Gottes Wort
Freitag
14
Januar 2022

Gottes Wort
14.01.2022

Freitag der 1. Woche im Jahreskreis

Nicht alles was neu ist, ist deshalb schon gut. Doch in der ersten Lesung gibt Gott dem Drängen des Volkes nach und toleriert den Wechsel des politischen Systems, auch wenn der Wunsch „zu sein wie die andern Völker“ fraglich ist. Im Evangelium bricht Jesus ein soziales und religiöses Tabu, weil ihn das Vertrauen der Anwesenden drängt, einem Notleidenden unverzüglich zu helfen. „So etwas haben wir noch nie gesehen!“ Etwas Neues!

Kyrie

Christus, du verkündest Gottes Wort. Herr, erbarme dich.
Du siehst auf den Glauben der Menschen. Christus, erbarme dich.
Du vergibst die Sünden. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Unser Herr Jesus Christus hat gesagt: „Nicht Gesunde brauchen den Arzt, sondern Kranke. Nicht Gerechte zu rufen bin ich gekommen, sondern die Sünder.“ Darum beten wir: Barmherziger Gott. Zu Unrecht halten wir uns oft für gut und glauben, gerecht vor dir zu sein. Wecke uns aus unserer falschen Sicherheit, befreie uns von unserer Selbstgerechtigkeit und heile uns durch Jesus Christus, den Arzt der Kranken, den Heiland der Sünder, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

1 Sam 8,4–7.10–22a
Das Volk postuliert einen König

Alle Ältesten Israels versammelten sich und gingen zu Samuel nach Rama. Sie sagten zu ihm: Du bist nun alt und deine Söhne gehen nicht auf deinen Wegen. Darum setze jetzt einen König bei uns ein, der uns regieren soll, wie es bei allen Völkern der Fall ist.

Aber Samuel missfiel es, dass sie sagten: Gib uns einen König, der uns regieren soll. Samuel betete deshalb zum Herrn, und der Herr sagte zu Samuel: Hör auf die Stimme des Volkes in allem, was sie zu dir sagen. Denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen: Ich soll nicht mehr ihr König sein.

Samuel teilte dem Volk, das einen König von ihm verlangte, alle Worte des Herrn mit. Er sagte: Das werden die Rechte des Königs sein, der über euch herrschen wird: Er wird eure Söhne holen und sie für sich bei seinen Wagen und seinen Pferden verwenden und sie werden vor seinem Wagen herlaufen. Er wird sie zu Obersten über (Abteilungen von) Tausend und zu Führern über (Abteilungen von) Fünfzig machen. Sie müssen sein Ackerland pflügen und seine Ernte einbringen. Sie müssen seine Kriegsgeräte und die Ausrüstung seiner Streitwagen anfertigen.

Eure Töchter wird er holen, damit sie ihm Salben zubereiten und kochen und backen. Eure besten Felder, Weinberge und Ölbäume wird er euch wegnehmen und seinen Beamten geben. Von euren Äckern und euren Weinbergen wird er den Zehnten erheben und ihn seinen Höflingen und Beamten geben.

Eure Knechte und Mägde, eure besten jungen Leute und eure Esel wird er holen und für sich arbeiten lassen. Von euren Schafherden wird er den Zehnten erheben. Ihr selber werdet seine Sklaven sein.

An jenem Tag werdet ihr wegen des Königs, den ihr euch erwählt habt, um Hilfe schreien, aber der Herr wird euch an jenem Tag nicht antworten.

Doch das Volk wollte nicht auf Samuel hören, sondern sagte: Nein, ein König soll über uns herrschen. Auch wir wollen wie alle anderen Völker sein. Unser König soll uns Recht sprechen, er soll vor uns herziehen und soll unsere Kriege führen. Samuel hörte alles an, was das Volk sagte, und trug es dem Herrn vor. Und der Herr sagte zu Samuel: Hör auf ihre Stimme und setz ihnen einen König ein!

Einführung des Königtums?
Der alte Samuel möchte die bisherige Ordnung der Gesellschaft nicht ändern. Er fürchtet, dass Freiheiten des Volkes verloren gehen, und dass ein Mensch regieren werde statt Gott. Aber Gott selber lässt die Wünsche des Volkes nach einer neuen politischen Struktur zu, welche den Bestand des Volkes in der Konkurrenz mit seinen Nachbarn sichern konnte. Auch Jesus wird später erklären, er sei nicht gekommen, das Erbe von zwei Brüdern zu teilen. Es geht Gott und es geht Jesus primär um Geistliches, nicht um Zeitliches. Gottes Pläne gehen letztlich in Erfüllung. Mit Jesus werden ein geistliches Königtum und eine neue Brüderlichkeit kommen.

Antwortpsalm

Psalm 89,16–19
R: Von den Taten deiner Huld, o Herr, will ich ewig singen.

Wohl dem Volk,
das dich als König zu feiern weiss!
Herr, sie gehen im Licht deines Angesichts.
Sie freuen sich über deinen Namen zu jeder Zeit,
über deine Gerechtigkeit jubeln sie.

Denn du bist ihre Schönheit und Stärke,
du erhöhst unsre Kraft in deiner Güte.
Ja, unser Schild gehört dem Herrn,
unser König dem heiligen Gott Israels.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Ein grosser Prophet trat unter uns auf: Gott nahm sich seines Volkes an. Halleluja.

Evangelium

Mk 2,1–12
Die Heilung des Gelähmten
Als Jesus einige Tage später nach Kafarnaum zurückkam, wurde bekannt, dass er (wieder) zu Hause war. Und es versammelten sich so viele Menschen, dass nicht einmal mehr vor der Tür Platz war; und er verkündete ihnen das Wort.

Da brachte man einen Gelähmten zu ihm; er wurde von vier Männern getragen. Weil sie ihn aber wegen der vielen Leute nicht bis zu Jesus bringen konnten, deckten sie dort, wo Jesus war, das Dach ab, schlugen (die Decke) durch und liessen den Gelähmten auf seiner Tragbahre durch die Öffnung hinab. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!

Einige Schriftgelehrte aber, die dort sassen, dachten im Stillen: Wie kann dieser Mensch so reden? Er lästert Gott. Wer kann Sünden vergeben ausser dem einen Gott?

Jesus erkannte sofort, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Was für Gedanken habt ihr im Herzen? Ist es leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Tragbahre und geh umher?

Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Und er sagte zu dem Gelähmten: Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause!

Der Mann stand sofort auf, nahm seine Tragbahre und ging vor aller Augen weg. Da gerieten alle ausser sich; sie priesen Gott und sagten: So etwas haben wir noch nie gesehen.

Heilung des Gelähmten an Seele und Leib
Die frühen Christen verstehen die Heilung des Gelähmten als Zeichen jenes Heils für Leib und Seele, das für die messianische Zeit verheissen ist. Von den inneren Belastungen frei werden, ist noch wichtiger als die körperliche Heilung. Doch nach dem Propheten Daniel war der „Menschensohn“ für den Tag des Gerichts angesagt. Jesus lehrt und zeigt nun, dass das Gottesgericht hier und jetzt auf Erden vorbereitet wird, besonders durch Barmherzigkeit und durch die Vergebung der Sünden. Damit setzt sich Jesus über das bisherige, jüdische Verständnis der Religion hinweg. Seine Gegner sagen: „Er lästert Gott.“

Fürbitten

Christus, unser Heiland:
Stärke die Kirche, damit sie Leidenden zu helfen vermag.
Hindere die Mächtigen, Arme und Wehrlose auszunützen.
Steh allen bei, die an körperlichen oder seelischen Behinderungen leiden.
Wecke unseren Glauben, damit du uns helfen kannst.

Barmherziger Gott, halte deine starke Hand schützend über deinen Gläubigen und befreie uns von aller Not an Leib und Seele. So bitten wir, im Heiligen Geist, durch Christus, unseren Herrn.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott, durch dein Wort und dein Sakrament haben wir neue Kraft empfangen. Gib, dass wir im Leben dir und den Menschen dienen und dein Gefallen finden. Darum bitten wir, durch Christus, unseren Herrn.