Gottes Wort
Sonntag
28
Juni 2020

Gottes Wort
28.06.2020

13. Sonntag im Jahreskreis

An jedem „Herrentag“ verkünden und feiern wir das Sterben und Auferstehen Christi. Heute ist dieses Mysterium von Tod und neuem Leben, das die Glaubenden mit Christus verbindet, das Thema der zweiten Lesung und des Evangeliums. In diesem und in der ersten Lesung findet sich das Motiv des Gastes, dem die Liebe gilt und der ein von Gott stammendes Leben vermittelt.

Kyrie

Christus, wir sind auf deinen Tod getauft. Herr, erbarme dich.
Dein Kreuz öffnet den Zugang zum neuen Leben. Christus, erbarme dich.
In dir finden wir ewiges Leben. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Gott, unser Vater, du hast uns in der Taufe zu Kindern des Lichtes gemacht. Lass nicht zu, dass die Finsternis des Irrtums über uns Macht gewinnt, sondern hilf uns, im Licht deiner Wahrheit zu bleiben. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

2 Kön 4,8–10.14–16
Vom Tod zum Leben

Eines Tages ging Elischa nach Schunem. Dort lebte eine vornehme Frau, die ihn dringend bat, bei ihr zu essen. Seither kehrte er zum Essen bei ihr ein, sooft er vorbeikam.

Sie aber sagte zu ihrem Mann: Ich weiss, dass dieser Mann, der ständig bei uns vorbeikommt, ein heiliger Gottesmann ist. Wir wollen ein kleines, gemauertes Obergemach herrichten und dort ein Bett, einen Tisch, einen Stuhl und einen Leuchter für ihn bereitstellen. Wenn er dann zu uns kommt, kann er sich dorthin zurückziehen.

Als Elischa eines Tages wieder hinkam, fragte er seinem Diener Gehasi, was man für die Frau tun könne. Dieser antwortete: Nun, sie hat keinen Sohn und ihr Mann ist alt. Da befahl er: Ruf sie herein!

Er rief sie und sie blieb in der Tür stehen. Darauf versicherte ihr Elischa: Im nächsten Jahr um diese Zeit wirst du einen Sohn liebkosen.

Begegnung mit dem Gott des Lebens
Eine heidnische Frau leidet, weil sie kinderlos blieb. Sie ist aber eine mütterliche Frau und ist sofort bereit, einen fremden Propheten gastfreundlich zu betreuen. Ohne es zu ahnen, nimmt sie bei diesem Empfang Gott selber auf (Ev.: „Wer einen Propheten aufnimmt, nimmt mich auf.“) Gott zeigt seine Gegenwart im Geschenk neuen Lebens an die gastfreundliche Frau.

Antwortpsalm

Psalm 89,2–3.16–19
R: Von den Taten deiner Huld, Herr, will ich ewig singen.

Von den Taten deiner Huld, Herr, will ich ewig singen,
bis zum fernsten Geschlecht
laut deine Treue verkünden.
Denn ich bekenne:
Deine Huld besteht für immer und ewig;
deine Treue steht fest im Himmel.

Wohl dem Volk, das dich als König zu feiern weiss!
Herr, sie gehen im Licht deines Angesichts.
Sie freuen sich über deinen Namen zu jeder Zeit,
über deine Gerechtigkeit jubeln sie.

Denn du bist ihre Schönheit und Stärke,
du erhöhst unsre Kraft in deiner Güte.
Ja, unser Schild gehört dem Herrn,
unser König dem heiligen Gott Israels.

2. Lesung

Röm 6,3–4.8–11
Die Gemeinschaft der Getauften mit Christus

Wisst ihr denn nicht, dass wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?

Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod; und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben.

Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden. Wir wissen, dass Christus, von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Macht mehr über ihn. Denn durch sein Sterben ist er ein für allemal gestorben für die Sünde, sein Leben aber lebt er für Gott.

So sollt auch ihr euch als Menschen begreifen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.

Der sakramentale Weg vom Tod zum Leben
Paulus entfaltet hier seine Theologie der Taufe auf den Namen Christi: Auf sakramentale Weise verweist das Eintauchen ins Wasser (zunächst Todeswasser!) auf ein Mit–Sterben mit dem Gekreuzigten. Wer aber tief mit dem Todesschicksal Christi verbunden ist, wird auch mit ihm zum Leben auferstehen. Das Auftauchen aus dem Taufbrunnen (Wasser des Lebens) bezeichnet und bewirkt sakramental die Teilnahme am neuen Leben Christi. Diese Wirklichkeit des Glaubens gilt der leib–seelischen Person ganzheitlich.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm. Verkündet die grossen Taten Gottes, der euch in sein wunderbares Licht gerufen hat. Halleluja.

Evangelium

Mt 10,37–42
Von der Nachfolge – Von der Aufnahme der Jünger
Jesus sprach zu seinen Jüngern: Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig.

Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.

Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil es ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten.

Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist – amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen.

Der Weg zum Leben und die Konsequenzen
Am Schluss der Aussendungsrede reiht Matthäus sechs Aussprüche Jesu auf. Sie handeln von der Nachfolge und sind direkt an die Zwölf gerichtet. Weil sich am Horizont bereits das Kreuz abzeichnet, tönen diese Worte ernst. Sie sind auch von uns ernst zu nehmen, die wir nicht unterwegs nach Jerusalem sind, aber diese Worte Jesu sind im Einklange mit seiner ganzen Botschaft auszulegen. – 10,37: Der Dekalog gilt weiterhin; die Nachfolge ist nicht gegen die familiären Bande auszulegen! Vorausgesetzt ist eine Liebe zwischen Jesus und den Seinen, die so tief ist, dass sie den Familienbanden nicht nachsteht. Im Konfliktfall hat die Bindung an Jesus Vorrang. 38: Wie der Verurteilte sein Kreuz aufnehmen und zur Richtstätte tragen muss, so führt auch der Weg der Jünger zum Kreuz, das zunächst todbringend scheint. Es war aber für Jesus Hingabe und hat ihn in die Erhöhung und das neue Leben geführt. Das Kreuz anzunehmen ist das Markenzeichen der Christen. So werden sie wirklich Gesandte des Auferstandenen. 39: Sein „Leben/psyche verlieren“ bedeutet wohl, den bisherigen Lebensstil (ohne Jesus – gottlos) aufgeben. 40: Wer die von Jesus ausgesandten Jünger aufnimmt, nimmt ihn und seinen Vater auf. 41: Auch „Propheten/Wanderprediger/Gerechte“ sollen als Gottesboten aufgenommen werden (vgl. Lesung). 42: Gleiches gilt für die „Kleinen/Hilfebedürftigen“, deren Durst/Not zu beheben ist. Besonders hier ist klar, dass nicht nur die Zwölf, sondern alle angesprochen sind, und dass Jesus nicht überfordern, sondern zu echter Liebe führen will. (vgl. H. Stettberger; www.perikopen.de)

Fürbitten

Christus, du rufst uns zur Nachfolge. Wir bitten dich:
Für alle Getauften: Zeige ihnen deine Nachfolge als Weg zu ewigem Leben.
Für alle, die in deinem Namen Gastfreundschaft üben: Begleite und stärke sie.
Für alle, die das Evangelium verkünden: Bewahre sie vor überheblichem Auftreten.
Für die Völker der Erde: Lehre sie, den Wert des Lebens zu achten.
Für Mütter, die kinderlos blieben: Mache ihr Leben zu einem Segen für andere.
Für uns selber: Stärke unsere Verbundenheit mit deinem Sterben und deinem Leben.

Barmherziger Gott, du kennst unser Herz und weisst um unsere Sehnsucht nach Leben. So erhöre unser Gebet, durch Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Gütiger Gott, die heilige Opfergabe, die wir dargebracht und empfangen haben, schenke uns neues Leben. Lass uns Frucht bringen in Beharrlichkeit und dir auf immer verbunden bleiben. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.