Viele Todesfälle, aber auch viel Dankbarkeit und viel Hoffnung

10.12.2020

Innerhalb von drei Monaten haben wir Mönche im Kloster Einsiedeln von sieben Mitbrüdern Abschied genommen. Auf unseren Social-Media-Kanälen, per Post und in der persönlichen Begegnung haben viele Menschen ihr Beileid – und bei der steigenden Anzahl von Todesfällen – zunehmend auch ihre Bestürzung ausgedrückt. Wir danken für jedes Gebet, alle Zeichen der Anteilnahme und der Unterstützung im Gedenken an unsere verstorbenen Mitbrüder.

Ja, wir blicken auf eine auffällige Häufung von Todesfällen zurück. Doch wir können alle, die sich um unsere Gemeinschaft Sorgen machen, beruhigen: Es geht uns gut! Als Klostergemeinschaft, welche drei Generationen vereint, ist der Tod Teil unseres Gemeinschaftslebens. Gerade auch die Rituale und Gottesdienste vor und nach dem Heimgang eines Mitbruders sind uns eine grosse Hilfe beim Abschiednehmen. Denn sie weisen über den Horizont dieses Lebens hinaus. Als Christen sind wir Menschen der Hoffnung und glauben, dass unsere verstorbenen Mitbrüder im Augenblick ihres Todes in ihre und unsere wahre Heimat eingehen dürfen.

Zudem können wir im Kloster Einsiedeln dankbar sein, dass uns der Herr auch immer wieder junge Menschen schenkt und unserer Gemeinschaft so eine Zukunft verheisst. Mit einem Altersdurchschnitt von aktuell 59.5 Jahren sind wir nun auch so «jung» wie schon seit vielen Jahrzehnten nicht mehr.

Doch bei aller christlichen Hoffnung: Die Lücken, die der Tod in die Reihe von uns Mönchen gerissen hat, lassen sich nicht so schnell schliessen. Unter den Verstorbenen sind Mitbrüder, welche unsere Gemeinschaft über Jahrzehnte durch ihre Persönlichkeiten und Begabungen auf vielfältige Weise bereichert haben. So blicken wir in Dankbarkeit auf das Geschenk ihres Lebens und ihrer Berufung in unsere Gemeinschaft zurück. Doch als Beichtväter und Zelebranten in der Eucharistiefeier werden sie uns fehlen. Hier müssen wir in Zukunft immer wieder auf die Grenzen unserer Möglichkeiten hinweisen und danken allen für das Entgegenbringen des nötigen Verständnisses.

Wir danken allen, die für unsere verstorbenen Mitbrüder Pater Hilarius, Pater Berno, Pater Walbert, Pater Nathanael, Bruder Franz-Xaver, Pater Odo und Pater Matthäus beten. Auch ein herzliches Dankeschön an alle, die unsere jungen Mitbrüder und jene, die der Herr noch in unsere Gemeinschaft rufen wird, mit ihrem Gebet begleiten!

Zum Bild: Pater Thomas steht vor dem Anschlagbrett neben der Tür zum Refektorium, auf welchem die Verstorbenen dem Gebet von uns Mönchen empfohlen werden. Die obere Hälfte ist von den eigenen Mitbrüdern belegt. Im Gebet bleiben wir miteinander verbunden!