Gottes Wort
Montag
19
August 2019

Gottes Wort
19.08.2019

Montag der 20. Woche im Jahreskreis

Was bringt eine Wende zum Guten? Die erste Lesung sagt: Sich (nach einem Unglück klagend) wieder Gott zuwenden und von ihm Rettung erhalten! Was kann einen Menschen, der das Gute will, blockieren? Wir hören im Evangelium von einem jungen Mann, den materielle Sorgen behindern.

Kyrie

Christus, Du rufst auf den Weg zum Leben. Herr, erbarme dich.
Du rufst zur Fülle des Lebens. Christus, erbarme dich.
Du rufst in deine Nachfolge. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Herr, unser Gott, sende uns den Geist der Einsicht, der Wahrheit und des Friedens. Lass uns erkennen, was du von uns verlangst, und gib uns die Bereitschaft, einmütig zu erfüllen, was wir als deinen Auftrag erkannt haben. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Ri 2,11–19
Die Zeit der Richter

Die Israeliten taten, was dem Herrn missfiel, und dienten den Baalen. Sie verliessen den Herrn, den Gott ihrer Väter, der sie aus Ägypten herausgeführt hatte, und liefen anderen Göttern nach, den Göttern der Völker, die rings um sie wohnen. Sie warfen sich vor ihnen nieder und erzürnten dadurch den Herrn. Als sie den Herrn verliessen und dem Baal und den Astarten dienten, entbrannte der Zorn des Herrn gegen Israel. Er gab sie in die Gewalt von Räubern, die sie ausplünderten, und lieferte sie der Gewalt ihrer Feinde ringsum aus, sodass sie ihren Feinden keinen Widerstand mehr leisten konnten.

Sooft sie auch in den Krieg zogen, war die Hand des Herrn gegen sie, und sie hatten kein Glück, wie der Herr gesagt und ihnen geschworen hatte. So gerieten sie in grosse Not. Der Herr aber setzte Richter ein, die sie aus der Gewalt der Räuber befreiten. Doch sie gehorchten auch ihren Richtern nicht, sondern gaben sich anderen Göttern hin und warfen sich vor ihnen nieder. Rasch wichen sie von dem Weg ab, den ihre Väter, den Geboten des Herrn gehorsam, gegangen waren. Sie handelten nicht so (wie ihre Väter). Wenn aber der Herr bei ihnen Richter einsetzte, dann war der Herr mit dem Richter und rettete die Israeliten aus der Gewalt ihrer Feinde, solange der Richter lebte; denn der Herr hatte Mitleid mit ihnen, wenn sie über ihre Feinde und Unterdrücker klagten. Sobald aber der Richter gestorben war, wurden sie rückfällig und trieben es noch schlimmer als ihre Väter, liefen anderen Göttern nach, dienten ihnen und warfen sich vor ihnen nieder. Sie liessen nicht ab von ihrem bösen Treiben und von ihrem störrischen Verhalten.

Geschichtstheologische Deutung der Richterzeit
Im babylonischen Exil wurden die Sagen aus der vorstaatlichen Zeit Israels gesammelt. Bevor die einzelnen „Richter“ (nicht Beamte, sondern Rettergestalten!) geschildert werden, legt die Redaktion hier eine Gesamtdeutung vor. Recht schematisch wird die Geschichte dieser Zeit gezeigt als eine Abfolge 1. von tiefer Sündenverfallenheit (Götzendienst und Zauberei), die mit dem Wohlstand eintritt, aber Unheil bringt, 2. vom Heilsangebot Gottes, das scheinbarer vergeblich ist (weil es nicht angenommen wird) und schliesslich 3. vom übergrossen Mitleid und Erbarmen Gottes. Das Strafgericht Gottes vernichtet also nicht, sondern richtet auf. – Die Baale waren kriegerische Wetter- und Fruchtbarkeitsgötter, die Astarten ähnlich Fruchtbarkeitsgöttinnen. (vgl. Stuttgarter AT)

Antwortpsalm

Psalm 106,34–37.39–40.43–44
R: Denk an uns, Herr, aus Liebe zu deinem Volk.

Unsere Väter rotteten die Völker nicht aus,
wie ihnen der Herr einst befahl.
Sie vermischten sich mit den Heiden
und lernten von ihren Taten.

Sie dienten ihren Götzen;
die wurden ihnen zur Falle.
Sie brachten ihre Söhne und Töchter dar
als Opfer für die Dämonen.

Sie wurden durch ihre Taten unrein
und brachen Gott mit ihrem Tun die Treue.
Der Zorn des Herrn entbrannte gegen sein Volk,
er empfand Abscheu gegen sein Erbe.

Oft hat er sie befreit;
sie aber trotzten seinem Beschluss
und versanken in ihrer Schuld.
Doch als er ihr Flehen hörte,
sah er auf ihre Not.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich Halleluja.

Evangelium

Mt 19,16–22
Von Reichtum und Nachfolge
Es kam ein Mann zu Jesus und fragte: Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Er antwortete: Was fragst du mich nach dem Guten? Nur einer ist «der Gute». Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die Gebote! Darauf fragte er ihn: Welche? Jesus antwortete: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen; ehre Vater und Mutter! Und: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Der junge Mann erwiderte ihm: Alle diese Gebote habe ich befolgt. Was fehlt mir jetzt noch? Jesus antwortete ihm: Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach. Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg; denn er hatte ein grosses Vermögen.

Was blockiert einen Menschen?
Ein junger (so Mt!) Mann sucht seinen Weg zum Leben. Er sehnt sich danach, mehr zu tun oder besser zu leben, als vom Gesetz vorgeschrieben. Um in dieser guten Art aufs Ganze zu gehen, müsste er sich Jesus anschliessen, doch daran hindern ihn materielle Sorgen. Sie können nicht weniger blockieren als das gesetzliche Denken.

Fürbitten

Christus, du rufst auf den Weg zum Leben. Wir bitten dich:
Für alle Christen, dass sie ihre Hoffnung nicht auf materielle Güter setzen.
Für die Verantwortlichen im Staat, dass sie für das allgemeine Wohl arbeiten.
Für die Völker im Nahen Osten, dass sie Wege zum Frieden finden.
Für die Ordensleute: Schenke ihnen die Kraft, ihrer Berufung treu zu sein.

Gott, schenke uns den Geist der Weisheit und Einsicht, damit wir unsere Sicherheit allein bei dir suchen. So bitten wir, im Heiligen Geist, Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, im heiligen Mahl schenkst du uns Anteil am Leben deines Sohnes. Dieses Sakrament mache uns auf Erden Christus ähnlich, damit wir im Himmel zur vollen Gemeinschaft mit ihm gelangen. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn.