Sonntagsgedanke zum 17. Januar

16.01.2021

Es sind die einfachsten Fragen, die uns die grössten Schwie­rigkeiten bereiten. Das «Warum?» eines Kindes mag uns in Erklärungsnöte treiben.

Die Frage Jesu «Was wollt ihr?» (Joh 1,38) konnten die beiden Johannesjünger auch nicht einfach beantworten. Sie wichen mit einer Gegenfrage, die eher eine Verlegen­heits­frage war, aus: «Wo wohnst du?» Damit aber fragten sie eigentlich nicht nach dem Ort seiner guten Stube, sondern sie fragten nach seiner Identität.

Die Frage nach der Identität ist aber ebenfalls eine sehr schwierige Frage. In mehr oder weniger drängenden Phasen taucht sie in jedem Leben wieder neu auf: «Wer bin ich?»

Die Frage Gottes im Paradies, «Adam, wo bist du?», nachdem Adam und Eva sich mit dem Nehmen der Paradiesesfrucht selbständig machen wollten, ist eine Frage nach der Identität: «Wer bist du? – Wer bist du unabhängig von Gott?»

Diese Frage treibt den Spott mit uns. Dietrich Bonhoeffer beantwortete sie in seinem berühmten Gedicht «Wer bin ich?»  mit «Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!»

P. Cyrill