In einem Referat wird P. Martin die Fassade unseres Klosters mit dem Credo der h-moll-Messe in Beziehung setzen (Foto: Marlene Schorno).
In einem Referat wird P. Martin die Fassade unseres Klosters mit dem Credo der h-moll-Messe in Beziehung setzen (Foto: Marlene Schorno).

Johann-Sebastian Bachs „h-moll-Messe“ im Pontifikalamt mit Symposion

19.05.2022

Am 19. Juni 1950 kam die h-moll-Messe von Johann Sebastian Bach in unserer Klosterkirche innerhalb eines von Abt Benno Gut zelebrierten Pontifikalamtes zur Aufführung. Es ist gut möglich, dass dies die erste Aufführung des legendären Werkes innerhalb einer katholischen Liturgie war.

Zweifellos wird es ein eindrückliches Ereignis, wenn nach über 70 Jahren erstmals wieder in einem Pontifikalamt die gesamte h-moll-Messe erklingt. Am Freitag, 27. Mai 2022 wird Abt Urban Federer der Eucharistiefeier vorstehen und Pater Martin Werlen wird die Predigt halten. Beginn um 18.15 Uhr. Es singt die Zürcher Sing-Akademie, begleitet vom Orchestra La Scintilla, Dirigent Florian Helgath.

Unser Kloster pflegt eine festliche Liturgie, welche in über 1000 Jahren gewachsen ist. Die lateinische Sprache wird bei uns noch heute gepflegt. Auch das Gewicht der Musik ist dabei nicht zu unterschätzen. Im Gegensatz zu einer konzertanten Aufführung kann die Komposition von Johann Sebastian Bach in diesem Zusammenhang ihre echteste, tiefste Aussage erhalten. Die Messe bekommt die Funktion, die ihr immanent ist, die jedoch historisch nur sehr selten hergestellt wurde. Ausserdem passt die barocke Pracht unserer Klosterkirche perfekt zur barocken Musik.

Symposion zur h-moll-Messe

Dem interessierten Publikum wird am Morgen und am Nachmittag die Möglichkeit gegeben, sich im direkten Vorfeld des Pontifikalamtes an einem Symposion mit Referaten von arrivierten und kompetenten Spezialisten zum theologischen und musikwissenschaftlichen Kontext auf das Werk vorzubereiten. Das Symposion richtet sich an interessierte Laien sowie Fachpersonen. Die Referenten gehen anschaulich und auch mit Musikbeispielen auf das Werk ein und geben die Möglichkeit, in den Dialog zu treten. Das Symposion findet im Musiksaal der Stiftsschule Einsiedeln statt (Eingang «Gymnasium»).

Das Werk

Johann Sebastian Bachs Messe in h-moll BWV 232 ist das grösste und ambitionierteste seiner geistlichen vokalen Werke. Sie hat den Komponisten fast drei Jahrzehnte lang beschäftigt. Erste Teile entstanden bereits im Jahre 1724, andere Teile sind Bearbeitungen früherer Kompositionen, aber Johann Sebastian Bach vollendete das Werk erst in der letzten Schaffensperiode seines Lebens. Somit bietet sie eine Essenz aus seinem kompositorischen Können und einen enormen Formenreichtum. Das macht die Messe in h-moll zu einem der anspruchsvollsten und brillantesten chorsinfonischen Werke überhaupt. Die Messe in h-moll vertont den gesamten katholischen Messetext und geht in ihrem Umfang weit über Bachs lutherisch-protestantische Messen hinaus. Das Manuskript dieses Ausnahmewerks der abendländischen Musikgeschichte ist Teil des UNESCO Weltdokumentenerbes.

Freitag, 27. Mai 2022

9.30 – 11.00 Uhr Referat P. Martin Werlen OSB: Das Credo der h-moll-Messe und die Einsiedler Klosterfassade
13.00 – 14.15 Uhr Referat Prof. Dr. Andreas Marti: Die h-moll-Messe in der Liturgie
14.45 – 16.00 Uhr Referat Prof. Dr. Bernhard Hunziker: Aufführungspraxis der h-moll-Messe
18.15 – ca. 21.15 Uhr Pontifikalamt in der Klosterkirche mit Abt Urban Federer OSB,
Predigt von P. Martin Werlen OSB,
Musik: Zürcher Sing-Akademie, Orchestra La Scintilla, Dirigent Florian Helgath

 

Keine Platzreservation möglich. Eintritt frei (Kollekte)

Flyer_h-moll_Messe 27. Mai 2022

Programmheft für weitere Konzerte in der Klosterkirche 2022