Gottes Wort
Dienstag
10
September 2019

Gottes Wort
10.09.2019

Dienstag der 23. Woche im Jahreskreis

Christus hat vor der Wahl der zwölf Apostel gebetet. Fischer wurden mit der Kraft von oben ausgerüstet. Diese Kraft, die von Jesus selber ausgeht, heilte menschliches Unvermögen und Leid. (Evangelium) – Wir glauben, dass die Fülle Gottes in Christus wohnt. Darum sollen wir nicht anderswo religiöses Sonderwissen suchen. (Kol)

Kyrie

Christus, du hast nachts in der Bergeinsamkeit gebetet. Herr, erbarme dich.
Du hast Apostel berufen, dein Werk fortzusetzen. Christus, erbarme dich.
Du hast Krankheiten von Leib und Seele geheilt. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Allmächtiger Gott, du sorgst für dein Volk durch die Hirten, die du ihm gibst. Erwecke in der Kirche den Geist des Glaubens und der Bereitschaft und berufe auch in unseren Tagen Menschen, die dem Altar dienen und die Frohe Botschaft mit Festigkeit und Güte verkünden. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Kol 2,6–15
Warnung vor Irrlehrern

Ihr habt Christus Jesus als Herrn angenommen. Darum lebt auch in ihm! Bleibt in ihm verwurzelt und auf ihn gegründet und haltet an dem Glauben fest, in dem ihr unterrichtet wurdet. Hört nicht auf zu danken!

Gebt Acht, dass euch niemand mit seiner Philosophie und falschen Lehre verführt, die sich nur auf menschliche Überlieferung stützen und sich auf die Elementarmächte der Welt, nicht auf Christus berufen. Denn in ihm allein wohnt wirklich die ganze Fülle Gottes. Durch ihn seid auch ihr davon erfüllt; denn er ist das Haupt aller Mächte und Gewalten. In ihm habt ihr eine Beschneidung empfangen, die man nicht mit Händen vornimmt, nämlich die Beschneidung, die Christus gegeben hat. Wer sie empfängt, sagt sich los von seinem vergänglichen Körper. Mit Christus wurdet ihr in der Taufe begraben, mit ihm auch auferweckt, durch den Glauben an die Kraft Gottes, der ihn von den Toten auferweckt hat. Ihr wart tot infolge eurer Sünden, und euer Leib war unbeschnitten; Gott aber hat euch mit Christus zusammen lebendig gemacht und uns alle Sünden vergeben. Er hat den Schuldschein, der gegen uns sprach, durchgestrichen und seine Forderungen, die uns anklagten, aufgehoben. Er hat ihn dadurch getilgt, dass er ihn an das Kreuz geheftet hat. Die Fürsten und Gewalten hat er entwaffnet und öffentlich zur Schau gestellt; durch Christus hat er über sie triumphiert.

Das Heil nicht anderswo suchen
Die junge Christengemeinde von Kolossä fand sich konfrontiert mit den Ansichten von Philosophen, von Traditionalisten, von Judaisten, von Esoterikern, von Verehren der „Weltelemente“ (die hinter den Naturkräften vermutet wurden) oder der Engelmächte (um sie gnädig zu stimmen, damit sie den Zugang in die himmlische Welt nicht versperren). Jedenfalls wurde in verschiedener Form eine je höhere und „sicherere“ Form von Religiosität propagiert oder praktiziert. Der Kolosserbrief betont nun, dass die ganze Fülle Gottes in Christus verwirklicht ist und sich (durch Kreuz und Auferstehung) als Befreiung von den Mächten der Sünde und des Todes gezeigt hat. Die Christen erhielten in ihrer Taufe Anteil an der ganzen Christuswirklichkeit, die Auferstehung aus dem Grab und Eintritt in ein neues Leben bedeutet. (vgl. O. Knoch)

Antwortpsalm

Psalm 145,1–2.8–11
R: Der Herr ist gütig zu allen.

Ich will dich rühmen, mein Gott und König,
und deinen Namen preisen immer und ewig;
ich will dich preisen Tag für Tag
und deinen Namen loben immer und ewig.

Der Herr ist gnädig und barmherzig,
langmütig und reich an Gnade.
Der Herr ist gütig zu allen,
sein Erbarmen waltet über all seinen Werken.

Danken sollen dir, Herr, all deine Werke
und deine Frommen dich preisen.
Sie sollen
von der Herrlichkeit deines Königtums reden,
sollen sprechen von deiner Macht.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr Frucht bringt, und dass eure Frucht bleibt. Halleluja.

Evangelium

Lk 6,12–19
Bestellung und Sendung der Apostel
In diesen Tagen ging er auf einen Berg, um zu beten. Und er verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott. Als es Tag wurde, rief er seine Jünger zu sich und wählte aus ihnen zwölf aus; sie nannte er auch Apostel. (Es waren) Simon, dem er den Namen Petrus gab, und sein Bruder Andreas, dazu Jakobus und Johannes, Philippus und Bartholomäus, Matthäus und Thomas, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, genannt der Zelot, Judas, der Sohn des Jakobus, und Judas Iskariot, der zum Verräter wurde.

Jesus stieg mit ihnen den Berg hinab. In der Ebene blieb er mit einer grossen Schar seiner Jünger stehen, und viele Menschen aus ganz Judäa und Jerusalem und dem Küstengebiet von Tyrus und Sidon strömten herbei. Sie alle wollten ihn hören und von ihren Krankheiten geheilt werden. Auch die von unreinen Geistern Geplagten wurden geheilt. Alle Leute versuchten, ihn zu berühren; denn es ging eine Kraft von ihm aus, die alle heilte.

Zwölf „von oben“ Gesandte - Aufgaben in der Ebene
Nur Lukas berichtet, dass Jesus die „Zwölf“ als Apostel bezeichnete, also als „Gesandte“ zu einem neuen Zwölf–Stämme–Volk. Hier ist die missionarische Perspektive des Paulus spürbar, den Lukas auf Missionsreisen begleitet hatte. Die Auswahl der Zwölf geschieht auf dem „Berg“, wo Jesus gern betete (nur hier: „die ganze Nacht“!). Die Sendung zum neuen Gottesvolk kommt von oben, ist aber für das Volk in der „Ebene“ bestimmt, das auf Heilung von Krankheiten und psychischen Nöten wartete. Voll aktualisiert wurde die Sendung nach Ostern.

Fürbitten

Christus, Gott hat dich als seinen Boten zu uns Menschen gesandt:
Wecke in Frauen und Männern die Bereitschaft, dein Werk weiter zu tragen.
Steh den Nachfolgern der Apostel bei und berufe Mitarbeiter in den kirchlichen Dienst.
Wecke in unserem Volk das Gespür für versteckte Not und die Bereitschaft zu helfen.
Wecke Berufe für unsere Gemeinschaft und stärke sie zum Zeugnis für dich.

Gott, unser Gebet steige zu dir empor, getragen von deinem Sohn, Christus, unserm Herrn.

Schlussgebet

Herr, unser Gott, in deinem Wort und Sakrament gibst du uns Nahrung und Leben. Lass uns durch diese grossen Gaben in der Liebe wachsen und zur ewigen Gemeinschaft mit deinem Sohn gelangen, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.