Neues Buch zur Insel Ufnau

30.09.2020

Die Insel Ufnau im Oberen Zürichsee – die grösste Insel der Schweiz und seit 1000 Jahren im Eigentum des Klosters Einsiedeln – ist Gegenstand einer neuen Publikation: Das Buch «Ufnau» stellt auf über 200 Seiten die Natur- und Kulturgeschichte der Klosterinsel dar. Das Kloster Einsiedeln ist der Herausgeber des im Verlag Stutz Medien (Wädenswil) erschienenen Buchs. Zehn Autoren zeigen die klösterliche Zürichsee-Insel in all ihren verschiedenen Aspekten; der Fotograf Ferit Kuyas hat 39 ganzseitige Arbeiten beigesteuert. Die Publikation ist im Webshop des Verlags Stutz Medien, in den Buchhandlungen der Region und im Klosterladen in Einsiedeln erhältlich.

Seit über tausend Jahren gehört die Insel Ufnau dem Kloster Einsiedeln. Kaiser Otto I. der Grosse schenkte sie im Jahr 965 dem damals noch jungen Kloster, das 31 Jahre zuvor gegründet worden war. Seither hat die Benediktinergemeinschaft die Zürichsee-Insel über die Jahrhunderte genutzt, gepflegt und auch bewahrt. Heute ist sie ein Freiraum mitten in einer stark urbanisierten Landschaft: Ein Ort der Stille und der Begegnung. Nirgendwo sonst findet man zwei mittelalterliche Kirchen so nah beieinander und doch so weit entrückt vom Alltag. Die Ufnau sei «eine Insel nicht nur im See, sondern auch im Zeitgeschehen», schreibt Abt Urban Federer im Vorwort zum neu erschienenen Buch.

Vielfalt der Perspektiven
Zehn Autorinnen und Autoren nähern sich der uralten Kulturlandschaft der Ufnau aus unterschiedlichen Perspektiven. Während die Kapitel thematisch und historisch illustriert sind, verbinden Bildteile mit ganzseitigen Fotografien die einzelnen Beiträge. In ihnen fängt der Architektur- und Landschaftsfotograf Ferit Kuyas die besondere Stimmung der Insel ein.

Der Naturgeschichte und der Ökologie der Insellandschaft widmet sich Fredy Kümin, Biologe und Präsident des Vereins «Freunde der Insel Ufnau». Der Historiker und Ufnau-Kenner Peter Ziegler und der Germanist und Kunsthistoriker Markus Ruoss erzählen die Geschichte der Kirche St. Peter und Paul und der Kapelle St. Martin mit ihren Malereien, die teilweise bis auf deren Bauzeit im 12. Jahrhundert zurückgehen. Die Restauratorin Sylvia Fonta­na schildert ihre Arbeiten zum Erhalt dieser Malereien. Den Bogen von der ersten archäologisch nachgewiesenen Kirche im 8. Jahrhundert bis in die Gegenwart schlägt Pater Markus Steiner in seinem Beitrag. Der Schwyzer Staatsarchivar Valentin Kessler und der Archäologe Jakob Obrecht stellen die Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen vor und dokumentieren, dass die Ufnau bereits in vorchristlicher Zeit ein Kulturort war. Die Journalistin Helene Arnet ordnet die Geschichte Ulrich von Huttens, der 1523 auf der Ufnau starb, in den kulturgeschichtlichen Kontext ein. Die Bedeutung der Insel in der Literatur und der Kunst vertieft der Historiker Adrian Scherrer.

Ein Gesamtbild
Weitere Kapitel widmen sich dem barocken Gasthaus zu den zwei Raben und den Sanierungsarbeiten zwischen 2001 und 2018. So entsteht ein Gesamtbild, das Jahrzehnte der Forschung spiegelt und zum ersten Mal seit dem längst vergriffenen Ufnau-Buch von 1983 die Insel als Ganzes darstellt.

Adrian Scherrer


Ufnau, hg. vom Kloster Einsiedeln. Stutz Medien, Wädenswil, 2020, 204 Seiten, CHF 49.–, ISBN 978-3-85928-106-6, erhältlich im Klosterladen Einsiedeln und im Webshop des Verlags Stutz Medien.