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Regelmässig zeigen zwei engagierte Lehrpersonen den Lernenden unserer Stiftsschule Schätze aus unserer Klostersammlung - in diesem Monat Votivtafeln. Sie schlagen damit eine Verbindung zum diesjährigen Schuljahresmotto "träumen wagen".

Blick in die Kunstsammlung – Votivtafeln als Brücke zwischen Kloster und Stiftsschule

Träumen wagen – Wenn Wünsche und Gebete wahr werden

„Träumen wagen“: So lautet das diesjährige Schuljahresmotto unserer Stiftsschule. Das trauten sich auch jene Menschen, die in grösster Not auf Rettung oder Heilung hofften und sich dafür an die Muttergottes von Einsiedeln wandten. Sie überlebten Sturmfluten auf einer Überfahrt in die USA, wurden nach der Deutung der Betenden von unheilbaren Fussleiden geheilt oder fanden einen friedlichen Tod. Diese Bitte oder auch den Dank zeigten die gläubigen Menschen mitunter in einem „Votivbild“, kunsthistorisch Ex-Voto genannt. Die von lokalen Werkstätten (daher „naive Malerei“) hergestellten Ölbilder oder Holztafeln sind nach einer vorgegeben Bildkomposition aufgebaut: Dargestellt ist die Muttergottes von Einsiedeln, an die Dank und Fürbitte gerichtet sind, die Notsituation sowie die knieenden Angehörigen oder Betroffenen selbst. Die meisten Votivtafeln aus Einsiedeln stammen aus dem 19.Jahrhundert, da beim französischen Einfall 1798 viele Bildtafeln zerstört worden waren. Aber auch Darstellungen aus dem 20. sowie 21. Jahrhundert sind in der Kunstsammlung des Klosters erhalten oder in der Klosterkirche angebracht.

Träumen zu wagen also auch in grösster Not? Die Votivbilder geben Zeugnis davon, dass mit Gottes Hilfe aus einem Traum vielleicht sogar ein Wunder wird.

Maria Egartner, Francesco De Vecchi

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