Die Ökumenische Vesper ist inspiriert von den Worten Jesu in dessen "Hohenpriesterlichen Gebet" im 17. Kapitel des Johannesevangeliums: "Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins sind, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und sie ebenso geliebt hast, wie du mich geliebt hast. "
Die Ökumenische Vesper ist inspiriert von den Worten Jesu in dessen "Hohenpriesterlichen Gebet" im 17. Kapitel des Johannesevangeliums: "Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins sind, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und sie ebenso geliebt hast, wie du mich geliebt hast. "

Rückblick auf die Ökumenische Vesper am 14. Januar 2024

18.01.2024

Am Sonntag, den 14. Januar, durften wir Mönche im Kloster Einsiedeln schon zum zweiten Mal Gemeinschaften aus der ganzen Schweiz empfangen, die in unterschiedlichen konfessionellen Traditionen Formen des regelmässigen gemeinsamen Gebetes pflegen.

Zur Einstimmung hielt der Professor für orthodoxe Theologie Stefanos Athanasiou einen Vortrag zum Thema „Die Erweiterung des Herzens. Das Gebet als Weg der Theosis“ im Grossen Saal. Er führte dabei in den typisch ostkirchlichen Blick auf die Liturgie ein, mit den göttlichen Energien in Berührung zu kommen und die göttliche Gnade an sich wirken zu lassen. Aus dieser Perspektive stellte er das Gebet als den Ort vor, die Ewigkeit in einem Einblick in das himmlische Gotteslob erfahren zu können.

Danach, um 16.30 Uhr, versammelten sich alle Gemeinschaften gemeinsam mit uns Einsiedler Benediktinern in einem improvisierten Chorgestühl unter der Weihnachtskuppel, um den über 100 Mitfeiernden Platz bieten zu können. Die Vesper war von den teilnehmenden Gemeinschaften im Vorfeld gemeinsam vorbereitet worden und verband Elemente aus ganz verschiedenen Gebetstraditionen. So erklang zu Beginn der byzantinische Hymnus Phôs hilaròn, der Jesus Christus als heiteres Licht vom herrlichen Glanze Gottvaters preist, auf Französisch, weil sogar Gemeinschaften aus der Westschweiz den weiten Weg nach Einsiedeln auf sich genommen hatten. Danach zeigten zwei Psalmen, einer gregorianisch und einer polyphon von Frauenstimmen gesungen, auf wie verschiedene Arten man Psalmen beten kann. Nach einem Moment der Stille, umrahmt von einem meditativen Lied aus Grandchamp, liess sich die Feiergemeinschaft von der Lesung aus den Paulusbriefen und dem Impuls von Abt Urban Federer zum unablässigen Gebet auffordern. Darauf stieg kräftiges Lob zu Gott auf, einmal mit einem modernen Worship & Praise Lied zu Gitarrenklängen mit freiem Lobgebet und dann im mehrstimmig gesungenen Lobgesang der Maria Magnificat auf Latein mit Orgel und Weihrauch. In den Fürbitten brachten die verschiedenen Mitbetenden ihre Anliegen vor Gott, um dann vertrauenvoll gemeinsam in das Vater Unser einzustimmen. Das trotz der grossen Verschiedenheit der Stile harmonische Zusammenklingen und Ineinandergreifen sowie die allgemeine Bereitschaft, sich auf andere Traditionen einzulassen, liess in der Feier erfahren, wie gemeinsames Gebet, wirklich dazu beitragen kann, dass alle eins werden (vgl. Joh 17,21).

 

Nach der Vesper kamen dann alle noch zu schönen Begegnungen und bereichernden Gesprächen bei einem Apéro im Hofspeisesaal zusammen.

Von Herzen danken wir Mönche von Einsiedeln für das grosse Geschenk dieses Erlebnisses von verbindender Hoffnung auf die Einheit der Christen, das uns alle Mitfeiernden durch ihr Kommen und Mitbeten bereitet haben!