Vorstellung des Wallfahrtsmottos 2020: «Bei Maria zu Hause»

Das Motto für das Wallfahrtsjahr 2020 lautet: «Bei Maria zu Hause». Es soll ausdrücken, dass ein Marien-Wallfahrtsort wie Einsiedeln den Menschen unterschiedlichster Herkunft eine geistliche Heimat sein kann. Denn bei Maria fühlen sich viele Menschen zu Hause.

Bei der Wahl des diesjährigen Wallfahrtsmottos liessen wir uns von zwei Veranstaltungen inspirieren, welche unseren Wallfahrtsort Einsiedeln 2020 in einen grösseren Kontext stellen.

Einsiedeln vernetzt

Als bedeutendster (Marien-) Wallfahrtsort unseres Landes sind wir in mehreren wallfahrtsspezifischen Vereinigungen mit dabei.

Während Sakrallandschaft Innerschweiz und Shrines of Europe mehr touristische Ziele verfolgen, haben die Deutschsprachige Wallfahrtsrektorenkonferenz und das Marianische Netzwerk die geistlichen Angebote und die Pastoral an den einzelnen Wallfahrtsorten im Blick. Für die zwei letztgenannten dürfen wir 2020 Gastgeber sein.

Das Verbindende

Wir haben uns deshalb gefragt, was das Verbindende der einzelnen Wallfahrtsorte sei und wie wir dies auch unseren Pilgerinnen und Pilgern näher bringen können. Mit dem Wallfahrtsmotto 2020 bringen wir es auf den Punkt: «Bei Maria zu Hause».

Die Heiligtümer der Gottesmutter Maria sind Orte, wo sich alle Menschen zu Hause fühlen dürfen – und das weltweit. Dadurch wird die «Katholizität» unserer Kirche ganz besonders erfahrbar. Dies gilt auch ganz konkret für unseren Wallfahrtsort im Herzen der Schweiz. Denn neben den traditionsreichen und oft jahrhundertealten «Standeswallfahrten» beleben vor allem die erst wenige Jahrzehnte oder gar Jahre alten Wallfahrten von in der Schweiz lebenden Menschen mit Migrationshintergrund das Einsiedler Wallfahrtsjahr. Sie alle finden hier ein Zuhause und eine liebevolle Mutter, die sie empfängt.

Bei Maria zu Hause sein, heisst Christus begegnen

Die Gnadenkapelle ist in Einsiedeln das «Haus Mariens», denn sie birgt das Gnadenbild Unserer Lieben Frau von Einsiedeln, die berühmte Schwarze Madonna. Doch ist nicht sie das Zentrum der Heiligen Kapelle, sondern der Altar, an welchem mehrmals täglich die Eucharistie gefeiert wird. Maria zeigt immer von sich weg auf Jesus Christus und führt uns zu ihm. Die Begegnung mit ihm ist das Herz und die Mitte jeder Wallfahrt.

Neben der Mitfeier der Eucharistie sind besonders das Sakrament der Versöhnung und die Eucharistische Anbetung privilegierte Orte der Begegnung mit dem Herrn. Es freut uns, dass wir neu das ganze Jahr hindurch nachmittags von 13.15 – 16.00 Uhr in der Unterkirche das Allerheiligste Sakrament zur stillen Anbetung aussetzen können. Dies haben wir engagierten Gläubigen zu verdanken, welche auch in der Winterzeit in der Unterkirche präsent sind und Anbetung halten.

Mit diesem erweiterten Angebot der Eucharistischen Anbetung hoffen wir, dass sich noch mehr Menschen in Einsiedeln bei Maria und ihrem Sohn Jesus Christus zu Hause fühlen.

Doch wir Mönche des Klosters Einsiedeln, denen das Heiligtum der Gottesmutter Maria anvertraut ist, möchten allen Menschen ein geistliches «Zuhause» bieten, wo sie sich willkommen und wohl fühlen. Zwar ist uns eine feierliche Liturgie in der Tradition der Kirche und unseres Klosters wichtig, doch nehmen wir zunehmend wahr, wie es neben den klassischen Gottesdienstformen auch niederschwellige Angebote braucht. Wir möchten auch der Kirche fernstehenden Menschen mit weniger Glaubenspraxis einen Zugang zu Gott ermöglichen. Aus diesem Grund bieten wir 2020 schlichte Segensandachten mit einem persönlichen Segen bei der Gnadenkapelle an.

Helfen Sie mit!

Dankbar sind wir allen Besucherinnen und Besuchern, die uns mit ihrer konstruktiven Kritik oder innovativen Ideen helfen, das «Haus Mariens» zu einem «Zuhause» für alle Menschen zu gestalten. Haben Sie Fragen oder Anregungen, wenden Sie sich dafür doch einfach an unser Wallfahrtsbüro.

Pater Philipp Steiner OSB, Wallfahrtspater