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Predigt von Abt Urban Federer am Hochfest des Heimgangs unseres Heiligen Vaters Benedikt 2026

Wir wünschen uns wohl alle Frieden: in unseren Familien und Gemeinschaften, zwischen unseren Ländern, Frieden für die Ukraine, für die ganze Region der Golfstaaten und Israels, Frieden in Afrika und Südamerika. 

Friedensarbeit ist für den heiligen Benedikt etwas, was jeder einzelne Mensch leisten kann und eine Gemeinschaft, wenn sie ein gemeinsames Ziel hat. Frieden finden wir, wenn wir als einzelne und als Gemeinschaft Gott suchen. Die Beständigkeit, die Stabilitas, gibt uns die Möglichkeit, uns nicht zu fliehen, sondern und andere und vor allem Gott auszuhalten und inneren Frieden zu suchen. Der Rhythmus von Gebet und Arbeit gibt uns dazu den nötigen Freiraum, an der inneren Friedensarbeit und an jener der Gemeinschaft dran zu bleiben. 

Zur Friedensarbeit gehört für den heiligen Benedikt auch die Lectio divina, die heilige Lesung. In ihr suchen wir, durch das Wort Gottes geformt zu werden. Und da für uns das Wort Jesus Christus selbst ist, sucht die Lectio divina auf eine sehr persönliche Art und Weise die Beziehung mit diesem Christus. Wenn wir das heutige Evangelium mit Blick auf die Lectio divina hin hören, dann spricht Christus nicht von einer Vollendung nach unserem Tod, sondern im Moment, in de wir in Beziehung mit Christus stehen: «Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor Grundlegung der Welt.»

Jesus Christus ist unser Friede. Wer die Beziehung mit ihm sucht, kann nicht anders, als für den Frieden zu arbeiten. Auf unserer in-neren Friedensarbeit liegt ein Segen, wenn er offen für Gott und für andere ist. Ich hoffe für uns alle, dass auch wir – wie Abraham – von Gott hören dürfen: «Ein Segen sollst du sein. Ich werde segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den werde ich verfluchen. Durch dich sollen alle Sippen der Erde Segen erlangen.»

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