Gottes Wort
Donnerstag
10
Oktober 2019

Gottes Wort
10.10.2019

Donnerstag der 27. Woche im Jahreskreis

Was bringt es, Gott zu dienen? So wird in der ersten Lesung gefragt. Was bringt das Bittgebet? So wird im Evangelium gefragt. Neben die Antworten in diesen Texten sei die Aussage einer Präfation gestellt: Gott „unser Lobpreis kann deine Grösse nicht mehren, doch uns bringt er Segen und Heil.“

Kyrie

Christus, du bist der Sohn des ewigen Vaters. Herr, erbarme dich.
Du hast den Heiligen Geist gesandt. Christus, erbarme dich.
Du bist der Freund der Menschen. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Gott, unser Vater, alles Gute kommt allein von dir. Schenke uns deinen Geist, damit wir erkennen, was recht ist, und es mit deiner Hilfe auch tun. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Mal 3,13–20a
Der Tag der göttlichen Gerechtigkeit

Was ihr über mich sagt, ist kühn, spricht der Herr. Doch ihr fragt: Was sagen wir denn über dich? Ihr sagt: Es hat keinen Sinn, Gott zu dienen. Was haben wir davon, wenn wir auf seine Anordnungen achten und vor dem Herrn der Heere in Trauergewändern umhergehen? Darum preisen wir die Überheblichen glücklich, denn die Frevler haben Erfolg; sie stellen Gott auf die Probe und kommen doch straflos davon. – Darüber redeten die miteinander, die den Herrn fürchten. Der Herr horchte auf und hörte hin und man schrieb vor ihm ein Buch, das alle in Erinnerung hält, die den Herrn fürchten und seinen Namen achten. Sie werden an dem Tag, den ich herbeiführe – spricht der Herr der Heere –, mein besonderes Eigentum sein. Ich werde gut zu ihnen sein, wie ein Mann gut ist zu seinem Sohn, der ihm dient. Dann werdet ihr wieder den Unterschied sehen zwischen dem Gerechten und dem, der Unrecht tut, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient. Denn seht, der Tag kommt, er brennt wie ein Ofen: Da werden alle Überheblichen und Frevler zu Spreu und der Tag, der kommt, wird sie verbrennen, spricht der Herr der Heere. Weder Wurzel noch Zweig wird ihnen bleiben. Für euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen und ihre Flügel bringen Heilung. Ihr werdet hinausgehen und Freudensprünge machen, wie Kälber, die aus dem Stall kommen.

Auf den Tag des Herrn warten
Die frommen, nach Jerusalem zurückgekehrten Juden fragen sich und werden gefragt, was denn der treue Jahwe–Dienst nütze. Eine überhebliche Oberschicht (von Priestern) kollaborierte mit der persischen Verwaltung, während auf dem Landvolk finanzielle Abgaben lasteten. Der Prophet schreibt eine Art Diskussion zwischen den Gläubigen und den Zweiflern oder Ungläubigen nieder. Aber noch mehr: Der Prophet ist überzeugt, dass Gott zuhört, nicht vergisst, sondern ein „Buch des Gedenkens“ führen lässt. Auf Gott ist Verlass. Der Prophet verkündet, dass ein Tag des Gerichts anbrechen wird, an welchem die „Sonne der Gerechtigkeit aufgeht“, unter deren „Flügeln“ Heil zu finden ist. – Die Christen haben diese Schlussworte auf Christus, die „Sonne der Gerechtigkeit“, und auf seine am Kreuz ausgebreiteten Arme ausgelegt.

Antwortpsalm

Psalm 1,1–4.6
R: Gesegnet, wer auf den Herrn sich verlässt.

Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt,
nicht auf dem Weg der Sünder geht,
nicht im Kreis der Spötter sitzt,
sondern Freude hat an der Weisung des Herrn,
über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht.

Er ist wie ein Baum,
der an Wasserbächen gepflanzt ist,
der zur rechten Zeit seine Frucht bringt
und dessen Blätter nicht welken.
Alles, was er tut,
wird ihm gut gelingen.

Nicht so die Frevler:
Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht.
Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten,
der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Herr, öffne uns das Herz, dass wir auf die Worte deines Sohnes hören. Halleluja.

Evangelium

Lk 5,11–13
Das Gleichnis vom bittenden Freund – Vom Vertrauen beim Beten
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote; denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen, und ich habe ihm nichts anzubieten!, wird dann etwa der Mann drinnen antworten: Lass mich in Ruhe, die Tür ist schon verschlossen und meine Kinder schlafen bei mir; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben? Ich sage euch: Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm seine Bitte erfüllt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht.

Darum sage ich euch: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Oder ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn eine Schlange gibt, wenn er um einen Fisch bittet, oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet? Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.

Vertrauendes Gebet
Im Anschluss an das Vaterunser bringt Lukas weitere Jesus–Worte über das Beten. Das Gleichnis vom zudringlichen Bittsteller spielt in einem Bauernhaus, wo Kind und Kegel und selbst Haustiere die Nacht im gleichen Raum verbringen. Wir dürfen auch um irdische Dinge bitten. Gott weiss zwar zum Voraus, was uns Not tut. Aber wir erklären damit vor Gottes Augen, dass wir hilfebedürftige Menschen sind. Voraussetzung eines guten Gebetes sind Demut und Vertrauen in Gott. Es braucht oft viel, um wirklich zu vertrauen und um von Gott das Wesentliche zu erbitten: den Heiligen Geist.

Fürbitten

Christus, du Sonne der Gerechtigkeit:
Leuchte deinen Gläubigen in Stunden dunkler Nöte oder Zweifel.
Sei allen gnädig, die uns in Freundschaft verbunden sind und um unser Gebet bitten.
Schenke der Jugend Lehrer und Erzieher, die sie gut auf den Lebensweg vorbereiten.
Hilf uns selber, voll Vertrauen um den Beistand des Heiligen Geistes zu bitten.

Gott, du schenkst in deiner Güte mehr als wir erbitten oder verdienen. Mache uns dankbar für deine Barmherzigkeit. So bitten wir im Heiligen Geist durch Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Gott und Vater, du reichst uns das Brot des Lebens und den Kelch der Freude. Gestalte uns nach dem Bild deines Sohnes, der im Sakrament unsere Speise geworden ist. Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.