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Gedanken zum Vierten Advent

Eine einzigartige Begegnung

Das heutige Sonntagsevangelium erzählte uns vom Besuch Marias bei Elisabeth (Lk 1,39-45). Es ist eine Begegnung der besonderen Art. Vier Personen sind dabei im Spiel: Zwei schwangere Frauen und – entsprechend – zwei ungeborene Kinder. Der Gruss Marias löst im Hause des Zacharias eine kleine Kettenreaktion aus: Johannes hüpft im Leib der Elisabeth, diese wird vom Heiligen Geist ergriffen und lobpreist Maria, welche zuletzt in ihren bekannten Lobpreis ausbricht (der allerdings im heutigen Evangeliumsabschnitt weggelassen wurde). Drei Reaktionen dreier Personen also. Nur der ungeborene Jesus bleibt ganz still und ruhig – fast möchte man sagen: souverän. Wie sollte es auch anders sein, ist er doch etwas ganz einzigartiges. So einzigartig, dass es bei uns Menschen wie bei Elisabeth «Licht von oben», den Heiligen Geist braucht, um die Einzigartigkeit Jesu zu erkennen.

Lange vor uns – im vierten Jahrhundert – betrachtete schon der heilige Ambrosius, Bischof von Mailand, diese Stelle und schrieb dazu: «Elisabeth hörte als erste die Stimme». Ambrosius meint die Stimme Marias, als sie Elisabeth grüsste. «Aber», so Ambrosius weiter, «Johannes spürte als erster die Gnade; jene (gemeint ist Elisabeth) hörte nach der Ordnung der Natur», das heisst, Elisabeth hörte mit ihren Ohren die Stimme Marias, «der Jubel des Johannes aber steht in der Ordnung des Mysteriums.» Johannes im Mutterleib nahm also mehr wahr als man mit blossen Ohren hören kann, was Ambrosius auch sogleich bestätigt: «Jene (Elisabeth) vernahm die Ankunft Marias, dieser (Johannes) vernahm das Kommen des Herrn.»

Ich bin zutiefst dankbar, der Kirche angehören zu dürfen, die uns solche Schätze überliefert! Als Glieder dieser Kirche warten wir auf das Kommen des Herrn. Gebe Gott, dass wir IHN dann auch erkennen, wenn er kommt. Mögen wir dann hüpfen wie Johannes im Mutterleib Elisabeths!
 

 
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