Stefano Bertoni, Organist am Kloster Einsiedeln, widmet das vierte Konzert des Einsiedler Orgelsommers der Fantasie. In den Werken von Johann Sebastian Bach, Louis Vierne und Max Reger zeigt sie sich in unterschiedlicher Gestalt und verbindet über beinahe zwei Jahrhunderte hinweg verschiedene Epochen der Orgelmusik.
Die Fantasie bezeichnet sowohl eine konkrete musikalische Form als auch die schöpferische Kraft und Imagination im Innern des Menschen, die das Entstehen von Meisterwerken überhaupt erst ermöglicht. Mit einem solchen Meisterwerk, der Fantasie und Fuge in g-Moll von Johann Sebastian Bach, eröffnet Stefano Bertoni am 11. August sein Orgelkonzert in der Klosterkirche. Auf die kontrapunktische Kunstfertigkeit Bachs folgt ein poetischerer Zugang zur Fantasie mit der Musik des französischen Komponisten Louis Vierne. Trotz oder dank seiner nahezu vollständigen Erblindung verfügte er über eine farbenreiche, orchestral gedachte Klangsprache. Nach dieser impressionistischen Klangwelt führt Bertoni die Zuhörer zu einem der grössten Bewunderer Bachs zurück: Max Reger. Dessen «Fantasie und Fuge» verbindet barocke Strenge mit spätromantischer Harmonik und monumentaler Ausdruckskraft und beschliesst einen Orgelabend voller Virtuosität, Überraschung und Inspiration.
Stefano Bertoni
Bertoni ist seit 2019 Organist am Kloster Einsiedeln und seit 2021 Kurator der dortigen Musiksammlung. Anfang 2026 wurde er als verantwortlicher Kirchenmusiker – Chor- und Orchesterdirigent sowie Organist – an die drittgrösste Orgel des Kantons in der Pfarrei Lachen (SZ) berufen. Er studierte Orgel, Orgelimprovisation und Orchesterleitung, unter anderem bei P. Theo Flury am Päpstlichen Institut für Kirchenmusik in Rom.
Dienstag, 11. August 2026, 20.15 Uhr, Klosterkirche Einsiedeln,
Dauer: ca. 60-75 Minuten.
Freier Eintritt, Kollekte.
www.orgelkonzerte.ch
