Sonntagsgedanke – 28. Juni 2020

27.06.2020

«Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen» (Mt 16,25).

So lesen wir im heutigen Sonntagsevangelium.

Gewinnen oder verlieren. Eine urmenschliche Herausforderung. Dabei ist diese Herausforderung in der «Welt» geprägt vom «Gesetz des Stärkeren», von Egoismus und von Ungerechtigkeit. Die Folge davon: Das Unkraut des Unfriedens breitet sich aus und wuchert und erstickt schliesslich jegliches Leben.

Gewinnen oder verlieren. Auch eine biblische Herausforderung. Dabei ist diese Herausforderung, so wie sie Jesus versteht, geprägt vom «Gesetz der Ohn-Macht», von der Bereitschaft zum Dienen, vom Mut zur Hingabe und von der Freude an der Liebe. Und die Folge davon: Das Heilkraut des Friedens wächst und gedeiht, und es ermöglicht ein gerechtes Füreinander und Miteinander. So bricht das Reich Gottes schon im Heute an, hier bei uns. Und alle sollen teilhaben können am Gewinn des LEBENS, das selbst den Tod entmachtet. Ist nicht das «der wahre Gewinn»? Denn jeglicher Gewinn, so wie ihn die «Welt» versteht, ist der Vergänglichkeit preisgegeben. Nichts nehmen wir mit. Nicht unser Geld, keine materiellen Güter, nicht unsere Titel, nicht unsere Ämter, nicht unser Ansehen.

Wer Jesus Christus nachfolgt, wird in der «Welt» wohl manchmal als Verlierer rüberkommen oder wie ein Versager wirken, in Wahrheit aber gehören er oder sie zu den Gewinnern. Wer Christus wählt, hat das LEBEN gewählt.

Im Alten Testament heisst es: «Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen. Liebe den HERRN, deinen Gott, hör auf seine Stimme und halte dich an ihm fest; denn er ist dein Leben» (Dtn 30,19-20).

P. Benedict