Sonntagsgedanke – 24. Mai 2020

23.05.2020

An diesem Sonntag wird der Tag der sozialen Kommunikationsmittel begangen. Er wurde 1967 von Papst Paul VI. als Welttag der Massenmedien eingeführt und findet jeweils sechs Wochen nach Ostern, beziehungsweise drei Tage nach Christi Himmelfahrt, statt. Im Blick auf diesen Tag veröffentlicht der jeweilige Papst zum Fest des heiligen Franz von Sales – des Patrons der Journalisten (24. Januar) – eine Botschaft, die die Christliche Soziallehre bezüglich der Ethik der Massenmedien erläutert.

Den Päpsten ist bewusst, welch grosse Rolle die sozialen Kommunikationsmittel in unserer Gesellschaft spielen. Einerseits ist es, glücklicherweise, kaum mehr möglich, etwas zu verschweigen oder zu vertuschen. Andererseits kann mittels der neuen Technologien eine Gleichschaltung der Massen beabsichtigt werden, und dies letztlich aus Gründen der Macht. Die sozialen Kommunikationsmittel sind eine Errungenschaft, die zu unserer Kultur gehören, deren Gebrauch aber stets achtsam kultiviert werden muss.

Ein eindrücklicher Kommunikator, dem es nicht um Massen, Meinungen und Macht geht, ist Jesus.

Nehmen sie doch die Bibel zur Hand und schlagen sie diese bei Lk 24, 13 – 35 auf. Dort finden sie die Geschichte vom Gang Jesu mit den beiden Jüngern nach Emmaus.

Wie läuft die Begegnung ab? Die beiden Jünger reden über das Geschehen der vergangenen Tage, das sie verwirrt und traurig zurückgelassen hat. Jesus gesellt sich unerkannt zu ihnen und fragt nach. Sie erzählen ihm, was sie erlebt haben. Jesus hilft ihnen nun schrittweise, zu verstehen. Die erfahrene Anteilnahme und Hilfe wecken in den beiden Jüngern den Wunsch, den Unbekannten bei sich zu behalten. Sie halten gemeinsam Mahl, wobei Jesus im Brechen des Brotes sich zu erkennen gibt. Da gehen den Jüngern die Augen auf und sie erkennen den Herrn.

Jesus ist nicht nur der Kommunikator, sondern auch der Kommunizierte (der Inhalt der Kommunikation) und stiftet Kommunion, Lebens – und Liebesgemeinschaft mit den beiden Männern. Was will man eigentlich mehr?

Vielleicht kann uns diese Geschichte Mut zum Bescheidenen machen: zum Mitgehen mit einzelnen, vielleicht ganz wenigen konkreten Menschen, zum Zuhören, zum Nachfragen, zum Gespräch, zur Gemeinschaft und zum Schaffen eines offenen Raumes für Den, der sich uns zwischen Himmelfahrt und Pfingsten, sich entziehend, offenbart. Er schenkt sich uns jedoch im Heiligen Geist in einer neuen Weise wieder: Dieser ist wiederum ein Meister der Kommunikation – so sehr, dass jede jeden versteht, sogar dann, wenn er in seiner ureigenen Sprache spricht.

P. Theo Flury