Sonntagsgedanken am 5. Januar 2020

04.01.2020

Die Weihnachtsbotschaft muss Kreise ziehen!

Als ich gestern zum Spital Einsiedeln lief, vielen mir die vielen Christbäume auf, die bereits nach draussen gestellt worden sind. Durch diese etwas traurigen Gestalten wurde mir einmal mehr bewusst, wie stark die kirchliche und die weltliche «Weihnachts-Zeitschiene» verschoben ist. Während in den Einkaufszentren bereits Ende Oktober Weihnachten beginnt, scheint am 26. Dezember bereits alles wieder vorbei zu sein.

Doch nicht so in der Kirche! Die Weihnachtszeit dauert bis zum Fest «Taufe des Herrn», welches heuer auf den 12. Januar fällt. Und mit dem 6. Januar, dem Hochfest «Erscheinung des Herrn – Epiphanie», steht ein weiterer Höhepunkt der Weihnachtszeit erst noch bevor.

Die Weihnachtsbotschaft muss Kreise ziehen! Das feiern wir am 6. Januar. Denn nach den Hirten kamen die Weisen aus dem Osten. Sie waren keine Juden, aber suchende Menschen, die nach etwas Grösserem Ausschau hielten und so vom Stern der Sehnsucht zur Krippe geführt wurden. Das Hochfest «Erscheinung des Herrn» ist darum ein Fest der Hoffnung gerade auch für unsere Zeit. Auch Menschen, die nicht zum «harten Kern» gehören, sind an der Krippe willkommen.

Wir Mönche würden uns freuen, wenn wir zum feierlichen Gottesdienst am 6. Januar viele Menschen begrüssen dürften, die sich ebenfalls von ihrer Sehnsucht leiten lassen. Herzliche Einladung zum Pontifikalamt um 09.30 Uhr in der Klosterkirche!

Die Weihnachtsbotschaft muss Kreise ziehen! Darum feiern wir bis am 12. Januar und darum sind an der Krippe in Betlehem und in der Klosterkirche Einsiedeln alle willkommen!

Bild: Ausschnitt aus dem Stuckrelief des Besuchs der drei Könige im Unteren Chor der Klosterkirche (Foto: Jean-Marie Duvoisin)