Gottes Wort
Donnerstag
13
Januar 2022

Gottes Wort
13.01.2022

Donnerstag der 1. Woche im Jahreskreis

In der 1. Lesung fleht das Volk um die Hilfe Gottes, im Evangelium ein Augestossener um die Hilfe Jesu. Als schwache Menschen dürfen wir um die Hilfe Gottes bitten und so unser Vertrauen bezeugen. In beiden Texten finden sich aber auch Hinweise, dass Menschen nicht beliebig und im Eigeninteresse beten sollen. Wir dürfen beten, dass Gottes Reich in unsere Welt komme und dass sein Wille geschehe.

Kyrie

Christus, du hast Mitleid mit Notleidenden. Herr, erbarme dich.
Du hast Kranke geheilt. Christus, erbarme dich.
Dich haben die Menschen gesucht. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Allmächtiger Gott, erhöre unser Gebet und beschütze uns, denn wir setzen unsere ganze Hoffnung auf dich. Reinige uns von aller Sünde und hilf uns, in deiner Gnade zu leben, damit wir Erben deiner Verheissung werden. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

1 Sam 4,1b–11
Die Bundeslade fällt in die Hände der Philister

Israel zog gegen die Philister in den Krieg. Sie schlugen ihr Lager bei Eben–Eser auf und die Philister hatten ihr Lager in Afek. Die Philister rückten in Schlachtordnung gegen Israel vor und der Kampf wogte hin und her. Israel wurde von den Philistern besiegt, die von Israels Heer auf dem Feld etwa viertausend Mann erschlugen.


Als das Volk ins Lager zurückkam, sagten die Ältesten Israels: Warum hat der Herr heute die Philister über uns siegen lassen? Wir wollen die Bundeslade des Herrn aus Schilo zu uns holen; er soll in unsere Mitte kommen und uns aus der Gewalt unserer Feinde retten.


Das Volk schickte also (Männer) nach Schilo und sie holten von dort die Bundeslade des Herrn der Heere, der über den Kerubim thront. Hofni und Pinhas, die beiden Söhne Elis, begleiteten die Bundeslade Gottes. Als nun die Bundeslade des Herrn ins Lager kam, erhob ganz Israel ein lautes Freudengeschrei, sodass die Erde dröhnte.


Die Philister hörten das laute Geschrei und sagten: Was ist das für ein lautes Geschrei im Lager der Hebräer? Als sie erfuhren, dass die Lade des Herrn ins Lager gekommen sei, fürchteten sich die Philister; denn sie sagten: Gott ist zu ihnen ins Lager gekommen. Und sie riefen: Weh uns! Denn so etwas ist früher nie geschehen. Weh uns! Wer rettet uns aus der Hand dieses mächtigen Gottes? Das ist der Gott, der Ägypten mit allerlei Plagen [in der Wüste] geschlagen hat. Seid tapfer, Philister, und seid Männer, damit ihr nicht den Hebräern dienen müsst, wie sie euch gedient haben. Seid Männer und kämpft!


Da traten die Philister zum Kampf an und Israel wurde besiegt, sodass alle zu ihren Zelten flohen. Es war eine sehr schwere Niederlage. Von Israel fielen dreissigtausend Mann Fussvolk. Die Lade Gottes wurde erbeutet und die beiden Söhne Elis, Hofni und Pinhas, fanden den Tod.

Israel und sein Gott
Die Philister, Völker an der Küste, gewannen Oberhand über die hebräischen Nomadenstämme. Diese besinnen sich auf ihren Gott, der sie auf der Wüstenwanderung begleitet hatte. Sie lassen die Bundeslade (mit den beiden Gesetzestafeln) holen, da sie ein Sinnbild der Gegenwart Gottes ist. Israel versteht bereits, dass sein Gott, im Unterschied zu den Gottheiten anderer Völker, nicht an einen bestimmten Ort gebunden ist. Doch sind die Vorstellungen noch allzu magisch. Gott lässt sich nicht zu einem bestimmten Verhalten nötigen, auch nicht wenn Freudentänze und Kriegsgesänge um die Lade aufgeführt werden.

Antwortpsalm

Psalm 44,10–11.14–15.24–25
R: In deiner Huld erlöse uns, o Herr!

Du hast uns verstossen und mit Schmach bedeckt,
du ziehst nicht mit unserm Heer in den Kampf.
Du lässt uns vor unsern Bedrängern fliehen
und Menschen, die uns hassen, plündern uns aus.

Du machst uns zum Schimpf für die Nachbarn,
zu Spott und Hohn bei allen, die rings um uns wohnen.
Du machst uns zum Spottlied der Völker,
die Heiden zeigen uns nichts als Verachtung.

Wach auf! Warum schläfst du, Herr?
Erwache, verstoss nicht für immer!
Warum verbirgst du dein Gesicht,
vergisst unsere Not und Bedrängnis?

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Jesus verkündete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden. Halleluja.

Evangelium

Mk 1,40–45
Die Heilung eines Aussätzigen
Ein Aussätziger kam zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde. Jesus hatte Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es – werde rein! Im gleichen Augenblick verschwand der Aussatz und der Mann war rein.

Jesus schickte ihn weg und schärfte ihm ein: Nimm dich in Acht! Erzähl niemand etwas davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Reinigungsopfer dar, das Mose angeordnet hat. Das soll für sie ein Beweis (meiner Gesetzestreue) sein.

Der Mann aber ging weg und erzählte bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; er verbreitete die ganze Geschichte, sodass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich nur noch ausserhalb der Städte an einsamen Orten auf. Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm.

Heilung und Wiedereingliederung eines Ausgegrenzten
Aussätzige waren nicht nur hoffnungslos Kranke, sondern auch unberührbare Ausgestossene. Auf die Bitte des Aussätzigen hin überkommt Jesus tiefes, inneres Mitleid, und in prophetischer Erregung durchbricht Jesus die geltenden Normen. Er berührt den Unreinen und spricht sein heilendes Wort: „Ich will“. Auf die Heilung der Person folgt ihre Wiedereingliederung in die Gemeinschaft. Jesus will nicht, dass man ihn kurzsichtig als Wundertäter versteht, wie es deren viele gab. Darum Jesu Schweigegebot. – Verstehen wir selber Jesus? Seine Menschlichkeit erschliesst seine göttliche, heilende und kommunikative Kraft, die eine neue Lebensgemeinschaft stiftet. Doch seine Heilungen sind erst ein Vor–Zeichen jener neuen Welt des Heils, die durch Tod und Auferstehung Jesu eröffnet wird.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, du fügst einen Geheilten wieder in die Gemeinschaft ein:
Erweise heute deine heilende Kraft an den Einzelnen und an den Gemeinschaften.
Schenke den Völkern Freiheit und Frieden.
Reinige uns und alle Sünder von jeder Schuld.
Lass uns heute, schon am Morgen dein Erbarmen erfahren und am Abend dir danken.

Barmherziger Gott, sei uns nahe uns schenke uns gnädig die Gaben deiner Güte. So bitten wir, im Heiligen Geist, durch Christus, unseren Herrn.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, du bist es, der uns in diesem heiligen Sakrament begegnet. Lass die Kraft dieser Speise in uns wirksam werden und mache uns durch dieses grosse Geschenk bereit, stets neu deine Gaben zu empfangen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.