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Gedanke zur Karwoche

Vor einiger Zeit durfte ich ein Kind einer Familie taufen, dessen Vater albanischer Muslim und dessen Mutter im katholischen Glauben beheimatet ist. Zu Beginn der Taufe zeichnet der Priester und die Familie dem Täufling das Kreuzzeichen auf die Stirn. Das hat natürlich bei der Vorbereitung Stoff zur Diskussion gegeben. Für den muslimischen Vater war das Kreuzzeichen eine ungeheure Provokation. Ich fragte ihn direkt, was an diesem Zeichen so provokant sei. Und er gab für mich eine überraschende und sehr beschämende Antwort.

Heute nehmen wir dieses Folterzeichen leichthin an als christliches Glaubenszeichen und hängen es überall auf. Dieses Zeichen mag am Wegrand stehen oder wir zeichnen es über uns selbst. Es gibt aber nur wenige Augenblicke, wo wir wirklich dar ob erschrecken. Jesus hat uns wohl erlöst – und das bekennen wir –, aber dieser Gedanke zieht uns in unseren täglichen Problemen nicht vom Hocker. Das Kreuz hat seine Kraft verloren. Theoretisch nehmen wir es als Erlösungszeichen an, aber praktisch spüren wir keine Auswirkungen in unseren Angelegenheiten.

Vielleicht wäre es gut, dieses Zeichen wieder vermehrt langsam und bewusst über uns zu zeichnen und damit unser Leben Christus zu übergeben.

Und warum provoziert denn das Kreuz den muslimischen Vater? Der Muslim aus Albanien stört sich nicht daran, dass das Kreuz ein Zeichen der Christen ist. Das Kreuz provoziert ihn auch nicht so sehr, weil es gegen sein Gottesbild geht und Gott für ihn gewiss nicht an einem Kreuz elendiglich stirbt. Das Kreuz provoziert ihn so sehr, weil es damals im Jugoslawienkrieg von Christen nicht als Aufruf gegen Ungerechtigkeit verwendet wurde, nicht als Provokationszeichen für ihren Glauben, sondern als Machtzeichen. Christen haben das Kreuzzeichen nicht als Erlösungszeichen, sondern als Machtzeichen verwendet. Ist das nicht beschämend?

Machen wir heute nicht denselben Fehler! Nehmen wir das Kreuz Christi und unsere persönlichen Kreuze als Provokation, um gegen das Lebensfeindliche aufzustehen und so die Welt von ihren wirren Verstrickungen zu (er-)lösen – in Christus.

Christus wird uns dabei helfen, denn in seinem Kreuz umarmt er uns: von oben nach unten und von links nach rechts.

 
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