu Schriften des Westschweizer Mystikers und Theologen Maurice Zundel statt. Der Ort ist nicht zufällig gewählt: Zundel besuchte von 1913–1915 die Stiftsschule. Sein Leben lang blieb er als Oblate unseres Klosters der benediktinischen Spiritualität verbunden. Der Anlass am 8. Dezember gibt Gelegenheit, in das Leben, Denken und Werk Zundels einzutauchen. Dazu wechseln sich Vortrag, Filmausschnitte aus einer Zundel-Dokumentation und gelesene Texte von Zundel ab. Der theologisch-literarische Abend im Kloster Einsiedeln zeichnet ein Profil des im deutschen Sprachraum zu Unrecht vergessenen Schweizer Mystikers und Theologen.
Maurice Zundel war ein Mystiker und Theologe, der in der Deutschschweiz zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist. 1897 in Neuenburg geboren und 1975 in Lausanne gestorben, zeichnet sich sein Denken durch eine einzigartige Verbindung von theologisch-philosophischer Weitsicht, spiritueller Tiefe und poetischer Mystik aus. Zeitlebens suchte er Antworten auf zwei drängende Fragen: Wer ist der Mensch – und was ist Gott? Diese Fragen bilden den Kern seiner 21 Bücher und der zahlreichen Artikel, die er für katholische Zeitungen und Zeitschriften verfasst hat. Das Leben und die Person Zundels sind durch ein 21-jähriges Exil geprägt. Zwischen 1925 und 1946 erhielt er von der Diözese Lausanne, Genf und Freiburg keine Anstellung, was ihn an die verschiedensten Orte der Welt führte (u.a. Paris, London und Kairo). Nicht zuletzt deshalb ist sein Denken multiperspektivisch und vielschichtig. Zundel ist vor allem im französischen Sprachraum bekannt. Insbesondere in der Westschweiz und in Frankreich gibt es in Pfarreien zahlreiche Lesekreise, die Texte des Mystikers und Theologen lesen und diskutieren. Im deutschen Sprachraum ist die Person Zundel und sein Denken weitgehend unentdeckt geblieben. Nun haben Alois Odermatt (*1936), Historiker und Theologe, und Claude Bachmann (*1985), Theologe und Doktorand an der Theologischen Hochschule, zum ersten Mal ausgewählte Texte Zundels ins Deutsche übersetzt. Alois Odermatt beschäftigt sich seit über 40 Jahren mit der Person sowie dem Denken Zundels beschäftigt und Claude Bachmann forscht im Rahmen eines Dissertationsprojektes zu Zundel. Die Anthologie «Ich ist ein anderer» erschien Anfang Dezember 2025 im Theologischen Verlag Zürich – im 50. Todesjahr Zundels.
Hier das Programm der Vernissage am 8. Dezember 2025:
16.30 Uhr Mitfeier der feierlichen Vesper zum Hochfest Mariä Empfängnis in der Klosterkirche
17.30 Uhr Buchvernissage im Grossen Saal (Zugang via «Hofpforte»)
19.00 Uhr Ende, anschliessend Apéro
Herzliche Einladung!
