Gottes Wort
21.07.2021

Mittwoch der 16. Woche im Jahreskreis

Die erste Lesung spricht heute von einer Existenzkrise Israels. Es wurde von Gott gerettet und gerät nun auf dem langen Weg durch die Wüste in eine bedrohliche Lage. Das Evangelium reflektiert kritische Situationen der frühen Christengemeinden. Die Botschaft des Wortes, so wertvoll sie ist, stösst zum Teil auf Unverständnis.

Kyrie

Christus, du bist unser Lehrer. Herr, erbarme dich.
Du bist der Sämann des Wortes. Christus, erbarme dich.
Du mahnst uns, hellhörig zu sein. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Gott. Dein Wort bringt Licht und Freude in die Welt. Es macht das Leben reich, es stiftet Frieden und Versöhnung. Gib, dass wir es nicht achtlos überhören. Mach uns aufnahmebereit. Bring dein Wort in uns zu hundertfältiger Frucht. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Ex 16,1–5.9–15
Unterwegs in der Wüste

Die ganze Gemeinde der Israeliten brach von Elim auf und kam in die Wüste Sin, die zwischen Elim und dem Sinai liegt. Es war der fünfzehnte Tag des zweiten Monats nach ihrem Auszug aus Ägypten.

Die ganze Gemeinde der Israeliten murrte in der Wüste gegen Mose und Aaron. Die Israeliten sagten zu ihnen: Wären wir doch in Ägypten durch die Hand des Herrn gestorben, als wir an den Fleischtöpfen sassen und Brot genug zu essen hatten. Ihr habt uns nur deshalb in diese Wüste geführt, um alle, die hier versammelt sind, an Hunger sterben zu lassen.

Da sprach der Herr zu Mose: Ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen. Das Volk soll hinausgehen, um seinen täglichen Bedarf zu sammeln. Ich will es prüfen, ob es nach meiner Weisung lebt oder nicht. Wenn sie am sechsten Tag feststellen, was sie zusammengebracht haben, wird es doppelt so viel sein, wie sie sonst täglich gesammelt haben.

Dann sagte Mose zu Aaron: Sag der ganzen Gemeinde der Israeliten: Tretet hin vor den Herrn; denn er hat euer Murren gehört. Während Aaron zur ganzen Gemeinde der Israeliten sprach, wandten sie sich zur Wüste hin.

Da erschien plötzlich in der Wolke die Herrlichkeit des Herrn. Der Herr sprach zu Mose: Ich habe das Murren der Israeliten gehört. Sag ihnen: Am Abend werdet ihr Fleisch zu essen haben, am Morgen werdet ihr satt sein von Brot und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr, euer Gott, bin.

Am Abend kamen die Wachteln und bedeckten das Lager. Am Morgen lag eine Schicht von Tau rings um das Lager. Als sich die Tauschicht gehoben hatte, lag auf dem Wüstenboden etwas Feines, Knuspriges, fein wie Reif, auf der Erde.

Als das die Israeliten sahen, sagten sie zueinander: Was ist das? Denn sie wussten nicht, was es war. Da sagte Mose zu ihnen: Das ist das Brot, das der Herr euch zu essen gibt.

Das Mannawunder
Diese Erzählung ist ein der Tradition entnommener Bericht und bietet eine Unterweisung. Der Bericht sagt, dass das auserwählte Volk in der Wüste in eine existentielle Krise geriet. Es kann sich selber nicht helfen und murrt. Es ist versucht, für die gute alte Zeit (der Sklaverei!) zu schwärmen. In dieser Prüfung (das ist die Lehre) lernt das Volk, vor Gott arm zu sein, und lernt, dass Gott es nicht seinem Schicksal überlässt. Er schenkt Brot vom Himmel. – Die Christen denken an Jesus selber und besonders an das Sakrament der Eucharistie.

Antwortpsalm

Psalm 78,18–19.23–28
R: Der Herr gab ihnen Brot vom Himmel.

In ihrem Herzen versuchten sie Gott,
forderten Nahrung für den Hunger.
Sie redeten gegen Gott; sie fragten:
«Kann uns denn Gott den Tisch decken in der Wüste?

Dennoch gebot er den Wolken droben
und öffnete die Tore des Himmels.
Er liess Manna auf sie regnen als Speise,
er gab ihnen Brot vom Himmel.

Da assen die Menschen Wunderbrot;
Gott gab ihnen Nahrung in Fülle.
Er liess den Ostwind losbrechen droben am Himmel,
führte in seiner Macht den Südwind herbei.

Er liess Fleisch auf sie regnen wie Staub,
gefiederte Vögel wie Sand am Meer.
Er liess sie mitten ins Lager fallen,
rings um Israels Zelte.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Der Samen ist das Wort Gottes, der Sämann ist Christus. Wer Christus findet, der bleibt in Ewigkeit. Halleluja.

Evangelium

Mt 13,1–9
Das Gleichnis vom Sämann
An jenem Tag verliess Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. Da versammelte sich eine grosse Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen.

Er sagte: Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg und die Vögel kamen und frassen sie.

Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte.

Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat

Ein anderer Teil schliesslich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreissigfach.

Wer Ohren hat, der höre!

Wie das Himmelreich zu verstehen ist
Die Gleichnisse bieten eine Reflexion Jesu über das von ihm angekündigte Kommen der Gottesherrschaft, also einer Welt im Sinne Gottes. Jesu Wort bezieht sich unablässig auf dieses kommende Reich Gottes. Das heutige Gleichnis zeigt, dass das Säen und Ernten des Gotteswortes nicht ohne Prüfungen abgeht. Es gibt die Krise der Aufnahmebereitschaft, die Krise des Wachstums, die Krise des Durchhaltens und die Krise der Bedrohung von aussen. Die Gemeinde des Matthäus spürt, dass nicht nur das Säen wichtig ist, sondern auch die Entwicklungen, die das neue Leben durchmacht.

Fürbitten

Herr, Jesus Christus, du bist der Sämann des Wortes Gottes. Wir bitten dich:
Hilf der Kirche, dein Wort in unserer Zeit glaubwürdig zu verkünden.
Gib allen, die dein Wort hören, Sinn für soziale Gerechtigkeit.
Lass kranke und einsame Menschen Kraft finden in deinem Wort.
Begleite die Ordensleute und uns alle auf den Pilgerwegen des Lebens.

Barmherziger Gott, schau auf uns und erhöre unser Gebet, wenn wir demütig um deinen Beistand bitten. Im Heiligen Geist, durch Jesus Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, höre unser Gebet. Du hast uns im Sakrament das Brot des Himmels gegeben, damit wir an Seele und Leib gesunden. Gib, dass wir die Gewohnheiten des alten Menschen ablegen und als neue Menschen leben. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.