Gottes Wort
Dienstag
20
August 2019

Gottes Wort
20.08.2019

Dienstag der 20. Woche im Jahreskreis

In beiden Lesungen geht es heute um den Einsatz der eigenen Person in einer grossen Sache. Beide Male werden wir mit der üblichen Reaktion konfrontiert: Ach, unmöglich!

Kyrie

Christus, Menschensohn in Gottes Herrlichkeit. Herr, erbarme dich.
Du rufst in deine Nachfolge. Christus, erbarme dich.
Du verheissest ewiges Leben. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Gott, alles Gute, das wir wollen, hast du uns eingegeben, und du hilfst uns, es zu vollbringen. Du berufst Männer und Frauen, alles zu verlassen, um Christus nachzufolgen. Führe sie auf dem Weg des Heiles; gib, dass sie sich um den Geist der Armut und der Demut mühen und dir und den Menschen dienen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Ri 6,11–24a
Die Berufung Gideons

Der Engel des Herrn kam und setzte sich unter die Eiche bei Ofra, die dem Abiësriter Joasch gehörte. Sein Sohn Gideon war gerade dabei, in der Kelter Weizen zu dreschen, um ihn vor Midian in Sicherheit zu bringen. Da erschien ihm der Engel des Herrn und sagte zu ihm: Der Herr sei mit dir, starker Held. Doch Gideon sagte zu ihm: Ach, mein Herr, ist der Herr wirklich mit uns? Warum hat uns dann all das getroffen? Wo sind alle seine wunderbaren Taten, von denen uns unsere Väter erzählt haben? Sie sagten doch: Wirklich, der Herr hat uns aus Ägypten heraufgeführt. Jetzt aber hat uns der Herr verstossen und uns der Faust Midians preisgegeben. Da wandte sich der Herr ihm zu und sagte: Geh und befrei mit der Kraft, die du hast, Israel aus der Faust Midians! Ja, ich sende dich. Er entgegnete ihm: Ach, mein Herr, womit soll ich Israel befreien? Sieh doch, meine Sippe ist die schwächste in Manasse und ich bin der Jüngste im Haus meines Vaters. Doch der Herr sagte zu ihm: Weil ich mit dir bin, wirst du Midian schlagen, als wäre es nur ein Mann. Gideon erwiderte ihm: Wenn ich dein Wohlwollen gefunden habe, dann gib mir ein Zeichen dafür, dass du selbst es bist, der mit mir redet. Entfern dich doch nicht von hier, bis ich zu dir zurückkomme; ich will eine Gabe für dich holen und sie vor dich hinlegen. Er sagte: Ich werde bleiben, bis du zurückkommst. Gideon ging (ins Haus) hinein und bereitete ein Ziegenböckchen zu sowie ungesäuerte Brote von einem Efa Mehl. Er legte das Fleisch in einen Korb, tat die Brühe in einen Topf, brachte beides zu ihm hinaus unter die Eiche und setzte es ihm vor. Da sagte der Engel Gottes zu ihm: Nimm das Fleisch und die Brote, und leg sie hier auf den Felsen, die Brühe aber giess weg! Gideon tat es. Der Engel des Herrn streckte den Stab aus, den er in der Hand hatte, und berührte mit seiner Spitze das Fleisch und die Brote. Da stieg Feuer von dem Felsblock auf und verzehrte das Fleisch und die Brote. Der Engel des Herrn aber war Gideons Augen entschwunden. Als nun Gideon sah, dass es der Engel des Herrn gewesen war, sagte er: Weh mir, Herr und Gott, ich habe den Engel des Herrn von Angesicht zu Angesicht gesehen. Der Herr erwiderte ihm: Friede sei mit dir! Fürchte dich nicht, du wirst nicht sterben.

Gideon errichtete an jener Stelle einen Altar für den Herrn und nannte ihn: Der Herr ist Friede. Der Altar steht bis zum heutigen Tag in Ofra.

Für andere in den Dienst genommen
Diese Geschichte wird im Zusammenhang mit der Erzählung über die Anfänge des Höhenheiligtums bei Ofra (in der Nähe von Sichem) berichtet. Gideon, der bedeutendste der „Richter“ soll das Gottesvolk „aus der Faust Midians“ (eines Beduinenstammes am Golf von Akaba) befreien. Auf diese Berufung hin beteuert er zunächst seine Unfähigkeit, wird dann aber den Auftrag zugunsten seiner Volksgenossen erfüllen. Er erhält ein Zeichen Gottes, von dem in einer Altarbauerzählung berichtet wird. – Sich dem Dienst an andern widmen, ist ein guter Weg, um den Blick Gottes auf sich zu ziehen. (Frisque; Schott; Stuttgarter AT)

Antwortpsalm

Psalm 85,9.11–14
R: Frieden verkündet der Herr seinem Volk.

Ich will hören, was Gott redet:
Frieden verkündet der Herr seinem Volk
und seinen Frommen,
den Menschen mit redlichem Herzen.

Es begegnen einander Huld und Treue;
Gerechtigkeit und Friede küssen sich.
Treue sprosst aus der Erde hervor;
Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder.

Auch spendet der Herr dann Segen
und unser Land gibt seinen Ertrag.
Gerechtigkeit geht vor ihm her
und Heil folgt der Spur seiner Schritte.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Jesus Christus, der reich war, wurde aus Liebe zu uns arm. Und durch seine Armut hat er uns reich gemacht. Halleluja.

Evangelium

Mt 19,23–30
Von Reichtum und Nachfolge
Da sagte Jesus zu seinen Jüngern: Amen, das sage ich euch: Ein Reicher wird nur schwer in das Himmelreich kommen. Nochmals sage ich euch: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Als die Jünger das hörten, erschraken sie sehr und sagten: Wer kann dann noch gerettet werden? Jesus sah sie an und sagte zu ihnen: Für Menschen ist das unmöglich, für Gott aber ist alles möglich.

Da antwortete Petrus: Du weisst, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen? Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen.

Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein.

Mehr als Reichtum
Das Evangelium ist wohl aus der Situation einer frühen Christengemeinde zu verstehen, die grossenteils aus armen, bescheidenen Leuten bestand. Die Reichen und Vornehmen hatten es schwer, sich in ihren Kreis einzufügen. Aber Gottes Güte kann auch ihnen den Zutritt in seine Welt eröffnen. – Es scheint, dass die Apostel in den Anfängen die Worte Jesu vom endzeitlichen Richten und Thronen eher von einem nahen Thronen in der Stadt Jerusalem verstanden haben. Sie zogen noch nicht als Missionare in die Welt, sondern erwarteten, bei der bevorstehenden Rückkehr Christi auch selber auf Thronen mitrichten zu können. Die Apostel mussten lernen und die Kirche muss es auch heute lernen, das Evangelium in alle Kulturen hinaus zu tragen. Und die Ersten im Reich Gottes sollen die Diener aller werden. (vgl. Frisque)

Fürbitten

Christus, du stehst uns bei, wenn wir keinen Ausweg wissen:
Erinnere die Wohlhabenden an ihre soziale Verantwortung.
Schärfe den Blick der Behörden und Hilfswerke für verborgene Armut.
Wecke das Verständnis dafür, dass es bei Gott kein Ansehen der Person gibt.
Hilf uns und allen Ordensleuten, nicht nach materiellen Werten zu schielen.

Vater im Himmel, deine Güte kennt keine Grenzen. Wir danken dir und preisen dich,
jetzt und in alle Ewigkeit.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, im heiligen Mahl schenkst du uns Anteil am Leben deines Sohnes. Dieses Sakrament mache uns auf Erden Christus ähnlich, damit wir im Himmel zur vollen Gemeinschaft mit ihm gelangen. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn.