Gottes Wort
Samstag
25
Juni 2022

Gottes Wort
25.06.2022

Samstag der 12. Woche im Jahreskreis

Die erste Lesung spricht von einer nationalen Katastrophe Israels, das Evangelium von persönlichen Katastrophen, wie es Krankheiten sein können. Der gläubige Jude bewahrt ein letztes Gottvertrauen. Für die Christen hat Gott, dem wir vertrauen, das persönliche Gesicht von Jesus Christus.

Kyrie

Christus, du bist Arzt für Seele und Leib. Herr, erbarme dich.
Du sprichst ein Wort, und wir werden gesund. Christus, erbarme dich.
Du nimmst Leid und Krankheit von uns. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Allmächtiger Gott, wir gedenken der seligen Jungfrau Maria, die du aus allen Menschen erwählt und geheiligt hast. Höre auf ihre Fürsprache und schenke auch uns Heil und Segen aus der Fülle deiner Gnade. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Klgl 2,2.10–14.18–19
Das Elend und der Hilferuf Jerusalems

Schonungslos hat der Herr vernichtet alle Fluren Jakobs, niedergerissen in seinem Grimm die Bollwerke der Tochter Juda, zu Boden gestreckt, entweiht das Königtum und seine Fürsten.

Am Boden sitzen, verstummt, die Ältesten der Tochter Zion, streuen sich Staub aufs Haupt, legen Trauerkleider an. Zu Boden senken den Kopf die Mädchen von Jerusalem. Meine Augen ermatten vor Tränen, mein Inneres glüht. Ausgeschüttet auf die Erde ist mein Herz über den Zusammenbruch der Tochter, meines Volkes. Kind und Säugling verschmachten auf den Plätzen der Stadt

Sie sagen zu ihren Müttern: Wo ist Brot und Wein?, da sie erschöpft verschmachten auf den Plätzen der Stadt, da sie ihr Leben aushauchen auf dem Schoss ihrer Mütter. Wie soll ich dir zureden, was dir gleichsetzen du Tochter Jerusalem? Womit kann ich dich vergleichen, wie dich trösten, Jungfrau, Tochter Zion? Dein Zusammenbruch ist gross wie das Meer, wer kann dich heilen?

Deine Propheten schauten dir Lug und Trug. Deine Schuld haben sie nicht aufgedeckt, um dein Schicksal zu wenden. Sie schauten dir als Prophetenworte nur Trug und Verführung.

Schrei laut zum Herrn, stöhne, Tochter Zion! Wie einen Bach lass fliessen die Tränen Tag und Nacht! Niemals gewähre dir Ruhe, nie lass dein Auge rasten! Steh auf, klage bei Nacht, zu jeder Nachtwache Anfang! Schütte aus wie Wasser dein Herz vor dem Angesicht des Herrn! Erhebe zu ihm die Hände für deiner Kinder Leben, die vor Hunger verschmachten an den Ecken aller Strassen.

Eine Hoffnung im Unglück
Im Jahr 587 v. Chr. haben die Truppen Nebukadnezzars II. Jerusalem, das Königtum, den Tempel und das Reich dem Untergang geweiht. Jetzt herrschen Trauer und Elend. Die Klagelieder machen auf die Schuld der falschen Propheten aufmerksam, die das Volk in Sicherheit gewiegt und damit eine notwendige Besserung verhindert hatten. Doch klingt eine Hoffnung an, denn das Volk soll seine Sünden bereuen und um Hilfe schreien.

Antwortpsalm

Psalm 74,1–5.7.20–21
R: Vergiss nicht auf immer das Leben deiner Armen.

Warum, Gott, hast du uns für immer verstossen?
Warum ist dein Zorn
gegen die Herde deiner Weide entbrannt?
Denk an deine Gemeinde,
die du vor Zeiten erworben;
als Stamm dir zu eigen erkauft,
an den Berg Zion,
den du zur Wohnung erwählt hast.

Erhebe deine Schritte zu den uralten Trümmern!
Dein Feind hat im Heiligtum alles verwüstet.
Deine Widersacher lärmten an deiner heiligen Stätte,
stellten ihre Banner auf als Zeichen des Sieges.

Wie einer die Angst schwingt im Dickicht des Waldes,
so zerschlugen sie all das Schnitzwerk
mit Beil und Hammer.
Sie legten an dein Heiligtum Feuer,
entweihten die Wohnung deines Namens
bis auf den Grund.

Blick hin auf deinen Bund!
Denn voll von Schlupfwinkeln der Gewalt
ist unser Land.
Lass den Bedrückten
nicht beschämt von dir weggehen!
Arme und Gebeugte sollen deinen Namen rühmen.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Christus hat unsere Leiden auf sich genommen, unsere Krankheiten hat er getragen. Halleluja.

Evangelium

Mt 8,5–13
Heilungen
Als er nach Kafarnaum kam, trat ein Hauptmann an ihn heran und bat ihn: Herr, mein Diener liegt gelähmt zu Hause und hat grosse Schmerzen. Jesus sagte zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen.

Da antwortete der Hauptmann: Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund. Auch ich muss Befehlen gehorchen und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es.

Jesus war erstaunt, als er das hörte, und sagte zu denen, die ihm nachfolgten: Amen, das sage ich euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei niemand gefunden. Ich sage euch: Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen; die aber, für die das Reich bestimmt war, werden hinausgeworfen in die äusserste Finsternis; dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen.

Und zum Hauptmann sagte Jesus: Geh! Es soll geschehen, wie du geglaubt hast. Und in derselben Stunde wurde der Diener gesund.

Jesus ging in das Haus des Petrus und sah, dass dessen Schwiegermutter im Bett lag und Fieber hatte. Da berührte er ihre Hand, und das Fieber wich von ihr. Und sie stand auf und sorgte für ihn.
Am Abend brachte man viele Besessene zu ihm. Er trieb mit seinem Wort die Geister aus und heilte alle Kranken. Dadurch sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: Er hat unsere Leiden auf sich genommen und unsere Krankheiten getragen.

Jesus Heiland für alle
Zwischen den Zeilen sind aus diesem Evangelium bestimmte theologische Aussagen herauszuhören:
1. Bei Jesus gilt kein Ansehen der Person, und allen, ohne Unterschied der Nation, steht der Zugang zu ihm offen. Nach der Heilung eines jüdischen Aussätzigen heilt er jetzt einen heidnischen Diener (ohne von ihm zu verlangen, dass er sich nach dem Gesetz den Priestern zeigt); Jesus heilt eine Frau und auch Kranke, die erst zu späterer Stunde kommen.
2. Jesus rühmt den Glauben, der mehr als ein Fürwahrhalten ist, nämlich eine Ehrfurcht vor dem Wirken Gottes und ein tiefes Vertrauen.
3. Jesus ist der „Gottesknecht“ des Jesaja, denn er nimmt Leid und Krankheit hinweg.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, du hast die Kranken geheilt. Wir bitten dich:
Für die Gemeinschaft der Kirche: Stärke sie im Vertrauen auf dein Wort.
Für die Kranken: Mache sie gesund an Leib und Seele.
Für die Völker, die unter Krieg und Unterdrückung leiden: Schenke ihnen eine bessere Zukunft.
Für uns selber: Gib, dass wir nie an der Barmherzigkeit Gottes zweifeln.

Christus, Heiland und Erlöser, vertiefe das Vertrauen deiner Gläubigen, damit sie dir und den Nächsten uneigennützig dienen. Dir sei Lob und Preis in alle Ewigkeit.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, beim Gedenken an die selige Jungfrau Maria hast du uns mit dem Brot des Himmels gestärkt. Lass uns einst mit Maria und allen Heiligen teilnehmen am Mahl des ewigen Lebens. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.