Gottes Wort
03.11.2019

31. Sonntag im Jahreskreis

Gott ist anders als wir ihn uns vorstellen. Er ist nicht kleinlich. Seine Barmherzigkeit kennt keine Grenzen. Jesus zeigt dies heute im Evangelium; er offenbart in überraschender Weise die Menschenfreundlichkeit Gottes.

Kyrie

Christus, Menschensohn, du kehrst bei Sündern ein. Herr, erbarme dich.
Du kommst, um das Verlorene zu suchen und zu retten. Christus, erbarme dich.
Du bist der Freund des Lebens. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Allmächtiger, barmherziger Gott, es ist deine Gabe und dein Werk, wenn das gläubige Volk dir würdig und aufrichtig dient. Nimm alles von uns, was uns auf dem Weg zu dir aufhält, damit wir ungehindert der Freude entgegeneilen, die du uns verheissen hast. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Weish 11,22–12,2
Gott ist Freund des Lebens, auch wenn er straft.

Gott, du hast mit allen Erbarmen, weil du alles vermagst, und siehst über die Sünden der Menschen hinweg, damit sie sich bekehren.

Du liebst alles, was ist, und verabscheust nichts von allem, was du gemacht hast; denn hättest du etwas gehasst, so hättest du es nicht geschaffen. Wie könnte etwas ohne deinen Willen Bestand haben, oder wie könnte etwas erhalten bleiben, das nicht von dir ins Dasein gerufen wäre?

Du schonst alles, weil es dein Eigentum ist, Herr, du Freund des Lebens. Denn in allem ist dein unvergänglicher Geist.

Darum bestrafst du die Sünder nur nach und nach; du mahnst sie und erinnerst sie an ihre Sünden, damit sie sich von der Schlechtigkeit abwenden und an dich glauben, Herr.

Schonung und Therapie
Am Schluss einer Erzählung über den Auszug Israels aus Ägypten, staunt der Verfasser: Warum hat Gott die mächtigen Feinde Israels zwar gestraft, aber nicht vernichtet, obwohl ihm dies möglich war? Gott liebt alles, was er geschaffen hat und ist ein Freund des Lebens. Diese Antwort des Verfassers, der die Schöpfung für gut hält unterscheidet sich stark von den Vorstellungen vieler alter Texte über einen rächenden und strafenden Gott. Die Strafe selber hat einen therapeutischen Sinn.

Antwortpsalm

Psalm 145,1–2.8–11.13–14
R: Ich will dich rühmen, mein Gott und König.

Ich will dich rühmen, mein Gott und König,
und deinen Namen preisen immer und ewig;
ich will dich preisen Tag für Tag
und deinen Namen loben immer und ewig.

Der Herr ist gnädig und barmherzig,
langmütig und reich an Gnade.
Der Herr ist gütig zu allen,
sein Erbarmen waltet über all seinen Werken.

Danken sollen dir, Herr, all deine Werke
und deine Frommen dich preisen.
Sie sollen von der Herrlichkeit deines Königtums reden,
sollen sprechen von deiner Macht.

Der Herr ist treu in all seinen Worten,
voll Huld in all seinen Taten.
Der Herr stützt alle, die fallen,
und richtet alle Gebeugten auf.

2. Lesung

2 Thes 1,11–2,2
Fürbitte des Apostels – Warnung vor Schwärmern

Wir beten immer für euch, dass unser Gott euch eurer Berufung würdig mache und in seiner Macht allen Willen zum Guten und jedes Werk des Glaubens vollende. So soll der Name Jesu, unseres Herrn, in euch verherrlicht werden und ihr in ihm, durch die Gnade unseres Gottes und Herrn Jesus Christus.

Brüder, wir schreiben euch über die Ankunft Jesu Christi, unseres Herrn, und unsere Vereinigung mit ihm und bitten euch: Lasst euch nicht so schnell aus der Fassung bringen und in Schrecken jagen, wenn in einem prophetischen Wort oder einer Rede oder in einem Brief, der angeblich von uns stammt, behauptet wird, der Tag des Herrn sei schon da.

Die Wiederkunft Christi
An den letzten Sonntagen des Kirchenjahres tritt die Erwartung der Wiederkunft Christi vermehrt vor die Augen. Diese Frage beschäftigte auch die junge Christengemeinde von Thessalonich. Paulus muss vor Schwarmgeistern warnen, die von dem unmittelbar bevorstehenden oder schon geschehenen Kommen Christi sprachen. – Die Christen sollen sich bewähren. Der Herr ist ja in ihrer Mitte, wenn zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind. In diesem Glauben sollen sie wachsen.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja, Halleluja. So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat. Halleluja.

Evangelium

Lk 18,9–14
Jesus im Haus eines Zöllners
Jesus kam nach Jericho und ging durch die Stadt. Dort wohnte ein Mann namens Zachäus; er war der oberste Zollpächter und war sehr reich.

Er wollte gern sehen, wer dieser Jesus sei, doch die Menschenmenge versperrte ihm die Sicht; denn er war klein. Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen musste.

Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein. Da stieg er schnell herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf.

Als die Leute das sahen, empörten sie sich und sagten: Er ist bei einem Sünder eingekehrt.

Zachäus aber wandte sich an den Herrn und sagte: Herr, die Hälfte meines Vermögens will ich den Armen geben, und wenn ich von jemand zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück.

Da sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist. Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.

Bei wem und warum kehrt Jesus ein?
Jesus zieht nach Jerusalem hinauf. Er geht durc h die renommierte Stadt Jericho hindurch, zunächst ohne sich aufzuhalten. Doch der reiche Oberzöllner Zachäus möchte ihn sehen. Er ist ein Suchender und versteht seine Handicaps (Statur; Menschenmenge) zu überwinden. Jesus sieht in ihm mehr als einen vermöglichen „Abzocker“, nämlich einen Menschen guten Willens und einen „verlorenen Sohn Abrahams“. Dieser Blick Jesu und sein unerwartetes Wort verwandeln Zachäus und sein Suchen. Er wird Gastgeber, er räumt das Hindernis des Mammons grosszügig aus und darf sich der Hausgemeinschaft mit Jesus erfreuen. Im Heute dieser Gnadenstunde verwirklicht sich die Sendung des „Menschensohnes“, das Verlorene zu suchen und zu retten.

Fürbitten

Christus, du Freund des Lebens. Wir bitten:
Für die Getauften, dass sie suchenden Menschen den Blick auf dich nicht versperren.
Für die Hirten der Kirche: Schenke ihnen Augen für Menschen, die dich suchen.
Für die Männern und Frauen, die sich in der Mission für dich einsetzen: Segne ihren Dienst.
Für die Jugend: Schenke ihr Freude am Lernen und Arbeiten.
Für die arbeitende Bevölkerung: Erhalte ihr Arbeitsplätze und das tägliche Brot.
Für uns alle, dass uns materielle Sorgen nicht von dir abhalten.

Ewiger Gott, entferne aus der Kirche Christi alles, was einen Schatten auf die Gemeinschaft deiner Jünger wirft. Im Heiligen Geist durch Christus, unseren Herrn.

Schlussgebet

Gütiger Gott, du hast uns mit dem Brot des Himmels gestärkt. Lass deine Kraft in uns wirken, damit wir fähig werden, die ewigen Güter zu empfangen, die uns in diesen Gaben verheissen sind. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.