Konzert auf zwei Orgeln

19.01.2020

Sonntag, 26. Januar 2020, 19 Uhr
in der
Klosterkirche Einsiedeln                            

An der Mauritiusorgel (rechts): Muriel Fässler, Einsiedeln

An der Marienorgel (links): P. Lukas Helg, Einsiedeln

FREIER EINTRITT

 

Johann Sebastian Bach (1685-1750) Nun danket alle Gott BWV 79
Ludovico Grossi da Viadana (um 1560-1627) La Veronese
Gaetano Piazza (18. Jh.) Sonata F
Johann Sebastian Bach (1685-1750) Schafe können sicher weiden BWV 208
Bonaventura Terreni (18. Jh.) Sonata D
Friedrich Zipp (1914-1997) Lobe den Herren
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) Kirchensonate KV 144
Johann Sebastian Bach (1685-1750) Toccata und Fuge d BWV 565

 

Einführung

Auf unserem Programm stehen drei Kompositionen von Johann Sebastian Bach. Ludwig van Beethoven, dessen 250. Geburtstag die Musikwelt in diesem Jahr feiert, hat bekanntlich über diesen grossen Komponisten gesagt: „Bach sollte nicht Bach, sondern Meer heissen.“ Wir eröffnen das Konzert mit dem Choral „Nun danket alle Gott“ aus der Kantate am Reformationsfest „Gott, der Herr, ist Sonn und Schild“. In der Mitte erklingt die Sopranarie „Schafe können sicher weiden“ aus der Kantate „Was mir behagt, ist die muntre Jagd“ zum Geburtstag des Fürsten Christian von Sachsen-Weissenfels, welche später „Jagdkantate“ genannt wurde. Die berühmte Toccata und Fuge in d am Schluss, original für nur eine Orgel komponiert, lässt sich wie kaum ein anderes Werk dieses Komponisten gut auf zwei Orgeln darstellen.

Zwischen den Werken von Bach spielen wir mit Piazza und Terreni zwei Sonaten für zwei Orgeln aus Oberitalien, deren Originale in der Musikbibliothek unseres Klosters aufbewahrt werden. Über die Niederlassung in Bellinzona hatte Einsiedeln beinahe 200 Jahre lang einen direkten Zugang nach Italien, ins Land der Musik. Das Musizieren auf zwei einander gegenüberstehenden Orgeln kam von Venedig über Mailand auch nach Einsiedeln. Ich bin sehr glücklich und dankbar, dass wir seit 1994 in unserer Klosterkirche wieder die Möglichkeit haben, Werke für zwei Orgeln aufzuführen. Die Komposition von Viadana weist schon im Titel „La Veronese“ geographisch auf die Heimat des mehrchörigen Musizierens hin. Mit dem Werk „Lobe den Herren“ des deutschen Komponisten Friedrich Zipp möchten wir gern auch etwas modernere Töne erklingen lassen. Am Vorabend vor seinem Geburtstag darf natürlich eine für zwei Orgeln bearbeitete Kirchensonate des genialen Salzburger Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart nicht fehlen. Viel Vergnügen!

Seit 1975 habe ich an der Stiftsschule Klavier und Orgel unterrichtet. In all den Jahren hatte ich bisher nie das Glück, eine so begabte Schülerin unterrichten zu dürfen wie Muriel Fässler aus Einsiedeln. Sie hat letztes Jahr die Matura gemacht und lässt sich jetzt an der Pädagogischen Hochschule in Goldau zur Kindergärtnerin ausbilden. Die Musik hat sie im Blut und vor allem auch in den Fingern – kein Wunder, wenn man am gleichen Tag wie Mozart Geburtstag hat.

Lukas Helg