Gottes Wort
Samstag
6
August 2022

Gottes Wort
06.08.2022

Verklärung des Herrn

Das Evangelium von der Verklärung wird in der lateinischen Kirche am 2. Sonntag der Fastenzeit verkündet. Ein eigenes Fest der Verklärung wurde wenigstens seit dem 6. Jahrhundert in den Ostkirchen gefeiert und kam von dort in die abendländische Kirche. – Wie den Jüngern soll uns die Verklärung fähig machen, die Botschaft vom Kreuz zu hören und anzunehmen. In unsern „Herzen“ soll der „Morgenstern“ des Glaubens aufgehen als eine Kraft zur Annahme von Kreuz und Leid in Kirche und Welt, wo vieles finster ist.

Kyrie

Christus, du bist das Licht vom Licht. Herr, erbarme dich.
Verwandelt bist du in strahlendem Licht erschienen. Christus, erbarme dich.
Du bist der geliebte Sohn des Vaters. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Allmächtiger Gott, bei der Verklärung deines eingeborenen Sohnes hast du durch das Zeugnis der Väter die Geheimnisse unseres Glaubens bekräftigt. Du hast uns gezeigt, was wir erhoffen dürfen, wenn unsere Annahme an Kindes Statt sich einmal vollendet. Hilf uns, auf das Wort deines Sohnes zu hören, damit wir Anteil erhalten an seiner Herrlichkeit. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herr und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Dan 7,9–10.13–14
Die Vision vom Menschensohn

Ich sah immer noch hin; da wurden Throne aufgestellt und ein Hochbetagter nahm Platz. Sein Gewand war weiss wie Schnee, sein Haar wie reine Wolle. Feuerflammen waren sein Thron und dessen Räder waren loderndes Feuer. Ein Strom von Feuer ging von ihm aus. Tausendmal Tausende dienten ihm, zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht nahm Platz und es wurden Bücher aufgeschlagen.

Immer noch hatte ich die nächtlichen Visionen: Da kam mit den Wolken des Himmels einer wie ein Menschensohn. Er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn geführt. Ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben. Alle Völker, Nationen und Sprachen müssen ihm dienen. Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft. Sein Reich geht niemals unter.

Der Menschensohn in der Herrlichkeit Gottes und seiner Engel
Nach dem Buch Daniel müssen die Mächtigen der Welt zurückweichen vor dem „Menschensohn“. Bei Daniel ist er mehr als eine Einzelgestalt; er verkörpert eine Vielzahl, also das Volk oder die Menschheit. Er ist umgeben von den Mächten des göttlichen Lichtes. – Jesus bezeichnet sich gern als „Menschensohn“. Er wird wiederkommen in der Herrlichkeit des Vaters und der heiligen Engel.

Antwortpsalm

Psalm 97,1–2.5–6.9
R: Der Herr ist König über die ganze Erde.

Der Herr ist König; die Erde frohlocke!
Freuen sollen sich die vielen Inseln!
Wolken und Dunkel sind um ihn her,
Gerechtigkeit und Gericht sind seines Thrones Stütze.

Berge zerschmelzen wie Wachs vor dem Herrn,
vor dem Herrscher der ganzen Erde.
Die Himmel verkündigen seine Gerechtigkeit,
und seine Herrlichkeit sehen alle Völker.

Denn du, Herr, bist der Höchste über allen Landen,
du bist hoch erhöht über alle Götter.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Eine Stimme kam aus der Wolke: Dies ist mein auserwählter Sohn. Auf ihn sollt ihr hören. Halleluja.

Evangelium

Lk 9,28b–36
Die Verklärung Jesu
Etwa acht Tage nach diesen Reden [Leidensankündigung; Nachfolge] nahm Jesus Petrus, Johannes und Jakobus beiseite und stieg mit ihnen auf einen Berg, um zu beten. Und während er betete, veränderte sich das Aussehen seines Gesichtes und sein Gewand wurde leuchtend weiss.

Und plötzlich redeten zwei Männer mit ihm. Es waren Mose und Elija; sie erschienen in strahlendem Licht und sprachen von seinem Ende, das sich in Jerusalem erfüllen sollte.

Petrus und seine Begleiter aber waren eingeschlafen, wurden jedoch wach und sahen Jesus in strahlendem Licht und die zwei Männer, die bei ihm standen.

Als die beiden sich von ihm trennen wollten, sagte Petrus zu Jesus: Meister, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste aber nicht, was er sagte. Während er noch redete, kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie. Sie gerieten in die Wolke hinein und bekamen Angst.

Da rief eine Stimme aus der Wolke: Das ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.

Als aber die Stimme erklang, war Jesus wieder allein. Die Jünger schwiegen jedoch über das, was sie gesehen hatten, und erzählten in jenen Tagen niemand davon.

Verklärung während des Gebetes
Der Bericht des Lukas erwähnt als Besonderheit, dass die Verklärung erfolgt „während er betete“, also während er ganz offen war für seinen Vater. Jesus macht nicht viele Worte über seine Herrlichkeit und sein Reich, aber er enthüllt die Zukunft in der Erscheinung und vor Zeugen (Gesetz und Prophet). Die Jünger, besonders Petrus, werden vorbereitet, auf Jesus zu „hören“, wenn er von seinem Leiden und Sterben spricht. Petrus ist begeistert von der Herrlichkeit Jesu, lehnt aber die Rede vom Leiden ab. Er und die Kirche müssen immer wieder lernen.

Fürbitten

Christus, der Vater hat dich als seinen geliebten Sohn offenbart. Wir bitten:
Leuchte als Licht des Lebens, wenn die Kirche das Evangelium verkündet.
Entzünde neue Hoffnung, wenn die Dunkelheit im Menschenleben gross ist.
Zeige deine Schönheit, wenn Glaubende im Gebete voll Liebe nach dir ausschauen.
Spende Licht und Leben allen, die sich unserem Gebet empfehlen.
Stärke uns selber in Stunden der Prüfung.
Führe unsere Verstorbenen in das Land des Lichtes und des Friedens.

Himmlischer Vater, du wohnst in unzugänglichem Licht. Sende durch Jesus Christus einen Strahl aus deinem Licht in unsere Herzen. So bitten wir, im Heiligen Geist, durch Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Herr, unser Gott, in der Verklärung deines Sohnes wurde der Glanz seiner Gottheit offenbar. Lass uns durch den Empfang der himmlischen Speise seinem verherrlichten Leib gleichgestaltet werden. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.