Karfreitag
Karfreitag

Karfreitag

Der Karfreitag steht ganz im Zeichen des Kreuzes. Zur Zeit der Todesstunde Jesu, um 15 Uhr, versammelt sich die Gemeinde zu einem Gottesdienst, in dem sie auf das Leiden und den Tod ihres Herrn schaut. Die Räumliche Nähe zum ursprünglichen Geschehen hat in Jerusalem seit dem 4. Jahrhundert andere liturgische Formen herausgebildet, als sie in Rom seit dem 7. Jahrhundert bezeugt sind. Die Karfreitagsliturgie beginnt in aller Stille. Vor dem Altar auf dem Boden ausgestreckt verharrt der Priester zunächst in schweigendem Gebet. Dieser Tag kennt keine Eucharistiefeier. Die drei Abschnitte des Gottesdienstes bestehen aus dem Wortgottesdienst mit der Lesung des vierten Liedes vom Gottesknecht und der Passion nach Johannes, sowie den Grossen Fürbitten in den Anliegen von Kirche und Welt, der Verehrung des Kreuzes durch alle am Gottesdienst Teilnehmenden und der Kommunionfeier als Verbindung der Gläubigen mit Jesus Christus im Sakrament seiner Liebe.

Die Trauer um den gekreuzigten Herrn hat dem Karfreitag wie auch dem Karsamstag und der Karwoche den Namen gegeben (althochdeutsch kara = Trauer, Klage). Dennoch macht der dreifache Ruf bei der Kreuzverehrung mit jeweils erhobenem Kreuz deutlich, dass wir heute den Karfreitag feiern im Wissen um Ostern: „Seht das Kreuz, an dem der Herr gehangen, das Heil der Welt.“ Die Gemeinde antwortet: „Kommt , lasset uns anbeten!“