Gottes Wort
05.08.2022

Freitag der 18. Woche im Jahreskreis

Wer ist Gott und wer ist Jesus Christus? Wir sollten nicht wie der Prophet Nahum zu rasch überzeugt sein, dass wir Gottes Handeln zu durchschauen vermögen. Das Evangelium spricht anders. Der Menschensohn trägt für uns das Kreuz, damit wir in Solidarität mit ihm den gleichen Weg in die Herrlichkeit gehen.

Kyrie

Christus, du bist der Menschensohn. Herr, erbarme dich.
Du hast das Kreuz getragen, um uns Leben zu schenken. Christus, erbarme dich.
Du kommst wieder in der Hoheit deines Vaters. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Gott, unser Vater, steh deinen Dienern bei und erweise allen, die zu dir rufen, Tag für Tag deine Liebe. Du bist unser Schöpfer und der Lenker unseres Lebens. Erneuere deine Gnade in uns, damit wir dir gefallen, und erhalte, was du erneuert hast. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Nah 2,1.3; 3,1–3.5a.6–7
Freude über das Ende des tyrannischen Ninive

Seht auf den Bergen die Schritte des Freudenboten! Er verkündet Frieden! Juda, feiere deine Feste, erfülle deine Gelübde! Denn der Unheilstifter durchstreift dein Land nicht mehr; er ist völlig vernichtet.

Wahrhaftig, der Herr stellt die Pracht Jakobs wieder her wie die Pracht Israels; denn Verwüster haben sie verwüstet und ihre jungen Pflanzen vernichtet.
Weh der Stadt voll Blutschuld; sie ist nichts als Lüge. Voll von Raffgier ist sie, vom Rauben lässt sie nicht ab.

Knallen von Peitschen und Gedröhn rasselnder Räder, rennende Pferde und holpernde Wagen. Hetzende Reiter, flammende Schwerter, blitzende Lanzen, eine Menge Erschlagener, eine Masse von Toten,kein Ende der Leichen, man stolpert über die Leiber. Und all das wegen der zahllosen Buhlschaften der Buhlerin, die von Anmut strahlte, die in Zauberkünsten Meisterin war; Völker verkaufte sie durch ihr Buhlen, Stämme durch ihre Zauberei.

Mit Kot bewerfe ich dich, gebe dich der Verachtung preis und mache dich zum Schaustück. Dann wird es geschehen: Wer immer dich sieht, schreckt vor dir zurück und sagt: Verwüstet ist Ninive. Wer zeigt ihr Teilnahme? Wo soll ich dir einen Tröster suchen?

Trost– und Drohworte
Im Nahum–Büchlein sind verschiedenartige Worte zusammengestellt. Der heutige Text beginnt mit einem Trostwort. Der Prophet schliesst aus Erfolgen der Meder gegen die Assyrer, dass das verhasste Ninive bald untergeht und dass Israel sein Joch abschütteln und neu aufblühen kann. Dann folgen Drohworte gegen das grausame Ninive. Es wird zur Ruine. – Der Verfasser denkt: Es kommt so, wie es mit einem gottfeindlichen Volk kommen muss. Doch wenn auch alles miteinander verknüpft ist, sollten wir uns vor einem mechanistischen Geschichtsbild hüten. Jesus wird solche Vorstellungen „durchkreuzen“.

Antwortpsalm

Dt. 32,35c–36b.39.41
Canticum des Mose

R: Ich bin es, der tötet und lebendig macht.

Der Tag ihres Verderbens ist nah
und ihr Verhängnis kommt schnell. –
Ja, der Herr wird seinem Volk Recht geben
und mit seinen Dienern Mitleid haben.

Jetzt seht: Ich bin es, nur ich,
und kein Gott tritt mir entgegen.
Ich bin es, der tötet und der lebendig macht.
Ich habe verwundet; nur ich werde heilen.

Habe ich erst
die Klinge meines Schwertes geschliffen,
um das Recht in meine Hand zu nehmen,
dann zwinge ich meinen Gegnern die Strafe auf
und denen, die mich hassen, die Vergeltung.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Selig, die um der Gerechtigkeit willen Verfolgung leiden; denn ihnen gehört das Himmelreich. Halleluja.

Evangelium

Mt 16,24–28
Von Nachfolge und Selbstverleugnung
Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüsst? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen? Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen. Amen, ich sage euch: Von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht erleiden, bis sie den Menschensohn in seiner königlichen Macht kommen sehen.

Der Weg Jesu
Petrus hatte Jesus als Messias und Sohn Gottes bekannt. Jesus hat aber Mühe, Petrus das künftige Leiden des Messias verständlich zu machen. Heute geht Jesus daran, den Jüngern verständlich zu machen, dass sie alle ein Leben der Prüfungen annehmen müssen. Für die Christen wird das Leben stärker sein als der Tod, aber nicht ohne die Annahme von Kreuz und Leid in der Nachfolge Christi.

Fürbitten

Christus, du hast für uns das Kreuz getragen:
Schenke allen Gläubigen die Kraft, dir zu folgen.
Du hast dein Leben für uns dahin gegeben: Stärke alle, die ein schweres Kreuz tragen.
Du hast uns in deine Nachfolge gerufen: Mache uns offen für deine herzliche Liebe.
Du bist vom Tode auferstanden zum Leben: Nimm die Verstorbenen auf in deine Herrlichkeit.

Herr Jesus Christus, du bist gehorsam geworden bis zum Tod am Kreuz. Darum hat Gott dich über alle erhöht. Dir sei Lobpreis und Ehre, jetzt und in alle Ewigkeit.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, in den heiligen Gaben empfangen wir neue Kraft. Bleibe bei uns in aller Gefahr und versage uns nie deine Hilfe, damit wir der ewigen Erlösung würdig werden. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn.