Gottes Wort
09.10.2019

Mittwoch der 27. Woche im Jahreskreis

Nicht mit eigenen Gedanken im Kreis laufen, sondern etwas lernen wollen! Dazu braucht es Einsicht und Kraft. In der ersten Lesung will es einem frommen Israelit nicht in den Kopf gehen, dass Gott gnädig und barmherzig ist, wie ein Vater, und zwar nicht nur für Juden, sondern auch für fremde Leute. Im Evangelium lehrt Jesus, den ewigen Gott als Vater anzurufen. Das ist nur möglich, wenn uns der Geist von Söhnen oder Töchtern beseelt und befähigt.

Kyrie

Christus, du bist der Sohn des ewigen Vaters. Herr, erbarme dich.
Du bist Meister und Vorbeter deiner Jünger. Christus, erbarme dich.
Du bist unser Herr und Bruder, mit dir zusammen rufen wir zum Vater. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Du, der du uns deinen Namen genannt und uns Mut gemacht hast, dich anzusprechen, wir kommen zu dir und sagen: Gott, unser Vater, wir danken dir, dass du für uns da bist. Hilf uns, dass auch wir für dich leben – und für die Menschen, in denen du uns begegnest. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

1. Lesung

Jona 3,10b;4,1–11
Die Belehrung des Propheten

Gott reute das Unheil, das er den Leuten von Ninive angedroht hatte, und er führte die Drohunh nicht aus.

Das missfiel Jona ganz und gar und er wurde zornig. Er betete zum Herrn und sagte: Ach Herr, habe ich das nicht schon gesagt, als ich noch daheim war? Eben darum wollte ich ja nach Tarschisch fliehen; denn ich wusste, dass du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, langmütig und reich an Huld und dass deine Drohungen dich reuen. Darum nimm mir jetzt lieber das Leben, Herr! Denn es ist für mich besser zu sterben als zu leben. Da erwiderte der Herr: Ist es recht von dir, zornig zu sein? Da verliess Jona die Stadt und setzte sich östlich vor der Stadt nieder. Er machte sich dort ein Laubdach und setzte sich in seinen Schatten, um abzuwarten, was mit der Stadt geschah. Da liess Gott, der Herr, einen Rizinusstrauch über Jona emporwachsen, der seinem Kopf Schatten geben und seinen Ärger vertreiben sollte. Jona freute sich sehr über den Rizinusstrauch. Als aber am nächsten Tag die Morgenröte heraufzog, schickte Gott einen Wurm, der den Rizinusstrauch annagte, sodass er verdorrte. Und als die Sonne aufging, schickte Gott einen heissen Ostwind. Die Sonne stach Jona auf den Kopf, sodass er fast ohnmächtig wurde. Da wünschte er sich den Tod und sagte: Es ist besser für mich zu sterben als zu leben. Gott aber fragte Jona: Ist es recht von dir, wegen des Rizinusstrauches zornig zu sein? Er antwortete: Ja, es ist recht, dass ich zornig bin und mir den Tod wünsche. Darauf sagte der Herr: Dir ist es leid um den Rizinusstrauch, für den du nicht gearbeitet und den du nicht grossgezogen hast. Über Nacht war er da, über Nacht ist er eingegangen. Mir aber sollte es nicht leid sein um Ninive, die grosse Stadt, in der mehr als hundertzwanzigtausend Menschen leben, die nicht einmal rechts und links unterscheiden können – und ausserdem so viel Vieh?

Belehrung eines Engstirnigen
Der fromme Jona hatte die heidnischen Grossstädter verurteilen wollen. Doch diese waren besser als er und andere unbelehrbare Israeliten. Die Heiden haben sich bekehrt. Nun müsste sich der fromme Jona bekehren und erkennen, dass Gott gnädig und barmherzig ist für alle Menschen. Doch darüber ärgert sich Jona gelb und grün. Gott verabfolgt ihm ein Lehrstück unter dem Rizinusstrauch.

Antwortpsalm

Psalm 86,3–6.9–10
R: Voll Langmut bist du, Herr, und reich an Huld und Treue.

Du bist mein Gott. Sei mir gnädig, o Herr!
den ganzen Tag rufe ich zu dir.
Herr, erfreue deinen Knecht;
denn ich erhebe meine Seele zu dir.

Herr, du bist gütig und bereit zu verzeihen,
für alle, die zu dir rufen, reich an Gnade.
Herr, vernimm mein Beten,
achte auf mein lautes Flehen!

Alle Völker kommen und beten dich an,
sie geben, Herr, deinem Namen die Ehre.
Denn du bist gross und tust Wunder;
du allein bist Gott.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Söhnen macht, den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater! Halleluja.

Evangelium

Lk 11,1–4
Das Gebet des Herrn
Jesus betete einmal an einem Ort; und als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie schon Johannes seine Jünger beten gelehrt hat. Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht:
Vater, dein Name werde geheiligt.
Dein Reich komme.
Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen.
Und erlass uns unsere Sünden;
denn auch wir erlassen jedem, was er uns schuldig ist.
Und führe uns nicht in Versuchung.

Das Gebet des Herrn
Die Jünger pflegten zu beten. Sie erlebten Jesus immer wieder als Betenden und zwar in ganz besonderer Weise. Sie erbitten von Jesus ein beispielhaftes Gebet. Die Fassung ist bei Lukas kürzer als bei Matthäus. Das Gebet beginnt mit dem vertrauensvollen Aufblick zum Vater (den Jona nicht als Vater verstehen wollte). Gott soll ohne Abstriche als Gott verehrt werden. Dann folgen die Bitten um das tägliche Brot, um die Vergebung und um die Bewahrung vor dem Bösen, das uns bedrohen kann.

Fürbitten

Christus, du lehrst deine Jünger zu beten:
Hilf den Gläubigen, tief mit dir verbunden zum Vater zu rufen.
Lehre die Priester, Wort und Sakrament der Kirche im Geist deiner Barmherzigkeit zu feiern.
Hilf allen, besonders den jungen Menschen, zu einer Arbeitsstelle und zum täglichen Brot.
Mache uns bereit, zu verzeihen, und bewahre uns vor dem Bösen.

Himmlischer Vater, durch Christus, unseren Mittler, danken wir für deine Vaterliebe und preisen deinen heiligen Namen, jetzt und in Ewigkeit.

Schlussgebet

Gott und Vater, du reichst uns das Brot des Lebens und den Kelch der Freude. Gestalte uns nach dem Bild deines Sohnes, der im Sakrament unsere Speise geworden ist. Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.