Gottes Wort
Montag
6
April 2020
Montag der Karwoche Lesejahr: A 2

Gottes Wort
06.04.2020

Montag der Karwoche

Die Kartage bieten inhaltlich reiche Texte, die sich voll auf Christus beziehen. Er schimmert durch in der Gestalt des Gottesknechtes (erste Lesung). Er, aber auch die Gegnerschaft zu ihm, finden wir in den Personen des Evangeliums.

Kyrie

Christus, du bist der Gottesknecht. Herr, erbarme dich.
Du bist der Erwählte Gottes. Christus, erbarme dich.
Du stiftest den neuen Bund in deinem Blut. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Allmächtiger Gott, in unserer Schwachheit versagen wir und sind anfällig für das Böse. Schau hin auf das Leiden deines Sohnes, richte uns wieder auf und schenke uns neues Leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Jes 42,5a.1–7
Aus dem ersten Lied vom Gottesknecht

So spricht Gott, der Herr: Seht, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Völkern das Recht. Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Strasse erschallen. Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht. Er wird nicht müde und bricht nicht zusammen, bis er auf der Erde das Recht begründet hat. Auf sein Gesetz warten die Inseln.

So spricht Gott, der Herr, der den Himmel erschaffen und ausgespannt hat, der die Erde gemacht hat und alles, was auf ihr wächst, der den Menschen auf der Erde den Atem verleiht und allen, die auf ihr leben, den Geist: Ich, der Herr, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen, ich fasse dich an der Hand. Ich habe dich geschaffen und dazu bestimmt, der Bund für mein Volk und das Licht für die Völker zu sein: blinde Augen zu öffnen, Gefangene aus dem Kerker zu holen und alle, die im Dunkel sitzen, aus ihrer Haft zu befreien.

Der erwählte Knecht Gottes und seine Sendung (erstes Lied vom Gottesknecht)
Der Gottesknecht ist eine Personifikation des Volkes Israel, das nun in der Verbannung lebt, als Minorität unter fremden Kulturen in Babylon. Wider allen Anschein schreibt ihm der Verfasser eine göttliche Berufung und Sendung zu: Geistträger; Licht für andere Kulturen; Vermittlung von Freiheit und Recht. Die Erfüllung dieser Sendung erfolgt gewaltlos, in Demut, im Dialog, mit Ausdauer. So wird ein neuer Bund begründet. – Jesus wird diese Knechtsrolle übernehmen. Die Christen sollen seine Sendung weiterführen, in was immer sie für Kulturen leben. (Frisque)

Antwortpsalm

Psalm 27,1–3,13–14
R: Der Herr ist mein Licht und mein Heil.

Der Herr ist mein Licht und mein Heil:
Vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist die Kraft meines Lebens:
Vor wem sollte mir bangen?

Dringen Frevler auf mich ein,
um mich zu verschlingen,
meine Bedränger und Feinde,
sie müssen straucheln und fallen.

Mag ein Heer mich belagern:
Mein Herz wird nicht verzagen.
Mag Krieg gegen mich toben:
Ich bleibe dennoch voll Zuversicht.

Ich bin gewiss, zu schauen
die Güte des Herrn im Land der Lebenden.
Hoffe auf den Herrn und sei stark!
Hab festen Mut und hoffe auf den Herrn!

Ruf vor dem Evangelium

Lob sei dir, Herr, König der ewigen Herrlichkeit! Sei gegrüsst, du unser König: Als wir in die Irre gingen, nahmst du allein dich unser an. Lob sei dir, Herr, König der ewigen Herrlichkeit!

Evangelium

Joh 12,1–11
Die Salbung in Betanien
Sechs Tage vor dem Paschafest kam Jesus nach Betanien, wo Lazarus war, den er von den Toten auferweckt hatte. Dort bereiteten sie ihm ein Mahl; Marta bediente und Lazarus war unter denen, die mit Jesus bei Tisch waren. Da nahm Maria ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl, salbte Jesus die Füsse und trocknete sie mit ihrem Haar. Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt.

Doch einer von seinen Jüngern, Judas Iskariot, der ihn später verriet, sagte: Warum hat man dieses Öl nicht für dreihundert Denare verkauft und den Erlös den Armen gegeben? Das sagte er aber nicht, weil er ein Herz für die Armen gehabt hätte, sondern weil er ein Dieb war; er hatte nämlich die Kasse und veruntreute die Einkünfte.

Jesus erwiderte: Lass sie, damit sie es für den Tag meines Begräbnisses tue. Die Armen habt ihr immer bei euch, mich aber habt ihr nicht immer bei euch. Viele Juden hatten erfahren, dass Jesus dort war, und sie kamen, jedoch nicht nur um Jesu willen, sondern auch um Lazarus zu sehen, den er von den Toten auferweckt hatte.

Die Hohenpriester aber beschlossen, auch Lazarus zu töten, weil viele Juden seinetwegen hingingen und an Jesus glaubten.

Die vorösterliche Salbung
Die auch von andern Evangelisten erwähnte Salbung vor der Passion wird von Johannes vor dem Einzug nach Jerusalem und im Kontext der Auferweckung des Lazarus angesetzt. So erhält sie eine österliche und christologische Bedeutung. – Merkmal dieser Salbung ist die Überfülle (Wert: zehn Monatslöhne!). Wo Jesus gegenwärtig ist, erfahren wir die reiche und überfliessende Liebe Gottes, die (im Unterschied zum Leichengeruch des Lazarus) im ganzen Haus (der Kirche) eine angenehme Atmosphäre verbreitet. – Der Einwand der Verschwendung ist unberechtigt, weil es um den bevorstehenden Tod Jesu geht, also um eine unvergleichbare Situation; denn Jesus ist absolut einzigartig. – Der Tötungsbeschluss gegen Lazarus weist die zum neuen Leben in Christus erweckten Getauften daraufhin, dass der Lebensmacht Christi weiterhin die Todesmacht von Gegnern gegenüber steht. (Porsch)

Fürbitten

Christus, du bringst den lebenspendenden Atem Gottes:
Mache die ganze Kirche zur Trägerin von Geist und Leben.
Du bist das Licht der Völker: Befreie die Menschen aus dem Dunkel der Angst.
Deine grosse Liebe wurde verraten: Befreie harte Herzen von Missgunst und Neid.
Der Duft des Salböls verbreitete sich im ganzen Haus: Verbreite unter uns den Geist der Liebe.

Barmherziger Gott und Vater, durch deinen Sohn schenkst du uns das Licht und den Atem eines neuen Lebens. Lass uns voll Freude das Opfer des Lobes und Dankes feiern. Im Heiligen Geist, durch Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Herr, unser Gott, du bist bei deinem Volk eingekehrt und hast durch die heiligen Geheimnisse in uns Wohnung genommen. Bleibe uns nahe und wache über uns, damit wir die Heilsgabe bewahren, die uns durch dein Erbarmen zuteil geworden ist. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.