Gottes Wort
Sonntag
20
Oktober 2019

Gottes Wort
20.10.2019

29. Sonntag im Jahreskreis

Der Märtyrerbischof Cyprian (+ 258) schrieb: „ Widme dich sowohl dem Gebet wie der Lesung. Einmal sprichst du mit Gott, dann wieder spreche Gott zu dir.“ Vom Beten und von der heiligen Lesung sprechen heute die Texte.

Kyrie

Christus, Richter der Lebenden und der Toten. Herr, erbarme dich.
Lehrer des Gebetes. Christus, erbarme dich.
Wort Gottes. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Allmächtiger Gott, du bist unser Herr und Gebieter. Mach unseren Willen bereit, deinen Weisungen zu folgen, und gib uns ein Herz, das dir aufrichtig dient. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Ex 17,8–13
Gebet oder Waffen

Als Amalek kam und in Refidim den Kampf mit Israel suchte, sagte Mose zu Josua: Wähl uns Männer aus und zieh in den Kampf gegen Amalek! Ich selbst werde mich morgen auf den Gipfel des Hügels stellen und den Gottesstab mitnehmen.

Josua tat, was ihm Mose aufgetragen hatte, und kämpfte gegen Amalek, während Mose, Aaron und Hur auf den Gipfel des Hügels stiegen. Solange Mose seine Hand erhoben hielt, war Israel stärker; sooft er aber die Hand sinken liess, war Amalek stärker.

Als dem Mose die Hände schwer wurden, holten sie einen Steinbrocken, schoben ihn unter Mose und er setzte sich darauf. Aaron und Hur stützten seine Arme, der eine rechts, der andere links, sodass seine Hände erhoben blieben, bis die Sonne unterging.

So besiegte Josua mit scharfem Schwert Amalek und sein Heer.

Nicht auf die Waffen vertrauen!
Dieser Bericht stammt aus alter Zeit. Amalekiter und Israeliten stritten um Wasserquellen und Weidegründe. Josua, der spätere Nachfolger des Mose, soll zu den Waffen greifen. Wirklich hilfreich aber sind die (zum Gebet) erhobenen Hände des Mose. So wird die vorangige Notwendigkeit (betender) Zweisamkeit mit Gott unterstrichen. Manche Züge der Erzählung verraten noch eine magische Religiosität.

Antwortpsalm

Psalm 121
R: Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen:
Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Er lässt deinen Fuss nicht wanken;
er, der dich behütet, schläft nicht.
Nein, der Hüter Israels
schläft und schlummert nicht.

Der Herr ist dein Hüter, der Herr gibt dir Schatten;
er steht dir zur Seite.
Bei Tag wird dir die Sonne nicht schaden
noch der Mond in der Nacht.

Der Herr behüte dich vor allem Bösen,
er behüte dein Leben.
Der Herr behüte dich, wenn du fortgehst
und wiederkommst,
von nun an bis in Ewigkeit.

2. Lesung

2 Tim 3,14–4,2
Mahnungen an Timotheus

Du aber bleibe bei dem, was du gelernt und wovon du dich überzeugt hast. Du weisst, von wem du es gelernt hast; denn du kennst von Kindheit an die heiligen Schriften, die dir Weisheit verleihen können, damit du durch den Glauben an Christus Jesus gerettet wirst.

Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch nützlich zur Belehrung, zur Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit; so wird der Mensch Gottes zu jedem guten Werk bereit und gerüstet sein.

Ich beschwöre dich bei Gott und bei Christus Jesus, dem kommenden Richter der Lebenden und der Toten, bei seinem Erscheinen und bei seinem Reich: Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob man es hören will oder nicht; weise zurecht, tadle, ermahne, in unermüdlicher und geduldiger Belehrung.

Bewahren – sich vertiefen – verkünden
Der Inhalt der Glaubenslehre ist treu zu bewahren, durch die ständige Lektüre der „Schrift“ (in dieser Zeit bedeutet „Schrift“ das Alte Testament) zu vertiefen und ist immer neu zu verkünden. Der Christ nimmt sich deshalb die „Schrift“ und die apostolische Lehre gut zu Herzen, damit er seinen Glauben den vielen suchenden Menschen zuverlässig weitergeben kann.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja, Halleluja. Lebendig ist das Wort Gottes und voll Kraft; es richtet über die Regungen und Gedanken des Herzens. Halleluja.

Evangelium

Lk 18,1–8
Der gottlose Richter und die Witwe
Jesus sagte den Jüngern durch ein Gleichnis, dass sie allezeit beten und darin nicht nachlassen sollten:

In einer Stadt lebte ein Richter, der Gott nicht fürchtete und auf keinen Menschen Rücksicht nahm. In der gleichen Stadt lebte auch eine Witwe, die immer wieder zu ihm kam und sagte: Verschaff mir Recht gegen meinen Feind! Lange wollte er nichts davon wissen. Dann aber sagte er sich: Ich fürchte zwar Gott nicht und nehme auch auf keinen Menschen Rücksicht; trotzdem will ich dieser Witwe zu ihrem Recht verhelfen, denn sie lässt mich nicht in Ruhe. Sonst kommt sie am Ende noch und schlägt mich ins Gesicht.

Und der Herr fügte hinzu: Bedenkt, was der ungerechte Richter sagt. Sollte Gott seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen, sondern zögern? Ich sage euch: Er wird ihnen unverzüglich ihr Recht verschaffen.

Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde (noch) Glauben vorfinden?

Beten und Handeln
Beten ist für Christen mehr als ein Zeitvertreib, es ist lebensnotwendig, um glaubend, hoffend und liebend mit Gott verbunden zu sein. Unablässig beten? Nach dem heiligen Augustinus betet ohne Unterlass, wen die „Sehnsucht“ nach Gott begleitet, auch wenn sein Mund schweigt. Nach Origenes betet ohne Unterlass, wer von Glauben und Liebe motiviert die „Hände erhebt“, nämlich um Gutes zu tun. – Das Gleichnis betont die Dringlichkeit des Betens mit einem Vergleich „vom Kleineren zum Grösseren“. Wenn sich schon der gewissenlose und korrupte Richter bewegen lässt, wieviel mehr wird Gott mit seinen „Erwählten“ (die Gemeinden zur Zeit des Lukas!) sein, die „Tag und Nacht“ beten! – Am Schluss kommt der „Menschensohn“ ins Blickfeld. Sein nahes Kommen erwarteten die ersten Christen. Zur Zeit des Lukas und auch heute vermögen Glauben und Gebet, die Christen so zu stärken, dass sie weiterhin auf das Kommen des Herrn hoffen, sowohl am Ende ihres Lebens wie am Ende der Zeit. (vgl. C. Müller; perikopen.de)

Fürbitten

Herr Jesus Christus, du rüstest uns aus mit den Gaben des Geistes. Wir bitten:
Für die Hirten der Kirche, dass sie dein Wort in aller Welt verkünden.
Für die Getauften: Erneuere und festige ihre Bereitschaft, den Glauben zu bezeugen.
Für alle, die meinen, weder glauben noch beten zu können: Sei Licht auf ihrem Weg.
Für die Völker der Erde: Befreie sie von Hass, Terror und Krieg.
Für die Pfarrgemeinde: Stärke sie im Dienst der Glaubensverkündigung und der Caritas.
Für uns selber: Mache uns bereit, auf dein Wort zu hören und dir im Gebet zu antworten.

Gott, du lässt uns nie allein, sondern begleitest uns Tag für Tag in deiner Güte, die uns Vertrauen macht und Freude schenkt. Dafür danken wir dir, im Heiligen Geist, durch Christus, unseren Herrn.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott, gib, dass die heiligen Geheimnisse, die wir gefeiert haben, in uns Frucht bringen. Schenke uns Tag für Tag, was wir zum Leben brauchen, und führe uns zur ewigen Vollendung. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.